Sonntag, 2. Februar 2014

Rezension: Incarceron von Catherine Fisher


Genre: Science-Fiction
Band 1 der Dilogie

Originaltitel: Incarceron
Verlag: penhaligon
Seitenzahl: 476
Hardcover: 18,99 €
Taschenbuch (Apr 2014): 9,99 €
ebook: 14,99 €

1. Auflage: März 2013

Website der Autorin




„Die Jahre des Zorns haben ein Ende gefunden, und nun kann nichts mehr so sein wie früher. 
Der Krieg hat den Mond verdunkelt und die Gezeiten zum Stillstand gebracht. Wir müssen
 eine schlichtere Art zu leben finden. Wir müssen in die Vergangenheit zurückkehren; alles 
und jeder muss seinen festgelegten Platz haben. Die Freiheit ist ein geringer Preis,
 den wir fürs Überleben zahlen.“ Das Dekret von König Endor
                                                                                                              Zitat Kap 8, S. 107

Zum Inhalt

Die Menschen in der Zukunft leben dem Protokoll entsprechend in der Vergangenheit, nach Art der vergangenen Zeitalter, ohne Wachstum, ohne Fortschritt.
Die junge Claudia Arlex soll verheiratet werden. Als ihr Vater nach 6 Monaten Abwesenheit wieder heimkehrt, ist ihr Schrecken groß: die Hochzeit wurde vorverlegt. Schon in zwei Wochen soll sie den versoffenen, gewalttätigen Thronfolger heiraten. Ihr Vater, John Arlex, besteht darauf und es ist nicht ratsam, sich seinen Wünschen entgegen zu stellen. Denn er ist der Hüter. Der Hüter über das größte Gefängnis der Menschheit: Incarceron.

Die Gefangenen leben dort allseits überwacht innerhalb gigantischer Metallwälder und endlosen Weiten: in der Lüge einer perfekten, vollkommenen Welt. Finn ist einer der Insassen und er ist anders, als die anderen. Er ist überzeugt, dass er kein „Zellgeborener“  ist, obwohl er sich aus seiner Vergangenheit an nichts mehr erinnern kann. Aber ab und zu überfallen ihn Visionen und er ist sich sicher, dass diese Träume aus seiner Erinnerung stammen, doch die Mystiker unter den Gefangenen sehen in ihm die Hoffnung, endlich aus dem riesigen Gefängnis zu entfliehen.
Schon seit drei Jahren kämpft er in einer Gruppe unter dem grausamen Anführer Jormanric. Keiner traut keinem, nur auf seinen Eidbruder Keiro kann er sich verlassen.
Aber es ist die Vergangenheit, die Finn quält, denn er hat so gut wie keine Erinnerung, wer oder was er war.

„Er konnte nicht sagen, dass er so lange geschluchzt hatte, bis er sich hatte übergeben müssen, 
dass er sich zitternd in einer Ecke zusammen gekauert hatte, in einer Ecke seines Geistes, 
in einer Ecke seiner Zelle, weil beides das Gleiche war und weil beides leer war.“ S. 64

Seine einzige Chance ist die Flucht, doch sein größter Feind ist das Gefängnis selbst – denn Incarceron lebt!

Meine Meinung
 

Wow, ich bin gerade noch völlig überwältigt von den Eindrücken aus dem Buch, was für eine geniale Idee! Von Anfang an hat mich die Geschichte fasziniert und die Spannung, die sich immer weiter gesteigert hat, entwickelte einen Sog, der mich nicht mehr losgelassen hat. Die Aufklärung hat mich total umgehauen und ich bin immer noch perplex, wie genial sich alles zusammen gefügt hat.
Obwohl schon früh Andeutungen gemacht werden, wie alles zusammen hängen könnte, treibt gerade das die Spannung noch weiter an. Man ist sich nie ganz sicher, wie und wohin das ganze führen wird.

Ich kenne von Catherine Fisher schon die beiden Jugend-Fantasy Reihen „Schneewanderer“ und „Nebelgänger“ und ich war sehr gespannt, ob sie es auch auf einer kritischeren Ebene schafft, mich gut zu unterhalten und es ist ihr zu 100% gelungen! Eine deutliche Steigerung, die mich ungeduldig auf den zweiten Band warten lässt!

Der Schreibstil ist sehr viel ausgereifter und erwachsener und passt perfekt in diese brutale und festgelegte Kulisse. Die Zitate an den Kapitelanfängen stimmen treffend auf die kommenden Ereignisse ein und so findet man sich schnell in dieser erbarmungslosen Welt zurecht. Vom ersten Satz an ist man mitten im Geschehen und spürt die düstere Atmosphäre von Incarceron.

