Mittwoch, 23. Oktober 2013

Rezension: Krampus von Brom


Genremix: Fantasy-Thriller mit mythol. Hintergrund

Verlag: Droemer Knaur
Seitenzahl: 504
Hardcover: 19,99 €
ebook: 17,99 €
1. Auflage: Sept 2013
ISBN: 978-3-426-65334-0

Website des Autors










Inhalt

Boone  County in West Virginia, USA – Weihnachten
Jesse Walker ist ein herunter gekommener Musiker. Er spielt nur in öden Bars und ihm fehlt das Selbstbewusstsein, mit seiner Musik wirklich an die große Öffentlichkeit zu gehen. Seit zwei Jahren von seiner Frau Linda getrennt leidet er sehr darunter, vor allem seine Tochter Abigail kaum zu sehen. Besonders da Linda jetzt im Haus des Polizeichefs Dillard lebt, einem korrupten, eiskalten Kerl, der Jesse am liebsten im Knast sehen würde.
Dazu könnte es auch leicht kommen, denn um einigermaßen über Wasser zu bleiben nimmt Jesse Jobs vom „General“ an, einem zwielichtigen, gefährlichen Kerl, der das Drogengeschäft in Boone County fest in seiner Hand hat. Dass der Polizeichef Dillard mit dem General unter einer Decke steckt, weiß Jesse Walker sehr gut, doch seine Frau Linda will davon nichts wissen.

Zeitgleich sitzt Krampus, Herr der Julzeit und König des Julfestes, noch immer gefangen in einem tiefen Schacht irgendwo im Hügelland um Boone County. Seit 500 Jahren wird er dort mit den erzeisernen Ketten des Sankt Nikolaus festgehalten. Seine Helfer, die Belznickel, sind dem Weihnachtsmann aber endlich auf der Spur, denn das einzige, das diese Ketten sprengen kann, ist die magische Kraft von Loki´s Sack – dem Geschenke bringenden Sack des Weihnachtsmannes.

Als  Jesse Walker nun an diesem Weihnachtsabend von einer durchzechten Tour nach Hause fährt, kann er kaum glauben, was er sieht. Der Schlitten des Weihnachtsmannes steht mitten auf der Straße, Sankt Nikolaus höchstselbst sprintet an ihm vorbei, verfolgt von monströsen, dunklen Kreaturen mit Hörnern auf dem Kopf! Und als der rot Gewandtete mit knapper Not mit seinem Schlitten in den Nachthimmel fliehen kann, plumpst etwas großes mitten in Jesses Campinganhänger – der Sack des Weihnachtsmanns …

Meine Meinung

Oh ja, das ist ein extrem stranges, düsteres und actionreiches Buch, das die Weihnachtsstimmung um 180 Grad dreht!
Mir hat ja das Buch „Der Kinderdieb“ von Brom schon sehr gut gefallen und als ich das Cover des neuen Buches gesehen habe, wollte ich es unbedingt lesen! Es passt perfekt zu der Grundstimmung der Geschichte – die dunklen, gedeckten Farben, der satanisch erscheinende Krampus und der orange-rot geprägte Titel passen perfekt. Vielleicht hätten noch ein paar Blutspritzer gefehlt ;)

Ja, denn dieses Buch ist kein süßes Weihnachtsmärchen, sondern ein düsteres, dicht gestricktes Schreckensszenario mit Figuren der nordischen Mythologie - ein rasanter Thriller und brutalen Splatter-Effekten. Entgegen dem „Kinderdieb“ stehen hier der reale Charakter Jesse und die Realität mehr im Vordergrund, auch wenn die phantastischen Elemente im Lauf der Handlung immer präsenter werden.

Vor jedem Kapitel gibt es ein sehr schön gezeichnetes Bild zu den Figuren und Vorkommnissen. In der Buchmitte findet man farbige Zeichnungen, die alle Hauptcharaktere sehr gut illustrieren, genauso hatte ich sie mir vorgestellt und sie sind perfekt in Szene gesetzt – ein ganz besonderes Schmankerl.

