Mittwoch, 30. Oktober 2013

Rezension: Die Burg der Könige von Oliver Pötzsch


Genre: Historischer Roman

Verlag: List
Seitenzahl: 944 Seiten
Hardcover: 19,99 €
ebook: 16,99 €

ISBN: 978-3471350836
1. Auflage: Okt 2013

Website des Autors









Klappentext

1524. Die deutschen Lande werden von den Bauernkriegen zerrissen. Dem Adel droht der Verlust der Macht, dem Volk Hunger und Tod. In den Wirren dieser Zeit suchen vier Menschen ihre Bestimmung: Agnes, die Burgherrin der einst mächtigen Stauferburg Trifels, will ihr Erbe bewahren und die Rätsel der Burg lösen. Mathis, Sohn eines Burgschmieds, träumt von der Gleichheit der Menschen. Er schließt sich aufständischen Bauern an und kämpft für seine Ideale. König Franz von Frankreich strebt nach der Kaiserkrone. Um sie zu bekommen, muss er den Schatz der Staufer finden. Karl V., gewählter deutscher König und selbst ernannter Kaiser des Reiches, sieht seine Macht bedroht. Vier Menschen, vier Leben. Und ein Ort, der den Schlüssel zu ihrem Schicksal birgt: Der Trifels. Hort vieler Geheimnisse. Legendäre Burg der Staufer.

Meine Meinung

Nach langer Zeit ein historischer Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Wie der Autor liebe ich Burgen, zwar nicht von Kindesbeinen an, aber seitdem ich einmal eine Burg besichtigt habe, kann ich mich dem geheimnisvollen Flair und der mittelalterlichen Atmosphäre dieser Relikte nicht entziehen. Man spürt dort die Vergangenheit in den alten Mauern und die Phantasie kann einem manche Streiche spielen. Vor allem die Zeit des Hoch- und Spätmittelalters fasziniert mich und ich liebe es, die vielen anschaulichen Details aus dieser Epoche in einem Roman verpackt erzählt zu bekommen.
Vor allem, da "Die Burg der Könige" in Deutschland spielt – die meisten, die ich kenne, spielen in Großbritannien.

In dieser Geschichte geht es um das Schicksal der jungen Agnes, die in Deutschland im Wasgau auf Burg Trifels als Vogtstochter lebt und Mathis, dem Sohn des Schmieds, der schon seit Kindertagen ihr bester Freund ist. In den Jahren der Bauernaufstände werden sie von der Vergangenheit des römisch-deutschen Königs Barbarossa eingeholt. Ein Geheimnis verbirgt sich in den uralten Mauern des Trifels und Agnes gerät zwischen die Fronten zweier Mächtiger Gegenspieler, dem König Franz von Frankreich und dem selbst ernannten Kaiser Karl V. von Deutschland.

Der Schreibstil ist etwas anders als in der Henkerstochter Reihe, weder besser noch schlechter, aber nicht so speziell. Er passt hervorragend für die Handlung im mittelalterlichen Deutschland, alles wirkt authentisch und gut durchdacht. Ich konnte das Buch in den letzten Tagen, dank meines Urlaubs, kaum aus der Hand legen und trotz des über 900 Seiten Wälzers ging es viel zu schnell zu Ende.

Die Charaktere sind alle gut herausgearbeitet und sehr vielschichtig mit all ihren Stärken und Schwächen. Agnes und Mathis waren mir sehr sympathisch. Obwohl beide aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen stammen und sie sich unentwegt in die Haare kriegen, sind sie sich in vielen grundsätzlichen Fragen sehr ähnlich.  Die scheinbar hoffnungslose Liebe, die die beiden verbindet, ihre gefährlichen Nachforschungen und Schwierigkeiten, die sie zu bestehen haben, sind sehr anschaulich und spannend beschrieben. Besonders gefallen hat mir auch der Barde Melchior, über dessen Rolle man bis zum Ende im Unklaren gehalten wird, aber auch die anderen Nebenfiguren sind sehr präsent und einprägsam beschrieben. Alles wirkt sehr lebendig.

Auch die Rahmenhandlung wie die Bauernaufstände, die Gier der Könige nach der obersten Herrschaft, die vielen Details des damaligen Lebens hauchen der Geschichte eine ganz eigene fassbare Wirklichkeit ein, die mich beim Lesen völlig in dieser Zeit versinken ließ. Viele Wendungen hielten Überraschungen bereit und die mitreißende Lebensgeschichte der Protagonisten hat mich begeistert und ergriffen. Wenn man bedenkt, dass es so oder so ähnlich tatsächlich geschehen sein könnte und dass das damalige Leben sich wirklich so abgespielt hat, kann man viel daraus lernen. 

Das Cover ist relativ einfach gehalten, sieht aber wunderschön aus. Die persönlichen Gedanken und Informationen des Autors im Nachwort sind sehr aufschlussreich und sollte man auf jeden Fall lesen!

Positiv aufgefallen: passender Schreibstil, überraschende Wendungen, historisch detailliert
Negativ aufgefallen: ---

Fazit

Eine faszinierende Reise in die Welt des deutschen Mittelalters, in der es zwei junge Menschen trotz der königlichen Machtkämpfe, der Bauernaufstände und dem Einfluss der Vergangenheit geschafft haben, sich allen Widrigkeiten entgegen zu setzen und ihren Weg zu finden. Sehr gelungen!

 Bewertung

Ich bedanke mich ganz herzlich bei dem List Verlag für das Rezensionsexemplar und die tolle Leserunde bei Lovelybooks!


© Aleshanee

Oliver Pötzsch
© Gerald von Foris
Zum Autor:
Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, war jahrelang Filmautor beim Bayerischen Rundfunk und lebt heute als Autor in München. Seine historischen Romane um den Schongauer Henker Jakob Kuisl haben ihn weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht.
Quelle: List Verlag

Kommentare:

  1. Huhu,
    einen Historischen Roman habe ich bisher noch nicht gelesen aber es klingt schon inetressant vorallem mit den Burgen du hast schion recht das ist ein ganz besonderer Flair den man da findet.
    Gibt es diese Burg aus dem Buch eigentlich wirklich? :)

    LG ♥

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    1. Ja, die gibt es wirklich. Ich finde ja eben an historischen Romanen so toll (wenn sie gut recherchiert sind), dass viele Fakten und reale Vorkommnisse aus der Vergangenheit in einem Roman verpackt werden. Ich liebe das Mittelalter und so kann ich einiges darüber lernen und hab auch noch Spaß und Spannung dabei! Im Nachwort hat Herr Pötzsch auch alle Fakten dargelegt, auf der seine Handlung beruht. Das ist wirklich ein tolles Werk, vor allem durchweg spannend trotz über 900 Seiten :)

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  2. Eine schöne Rezension, die interessanterweise ziemlich anders klingt als meine, die ich vor kurzem erst geschrieben habe - da sieht man mal wieder, wie verschieden die Geschmäcker sind :)
    Finde es besonders interessant, dass du die Punkte, die mir negativ aufgefallen sind, als besonders positiv heraushebst ;)
    Ich bin wirklich mal gespannt auf die Henkerstocher, die ich noch lesen will, da sie ja doch etwas anders sein soll als dieser Roman hier - ich hoffe, dass mich Pötzsch da eher überzeugen kann :)

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    1. Na dann werd ich gleich mal bei dir vorbeischauen :)

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