Die Charaktere sind genauso ungewöhnlich wie die Illusion der Welten, in denen sie leben müssen.
Finn, der Sternenseher, ist getrieben von seiner verzweifelten Suche nach seiner Vergangenheit. Keiro, sein Eidbruder, der gewissenlose Kämpfer, ist seine einzige Chance, zu überleben. Gildas, der Sapient, ein Mystiker aus alter Zeit, ist die Triebfeder für den Plan, endgültig aus Incarceron zu fliehen – und nicht zu vergessen das Mädchen Attia, die zwar unscheinbar aber dennoch von großem Einfluss ist.
Außerhalb Incarcerons gibt es inmitten von Intrigen der Reichen und Mächtigen Claudia und ihren Vater, den Hüter. Obwohl vor allem Claudia die Handlungen entscheidet, nimmt ihr Vater eine für mich sehr bestimmende Rolle ein und hat mich mit seiner geheimnisvollen Unnahbarkeit total fasziniert.
Sie alle sind Gefangene in einer Welt, die in der Hoffnung auf Vollkommenheit geschaffen wurde, aber um den Preis der Freiheit einem zu hohen Wert zum Opfer fällt.

Einige konstruierte Zufälle haben auch hier ihren Platz gefunden, die für mich aber der Glaubhaftigkeit keinen Abbruch getan haben. Ich war beim Lesen so in die Handlung verstrickt, dass mir das kaum aufgefallen ist.

Fazit

Die düstere Atmosphäre in einer Welt voller Lügen und Intrigen hat mich mitgerissen und in ein perfekt inszeniertes Zukunftsszenario geführt. C. Fisher schafft es mit einer unaufdringlichen Spannung, das Leben der Protagonisten auf eine unerwartete Wende zusteuern zu lassen, die in einer überraschenden, außergewöhnlichen Wahrheit ihren Abschluss findet. Absolute Leseempfehlung für alle Dystopie- und Science Fiction Fans!

Bewertung
 
 


© Aleshanee

Ich bedanke mich sehr herzlich beim penhaligon Verlag für das Rezensionsexemplar!



Über die Autorin:  Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher sowie zweier preisgekrönter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fisher lebt und schreibt in Wales. 
Quelle: penhaligon Verlag



Kommentare:

  1. Ooh das klingt sooo toll! Schöne Rezi, da habe ich gleich noch mehr Lust bekommen dieses Buch zu kaufen :). Mein armer SuB, aber das kann und will ich mir nicht entgehen lassen! Danke für die Rezi :).
    LG Insi

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  2. Guten Morgen =)
    Das steht hier auch noch im Regal und wird demnächst gelesen, auch wenn ich gar nicht weiß wann ich die Zeit finden soll. =D Gibt ja recht vielschichtige Meinungen zu dem Buch. Bin gespannt. ;-)

    Liebe Grüße
    Katie

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  3. Ich liebe es immer, Deine Rezis zu lesen. Auch, wenn sie meine Liste oft um ein Buch erweitern;)

    LG, Claudia

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  4. Dankeschön ihr Lieben :)

    Ich fand das Buch wirklich toll. Ich hatte keine sooo großen Erwartungen, obwohl mir ja ihre anderen Bücher auch gut gefallen haben, aber das waren eben Bücher aus dem Jugendbereich und nicht so anspruchsvoll. Aber das hier hat mich wirklich absolut überzeugt! Ich finde die Ideen, die ihren Büchern zugrunde liegen, wirklich richtig klasse und vor allem neu und unverbraucht ;)

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  5. *hmpf*
    Warum nur hab ich jetzt Deine Rezi dazu gelesen?!
    Rate mal wo das Buch nun ist? Auf meiner Wunschliste *seufz*
    Diese Liste wo fast 200 Bücher oder so drauf sind *hmpf*
    Danke für den Buchtipp :)
    LG Ela

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    1. Nachdem mein SuB auch beständig wächst, darf das bei euch auch ruhig so sein *g*
      Aber zu dem Buch gibt es nicht nur positive Meinungen, manche sind nicht so überzeugt davon ... aber ich fands genial :)

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  6. Hallöchen,
    schöner Blog und tolle Rezi! Da musste ich gleich mal Leserin werden! Vielleicht magst du ja mal bei mir vorbeischauen: http://garfieldsbuecherecke.blogspot.co.at/ würde mich freuen!
    LG Cornelia

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  7. Hallo :)
    Eine wirklich tolle Rezension! Ich finde das Cover einfach unheimlich schön aber hab mir jetzt noch nie eine Rezension oder den Klappentext durchgelesen - hätte ich längst tun sollen. Das Buch hüpft sofort auf meine Wunschliste.
    Außerdem hab ich bemerkt das ich dir noch gar nicht folge :o Wird sofort nachgeholt! :)

    Ganz liebe Grüße,
    Jasi ♥

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