Samstag, 21. September 2013

Rezension: Das Schwarze Buch der Geheimnisse von F. E. Higgins


Genre: Jugend-Fantasy
empf. Alter: 10 - 12 Jahre

Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 288
Taschenbuch: 7,95 €
1. Auflage: Apr 2011
ISBN: 978-3841500557


Das Buch ist aus drei Perspektiven geschrieben – einmal aus einer objektiven, zum zweiten aus der Sicht des Jungen Ludlow Fitch und den Einträgen aus dem Schwarzen Buch der Geheimnisse. Es ist einfach und flüssig geschrieben und man findet sich schnell zwischen den Blickwinkeln zurecht.

Zur Handlung

Ludlow Fitch hatte kein leichtes Leben bei seinen sauflustigen und bösartigen Eltern in der Stadt – und als er fliehen muss, verschlägt es ihn in das Dorf Pagus Parvus und direkt in die Arme des Pfandleihers Joe Zabbidou. Auch dieser ist gerade erst in dem Dorf angekommen und eröffnet am nächsten Tag sein Geschäft. Ludlow kann sein Glück kaum fassen, dass er bei diesem eine Anstellung bekommt.

„Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest: Was hättest du damals in der Stadt anders gemacht?" 
„Ich weiß nicht“, sagte ich. „Wenn ich etwas anderes gemacht hätte, wäre ich Euch ja vielleicht nie begegnet.“ 
„Genau“, sagte Joe entschieden. „Alles, was du erlebt hast, schlecht oder gut, hat dich letztendlich hierhergeführt.“ Zitat S. 145

Ludlow erkennt schnell, dass Mr Zabbidou kein gewöhnlicher Pfandleiher ist. Neben alten Nachttöpfen und bunten Knöpfen nimmt er auch andere Ware als Pfand: die tiefsten und dunkelsten Geheimnisse, wegen derer sich die Menschen des Dorfes nachts den Schlaf rauben lassen. Ludlows einzige Aufgabe besteht darin, diese Geheimnisse in das „Schwarze Buch“ zu schreiben und obwohl es ihm bei Mr Zabbidou so gut geht wie noch nie zuvor, ist er am Zweifeln, welchem Zweck diese ganze Arbeit dienen soll – denn wirklich Geld verdient der Pfandleiher mit seinen Geschäften nicht.
 Gerade das macht auch dem hartherzigen und geldgierigen Jeremiah Ratchet zu schaffen. Bisher konnte er seinen Reichtum mit den Schulden der Dörfler anhäufen, doch seit Joe Zabbidou seinen Laden aufgemacht hat, gehen seine „Geschäfte“ den Bach runter.

 „Jeremiah war ein glänzendes Beispiel für einen Menschen, der von allem den Preis kannte, aber von nichts den Wert.“ Zitat S. 151  

Jeremiah Ratchet ist klar, dass er diesen „Störenfried“ so schnell wie möglich los werden muss, doch kann er nicht ahnen, dass sein Plan nach hinten losgeht …


Meine Meinung

Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Die erste Szene ist direkt gruselig und zieht einen sofort in den Bann. Über der ganzen Handlung schwebt das Geheimnis des Buches und die mysteriöse Art des Pfandleihers, die erst zum Schluss aufgelöst werden. Die Stimmung hatte immer etwas düsteres und ich war immer gespannt, was als nächstes passiert.

Die Charaktere sind relativ einfach gestrickt, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut - vor allem für die Altersklasse, für die das Buch bestimmt ist. Mr Zabbidou umschwebt durchweg eine mysteriöse Aura und Ludlow hat bei ihm endlich die Chance, aus seinem bisher unerträglichen Leben zu entfliehen. Mr Ratchet ist hier klar der Bösewicht - doch alle anderen sind trotz der kurzen Passagen, in denen sie dem Pfandleiher ihr Herz ausschütten, komplex und eigentümlich. An ihnen wird verdeutlicht, dass jeder Mensch einmal Fehler begeht, die er bereut und die ihm verziehen werden können, wenn derjenige sein falsches Tun einsieht.

Einige Fragen bleiben noch offen und es wäre schön, wenn es noch eine Fortsetzung geben würde.

Eine geheimnisvolle, dunkle Geschichte für Kinder und jung gebliebene Erwachsene – über den Weg des Schicksals, Vertrauen, Reue, und die Kunst, vergeben zu können. Sehr gelungen!

Bewertung

© Aleshanee

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