Den Hintergrund der Handlung mit den Parallelen zur nordischen Mythologie fand ich klasse. Ich selbst kenne es noch aus der Kindheit, dass Krampus der böse Geselle vom Nikolaus ist und die unartigen Kinder in seinen Sack steckt – dass hier aber Krampus der Sohn von Hel aus der Unterwelt und St Nikolaus der wiederauferstandene Sohn Odins ist, ist eine geniale, sehr spannend umgesetzte Idee. Krampus fühlt sich um das Julfest betrogen, dass Nikolaus bzw. der Weihnachtsmann mit seinen „neuen“ Bräuchen an sich gerissen hat und nach seiner Befreiung steigt dieser nun buchstäblich über Leichen, um seinen Platz als Herr des Julfestes wieder einzunehmen.
Auch die Handlung um Jesse Walker, die anfangs etwas fehl am Platz wirkte, passt tadellos ins Bild und rundet diese abgefahrene Story ab. Ich wusste bis kurz vor dem Schluss nicht wirklich, wie das ganze enden wird, umso mehr hat es mich gefreut, wie sich alles ineinandergefügt hat.

Regelrecht in den Bann gezogen haben mich auch die wie zufällig verstreuten, leisen Hinweise und mystischen Glaubensfragen, die hinter dem ganzen Spektakel ihre Fäden gezogen haben und die mich sicher gerade zu Weihnachten zum Nachdenken bringen werden.
Wichtig für mich war darum auch das Nachwort, in dem der Autor beschreibt, wie er auf die Konstellation dieser Geschichte kam, der Geschichte von Sankt Nikolaus und Krampus. Wie alt diese Mythen sind, welchem Glauben sie entsprangen und welche Entwicklung die Bräuche in den vielen Jahrhunderten durchgemacht haben – und die Frage, die mich das ganze Buch hindurch begleitet hat: Wer von den beiden wird am Ende der Sieger sein?

Fazit

Rasantes, düsteres Fantasymärchen, ein weihnachtlicher Thriller, ab und an unterbrochen durch Splatter-Elemente und einer Liebesgeschichte, die zwar im Hintergrund bleibt – nichtsdestotrotz aber einer der antreibenden Effekte war. Es gab auch ruhige Momente und hintergründige Gedankenspielereien, die mich jedes Jahr aufs Neue an die alten Bräuche erinnern werden. Dafür ein aus ganzem Herzen kommendes Danke!


Bewertung 
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© Aleshanee

Ein ganz herzliches Dankeschön an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar.

Zum Autor

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© Brom
Brom, Jahrgang 1965, wurde in Albany im amerikanischen Bundesstaat Georgia geboren. Da sein Vater Pilot bei der U.S. Army war, verbrachte Brom einen Teil seiner Jugend im Ausland, unter anderem in Japan und Deutschland, wo er zur Schule ging; aus dieser Zeit rührt auch seine Angewohnheit her, seinen Vornamen nicht zu benutzen. Bereits mit 21 arbeitete Brom als Illustrator für Firmen wie Coca-Cola und IBM. Später begann er, sich auf die visuelle Umsetzung von Rollenspielen wie „Dungeons & Dragons“ und anderer Fantasywelten zu konzentrieren; er schuf außerdem Sammelkarten für Spielsysteme wie „Magic: The Gathering“ und arbeitet für zahlreiche Verlage und Computerspielhersteller. Brom hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und lebt heute mit seiner Familie in Seattle.
©  Droemer Knaur


Kommentare:

  1. Hallöchen,

    man Cover des Buches sieht echt ganz schön gruselig aus. Aber du hast es wirklich sehr interessant beschrieben. Ich hätte nie gedacht, dass das ein Weihnachtsbuch sein soll. Find ich sehr gut, dass es bisschen anders ist als die üblichen Weihnachtsbücher. Kommt auf meine Wunschliste und ich versuche es dann mal spätestens im Dezember zu lesen.
    Und das Bild vom Autor macht einem auch etwas Angst, dem möchte ich nicht alleine im dunkeln auf der Straße begegnen ;)

    Liebe Grüße
    Alina
    (eine neue Followerin =) )

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    1. Hi Alina!

      Ja, das Cover ist sehr genial und das Bild des Autors gefällt mir auch sehr ♥
      Das Buch ist wirklich untypisch in jedem Bezug, aber es ist wirklich klasse - Weihnachten mal völlig anders *g*

      Ich werd auch gleich mal auf deinem Blog vorbeischauen!
      LG

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  2. Oh ja, das ist etwas für mich. Kommt sofort auf die WL!

    Lg, Nicole

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    1. Das ist wirklich toll das Buch und ich denke, ich werd es dieses Jahr zur Weihnachtszeit nochmal lesen :)

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