Sonntag, 2. März 2014

Rezension: Das finstere Tal von Thomas Willmann


Das finstere Tal
von Thomas Willmann

Genre: Historischer Roman


Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 320
Taschenbuch: 9,99 €


1. Auflage: Nov 2011





"Alpenroman, Krimi und Western in einem ..."
als ich das auf dem Cover gelesen habe, war ich neugierig


Zum Inhalt

Die Alpen, Ende des 19. Jhd
Es geht um ein Tal in den Bergen, eine kleine, verschworene Dorfgemeinschaft und ein Geheimnis, das in den finsteren Winkeln dieses Dorfes kauert.
Doch dann wagt sich ein Fremder ins Tal, Greider, der Maler und will ein Quartier über den Winter. Erst ein Säckchen mit klimpernden Münzen stimmt die Dorfoberen, die sechs Söhne des Brenner-Bauern, um und Greider findet bei der Witwe Gaderer und ihrer Tochter Luzi ein Zimmer.
Der Winter kommt über das Tal und schließt es von der Außenwelt ab. Das Dorfleben zieht seine Bahnen und Greider wandert umher, skizziert und zeichnet, bis seine Anwesenheit den Dörflern mehr und mehr zur Gewohnheit wird.

Plötzlich geschieht ein Unfall, die Totenglocke läutet und die Geschichte nimmt Fahrt auf. Ein zweiter Unfall, eine bevorstehende Hochzeit und Rückblicke über das Leben des "Fremden" lassen erahnen, welch grausiges Geheimnis in diesem stillen Winkel seit Jahrzehnten gehütet wird. Eine gnadenlose Rache bricht sich Bahn, um der Gerechtigkeit endlich Genüge zu tun.

Meine Meinung

Es war wohl der urtümliche, dicht gewebte Schreibstil, der mich die ersten 100 Seiten durchstehen ließ. Die Ankunft von Greider, sein bedachter Umgang mit den Dörflern und das eintönige Leben im Tal wurden bis aufs kleinste Detail ausgereizt. Erst als der erste Unfall passiert, nahm die Geschichte Fahrt auf und hat mich richtig gepackt.

Durch die profunden Beschreibungen waren die Charaktere sehr eindrucksvoll, obwohl immer noch etwas offen gelassen wurde, was einen verstärkten Reiz ausmachte. Die Stimmung war atmosphärisch dicht und hat mich immer wieder in ihren Bann gezogen, obwohl ich bei den ersten 80 Seiten oftmals geneigt war, das Buch wegzulegen. Als dann nach und nach die Hintergründe aufgeklärt wurden und es zum offenen Show-down kam, steigerten sich Tempo und Spannung gleichermaßen.

Ein interessantes Szenario und ein perfekter Schauplatz für diese ungewöhnliche Geschichte: Die Einsamkeit, die schneidende Kälte, die wortkargen Dörfler und ein schreckliches Geheimnis, das die Furcht der Gemeinschaft schürt. Sternabzug gibt’s für den langatmigen „Vorspann“.

Da die Handlung in dem derzeit laufenden Kinofilm komprimiert wurde, freu ich mich schon sehr, das ganze auch visuell zu erleben.

Trailer zum Film




Fazit

Ein intensives, bewegendes Lesevergnügen, das sich nach und nach mit Spannung entwickelt und zu einem dramatischen Showdown entfaltet. Die düstere Stimmung zieht einen in den Bann und die einsame Furcht, die dieses Tal heimsucht, schleicht sich auch unbemerkt in das Herz des Lesers. Ein sehr ungewöhnlicher, aber absolut gelungener Genre-Mix.

Bewertung

© Aleshanee


Thomas Willmann
© Thomas Frese, München
Über den Autor:  Thomas Willmann, Jahrgang 1969, lebt als freier Kulturjournalist, Autor und Übersetzer in München.
Das finstere Tal ist sein erster Roman und avancierte bereits kurz nach Erscheinen zum gefeierten und erfolgreichen Geheimtipp.
Quelle: Ullstein Verlag

Kommentare:

  1. Hm, die Geschichte läuft noch zur Zeit auch im Kino oder? So die Story kommt mir sehr bekannt vor.

    LG..Karin..

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    1. Ja, hatte ich auch dazugeschrieben und den Kinotrailer mit dabei ;)

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