Sonntag, 17. November 2013

Rezension: Vollendet - Der Aufstand von Neal Shusterman


Genre: All Age Dystopie
Band 2 der Vollendet Reihe

Verlag: FISCHER Sauerländer
Seitenzahl: 544
Hardcover: 16,99 €

ISBN: 978-3-7373-6718-9
1. Auflage: Aug 2013








„Gewöhnt sich eine kranke Gesellschaft so sehr an ihre Krankheit, 
dass sie irgendwann nicht mehr weiß, wie es ist, gesund zu sein?“ S. 338

Zum Inhalt

Nach der verheerenden Explosion des Happy Jack Ernte Camps ist einige Zeit vergangen. Connor, Risa und Lev haben sich in ihre Rollen gefügt – aber die Veränderung ist unaufhaltsam.

***

Starkey ist auf der Flucht vor den JuPos. Um der Umwandlung zu entkommen, hat er zwei Polizisten erschossen. Als er auf dem „Friedhof“ landet, sieht er in Connor nicht den heldenhaften „Flüchtling aus Akron“, sondern einen Rivalen, dessen Platz er einnehmen will. Doch seine Pläne haben größere Auswirkungen, als er denkt …

„Ehre, wem Ehre gebührt, Anerkennung für den Zauberer, dessen Illusionen am Ende Realität werden.“ S. 344

Miracolina, ein Zehntopfer, wurde nur geboren, um ihrem kranken Bruder Matteo mit einer Knochenmarkspende das Leben zu retten. Auf ihrer Fahrt ins Ernte Camp wird sie überfallen, doch ihre Rettung ist nicht das, was Miracolina wollte. Sie fühlt sich betrogen, da sie mit der Wandlung so vielen ehrenhaften Menschen das Leben retten wollte und als sie auch noch erkennt, wo sie gelandet ist, bleibt für sie als einziger Weg die Flucht …

„Doch kaum etwas hält die Menschen besser bei Laune als die Hoffnung“ S. 41

Cam. Als er aufwacht, ist er gefesselt. Seine Gedanken spielen verrückt und er weiß weder wo er ist, noch wer er ist. Die fremde Frau ist freundlich, aber seine Verwirrtheit lässt ihn kaum einen klaren Gedanken fassen - nur langsam beginnt er zu ahnen, welchen Zweck er erfüllen soll ...

„Wir bezeichnen das als Recycling-Chic“, erklärt der Designer, während Models unter begeistertem Applaus durch das Studio stolzieren. S. 387

„Warum machen die sowas?“, fragt sie. „Weil sie es können“, erwidert Connor bitter. S. 181

Die Wege all dieser Menschen teilen und kreuzen sich und geben ihrem Schicksal eine neue, unaufhaltsame Richtung.





Meine Meinung

Die kurze Quizrunde am Anfang ist ein sehr guter Einstieg, um die Geschehnisse aus Band 1 zu rekapitulieren und man ist sofort wieder mitten im Geschehen.
Alte Bekannte und frische, faszinierende Charaktere geben der Handlung neuen Spielraum.
Wie im ersten Teil wird auch hier jedes Kapitel aus der Ich-Perspektive eines der Protagonisten beschrieben, durch die Gegenwartsform scheint man alles, was passiert, hautnah mitzuerleben. Diese Geschichte hat so einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Selbst das Cover, dieses mal in "rot wie Blut" passt perfekt und wirkt so düster, wie die Welt, die sich dahinter verbirgt.

Es wird ein neuer Aspekt der beklemmenden Zukunftsvision ins Spiel gebracht und ich muss zugeben, dass mich die Vorstellung zum Gruseln brachte. Wenn ich mir allerdings die vielen grotesken Experimente anschaue, die schon jetzt gemacht werden, ist diese Idee auf der Grundlage dieses Romans gar nicht so weit hergeholt.
Trotz der hohen Spannung, die mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen hat, setzt sich der Autor eindringlich mit dem Thema auseinander; die „Werbeanzeigen“ für die Umwandlung, die den Text immer wieder unterbrechen, machen sehr deutlich, welche brisanten Fragen der Inhalt aufwirft.

„Wir haben uns wirklich bemüht, gute Eltern zu sein, aber an einem bestimmten Punkt gibt man einfach auf.“

„Nein, tut man nicht,“ (...) S. 102

Connor, Risa und Lev haben sich weiterentwickelt und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Die neuen Charaktere sind ebenso interessant und facettenreich. Ihr einziges Ziel ist, ihre Vorstellungen für richtige Entscheidungen durchzusetzen und wieder werden ihre Schicksale gekonnt miteinander verwoben.

Man erfährt auch einiges über die Ereignisse vor und während des Heartland-Kriegs; die Zusammenhänge werden etwas klarer und zumindest zum Teil erklärt, wie es überhaupt zu der „Charta des Lebens“ kommen konnte. Die Grundidee der Handlung ist absurd und befremdend, doch die Argumente, die der Erklärung zugrunde liegen, lassen es mir kalt den Rücken herunterlaufen – wie würde unsere Gesellschaft reagieren? Wie würden wir handeln?
Fazit

Ein beklemmendes, spannungsgeladenes Zukunftsszenario, dessen Nähe zur Realität eine beängstigende Vision ins Leben ruft – und die Frage: Wer hat das Recht, den Wert eines Lebens höher einzuschätzen, als das eines anderen?


Bewertung
 *Highlight*


Vielen Dank an den Fischer/Sauerländer Verlag für das Rezensionsexemplar.

© Aleshanee

Neal Shusterman
Foto: Judith Anderson
Band 1 - Klick für Rezi

Über den Autor:  Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, schrieb seine ersten Geschichten bereits zu Schulzeiten. Er studierte in Kaliforniern Psychologie und Theaterwissenschaften, mittlerweile widmet er sich ganz dem Schreiben von Jugendbüchern und Drehbüchern für Fernsehserien und Spielfilme.
Quelle: Fischer Verlag

Kommentare:

  1. da muss ich erstmal den ersten Teil lesen ;) klingt aber wirklich nicht schlecht

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  2. Lesen! Unbedingt!!!
    Das fesselt so sehr, du kannst nicht mehr aufhören ;)
    Zwei der besten Bücher für mich dieses Jahr - jetzt heißt es leider warten auf Band 3 ...

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  3. Ich muss es auch noch unbedingt haben,teil eins wahr schon so toll

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  4. Absolut! Und das zweite war genauso spannend, oft ist ja der mittlere Teil einer Trilogie so ein Zwischending, bei dem hier hat es aber in nichts nachgelassen, kann ich wirklich sehr empfehlen :)

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