Freitag, 27. Dezember 2013

Rezension: Light & Darkness von Laura Kneidl


Genre: Fantasy
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Verlag: Carlsen im.press
Seitenzahl: 403
ebook: 3,99 €

ISBN: 978-3-646-60028-5
1. Auflage: Nov 2013

Website der Autorin






„Vom Staat benannte Bürger, sogenannte Delegierte, verpflichten sich aus freiem Willen den ihnen zugewiesenen paranormalen Bürgern Schutz und Sicherheit zu gewähren. Delegierte sammeln ihre erste Praxiserfahrung mit Vollendung des 17. Lebensjahres. (Buch der Delegation, Artikel 2)“
Zitat Kap. 1

Zum Inhalt

Vor ca. 30 Jahren wurde in unserer Welt die Existenz anderer Rassen bekannt, Wesen, die scheinbar nur in Mythen und Sagen vorkamen, bekannten sich öffentlich zu ihrer Andersartigkeit: Vampire, Feen, Nixen, Elfen, Werwölfe, Furien und andere mehr.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten entstand eine für beide Seiten zufrieden stellende Zusammenarbeit – das Gesetz der Delegation wurde erlassen und damit die Möglichkeit, das Menschen und Wesen friedlich nebeneinander leben können.

Light Adams ist 17. Ihre Delegation steht kurz bevor und sie ist sehr aufgeregt, welches Wesen ihr zugesprochen wird. Seit ihrem 10. Lebensjahr wird sie darauf vorbereitet, einem ihr zugewiesenen paranormalen Wesen zur Seite zu stehen und ihm zu helfen, sich an das Zusammenleben mit Menschen zu gewöhnen; aber auch, zwischen Menschen und Wesen zu vermitteln, um den gegenseitigen Respekt zu fördern.

Der Schock ist groß, als sich „ihr“ Wesen als männlicher Dämon offenbart. Light kann kaum glauben, dass dieser Fehler ihr passiert – noch nie wurde einer Delegierten kein gleichgeschlechtliches Wesen zugewiesen. Noch dazu ist dieser Dämon, Dante Leroy, ein rebellischer, verlogener Angeber, der ihr das Leben zur Hölle macht.
Und dann ist da noch Kane, ein Vampir, und das Wesen ihres Bruders Jude. Schon seit Jahren lebt Kane in ihrer Familie, doch seine Gefühle für Light sind schon lange über das brüderliche hinaus gewachsen.

Zur gleichen Zeit rüstet die Bewegung der Censio auf, die gegen die Delegation und die Einschränkung magischer Fähigkeiten ist – und Light gerät mit Dante mitten in einen Kampf gegen politische Grundsätze und einen inneren Kampf, der sie fast das Leben kosten könnte …

Meine Meinung
 

Der Einstieg wird einem leicht gemacht und man findet sich schnell in dieser Welt zurecht, in der magische Wesen und Menschen miteinander leben. Die Zitate aus dem Regelwerk der Delegation am Anfang jedes Kapitels geben einen Einblick in die Ordnung dieser neuen Welt.
Die Kapitel sind kurz und führen einen zügig durch die Handlung. Die Geschichte ist von Anfang an spannend, abwechslungsreich und auch amüsante Einlagen haben nicht gefehlt.
Der Schreibstil ist teilweise einfach gehalten, ähnlich einem Jugendbuch, an manchen Stellen aber auch sehr verspielt, wodurch einige Stellen etwas überzogen und umständlich wirken. Manche sehr brutalen, realistischen Szenen, die die politischen Hintergründe thematisieren, schafften eine etwas deplatzierte Atmosphäre.
Das spannende Tempo wird bis auf ein paar wenige Verschnaufpausen bis zum Schluss gehalten.

Die Geschichte lebt von den Charakteren, vor allem von Light und Dante.
Light ist ein einfühlsames, nachdenkliches Mädchen, das sich ihrer Verantwortung sehr bewusst ist. Einerseits möchte sie für das Wesen, das ihr anvertraut wurde, da sein und es beschützen – andererseits kann sie Dante und seine gemeine Herablassung kaum ertragen. Trotzdem sie sauer auf ihn ist, verteidigt sie ihn, wo sie kann, sobald andere abfällig über ihn sprechen. Je mehr sie sich mit ihm auseinandersetzt, desto intensiver wird ihre Verbindung zu ihm.

Dante dagegen ist arrogant, aufsässig und unnahbar. Recht bald eröffnet er Light, dass er die Menschen hasst und doch ist es nur eine Mauer, die er zum Schutz aufrecht erhält. Die Spannungen zwischen ihnen und die Gefühle, die sie hin- und herreißen, sind sehr gut beschrieben und wirken nur manchmal etwas aufgesetzt. Dante wirkt undurchschaubar aber doch anziehend, vor allem für Light, die dadurch, dass sie auch das Gute in ihm sieht, ihn dazu bewegt, es auch zu zeigen. Eine wichtige Botschaft einfühlsam vermittelt.

„Sie wusste, Dante war nicht perfekt, aber doch perfekt für sie.“ (ebook 76 %)

Der Hintergrund der Geschichte, die politischen Stimmungen zur Gesetzgebung der Delegation, wurde nur an der Oberfläche angekratzt. Hier hätte man noch etwas mehr daraus machen können, denn es ist sicher nicht einfach und als selbstverständlich anzusehen, dass sich magiefähige Wesen den menschlichen Delegationsgesetzen ohne Widerstände unterordnen.

Das Cover gefällt mir von den Farben her und auch die Personen sind sehr gut getroffen.
Den Namen „Light“ für die Protagonistin fand ich ungeeignet. Entweder hätten beide „Light“ und „Darkness“ heißen, oder beide einen anderen Namen haben sollen, den Titel an sich finde ich sehr passend.
Schade waren auch die vielen Rechtschreibfehler, die mich beim Lesen doch häufig stolpern ließen.

Auch wenn es ein paar kleine Macken gab, die mich gestört haben, war es trotzdem ein tolles Leseerlebnis, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann!

Fazit
 

Ein faszinierendes Szenario, das eine phantastische Welt mit der der Menschen vereint und einen Weg aufzeigt, wie dieser gemeinsam beschritten werden könnte. Die Spannung wurde vor allem durch die intensiven Konflikte angeheizt, die die Beziehung zwischen Light und Dante knistern lassen und in einem dramatischen Finale ein passendes Ende findet. Sehr kurzweilig und unterhaltsam!

Bewertung
 
 
Vielen Dank an Carlsen im.press für das Rezensionsexemplar!

© Aleshanee


Quelle: laura-kneidl.de
Über die Autorin: Laura Kneidl, 1990 geboren, wuchs in der Nähe von Erlangen auf. Heute studiert sie an der Hochschule der Medien in Stuttgart “Bibliotheks- und Informationsmanagement”. Inspiriert von zahlreichen Fantasyromanen begann sie 2009 an ihrem ersten eigenen Projekt zu schreiben. Neben dem Verfassen von Romanen gilt ihr Interesse dem Lesen und Rezensieren solcher, weshalb sie einen eigenen Bücherblog betreibt. Seit Anfang 2013 ist sie Mitbegründerin des Schreibwahnsinns, einer Gruppe möwen-verrückter Autoren, die gerne über das Schreiben schnattern.
Quelle: laura-kneidl.de

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