Mittwoch, 20. November 2013

Rezension: Schweigend steht der Wald von Wolfram Fleischhauer


Genre: Regional Krimi

Verlag: Knaur
Hardcover: 19,99 €
ebook: 17,99 €
Seitenzahl: 400

ISBN: 978-3-426-19854-4
1. Auflage: Sep 2013

Website des Autors






„Was auch immer man tat, immer ergab sich daraus eine endlose Kette von unbedachten Folgen und Wirkungen.“ S. 199

Zum Inhalt

Anja Grimm ist Forststudentin. Als sie 8 Jahre alt war, verschwand ihr Vater spurlos im Waldgebiet  von Faunried im Bayerischen Wald, nahe der tschechischen Grenze. Als sie dort aufgrund eines Praktikums Bodenproben ziehen soll, nimmt sie die Stelle an, ohne zu wissen, warum sie sich mit dem Schauplatz ihres Kindheitstraumas konfrontieren will.
Das ungeklärte Verschwinden ihres Vaters hat Anja auch nach 20 Jahren noch nicht losgelassen.  Das schreckliche Erlebnis hat sie geprägt und ihre Mutter zerstört. Während Anja in Faunried ihrem Studium nachgeht, umsorgt zu Hause in München eine Pflegekraft ihre Mutter, die vor einem halben Jahr einen Selbstmordversuch unternommen hat.

Auf einer Lichtung im Wald, nahe dem Leybachhof, entdeckt Anja Grimm Abweichungen bei den Proben. Doch selbst als sie der Besitzer des Waldes, der geistig zurückgebliebene Xaver Leybach, bedroht und von seinem Grundstück verscheucht, will sie diesen Unstimmigkeiten noch einmal nachgehen. Als sie eben jenen Xaver dann am Hochsitz erhängt auffindet, ist das erst der Anfang einer Reihe von Verbrechen, die weit in die Vergangenheit reichen …

Meine Meinung

Ich habe etwas gebraucht, um mich in das Buch einzulesen. Die vielen Namen und Familienbeziehungen sowie die spezifischen Details zur Forstarbeit am Anfang waren etwas anstrengend und verwirrend. Allerdings gab das der Geschichte gleich zu Beginn eine mysteriöse Note und man ahnt, dass in dem verschlafenen Nest Faunried etwas verborgen ist.
Man taucht immer mehr ein in die alten Familiengeheimnisse und entdeckt hinter der dörflichen Idylle Heimlichkeiten und Lügen, die schon Jahrzehnte totgeschwiegen wurden. Man kann den Kreis der Verdächtigen bald einschränken, viele scheinen darin verwickelt zu sein und doch bleibt der Grund, das Motiv, sehr lange verborgen und fesselt einen an das Rätsel, das bis zum Schluss im Dunkeln bleibt.

Die prägnantesten Protagonisten waren Anja Grimm und der Polizist Dallmann. Sie haben viel über ihre Handlung reflektiert, während die anderen Charaktere eher undurchsichtig blieben, was die Spannung natürlich hoch gehalten hat. Insgesamt war es ein in sich sehr logischer Handlungsablauf mit menschlich einleuchtenden Reaktionen und Konsequenzen.

Welche Dimension die Geschichte annimmt, welche Schuld tatsächlich seit Jahrzehnten in dem schweigenden Wald verborgen lag, würde man nicht für möglich halten – eine alte Schuld, die durch das beherzte Eingreifen der Studentin scheinbar endlich beglichen werden soll.

Was ich toll fand waren auch die kleinen, versteckten Anspielungen auf den missverstandenen Begriff eines richtigen Waldes, wie er wirklich sein sollte. Während am Anfang des Buches die profilierten Erklärungen überfordert haben, verdeutlichen sich im Lauf der Handlung die Auswirkungen, wenn der Mensch nachhaltig in den Lebensraum dieses Naturbereichs eingreift.

Das Cover ist schlicht und passend – ein „richtiger“ dichter, undurchdringlicher  Wald hätte die Stimmung noch etwas besser charakterisiert. Kein Forst, der durch Menschenhand geprägt und gepflegt wird, sondern ein Wald in seiner ursprünglichen Form.

Fazit

Ein sehr ungewöhnlicher Krimi mit einer sympathischen Protagonistin, der mich trotz Startschwierigkeiten in den Bann gezogen und bis zum Schluss gefesselt hat.

Bewertung
 

Vielen Dank an den Droemer-Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

© Aleshanee


Bilder von Wolfram Fleischhauer
© amazon
Über den Autor:
Wolfram Fleischhauer, geboren 1961 in Karlsruhe, ist einer der wenigen deutschen Autoren, denen es gelingt, Anspruch und Spannung für ein großes Publikum zu verbinden. Mit „Schweigend steht der Wald“ knüpft er den Erzählfaden seiner Erfolgsbücher „Drei Minuten mit der Wirklichkeit“ und „Die Frau mit den Regenhänden“ weiter –in einem kleinen Dorf am Rande der Republik.
Quelle: Droemer Knaur Verlag

Kommentare:

  1. das scheint wirklich mal ein etwas anderer Krimi zu sein. Könnte mir auch gefallen

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    1. Mir hat er echt gut gefallen. War halt am Anfang ein bisschen verwirrend mit den vielen Namen und Fachbegriffen, aber wenn man sich reingelesen hat, wird er richtig gut! ;)

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