Sonntag, 25. Mai 2014

Rezension: "Spiegelkind" und "Spiegelriss" von Alina Bronsky



Genre: Jugend-Dystopie
empfohlenes Alter ab 12 Jahren

Verlag: Arena
Seitenzahl: 304 und 264
Hardcover: jeweils 14,99 €

1. Auflage: Jan 2012 und Jan 2013

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Zum ersten Band

Juli ist 15 Jahre alt, ihre Eltern haben sich scheiden lassen, sie hat zwei jüngere Geschwister, Zwillinge. Plötzlich verschwindet ihre Mutter, scheinbar wurde sie entführt, doch weder die Polizei noch die Familie kümmert sich groß darum.
Zur gleichen Zeit lernt sie auf ihrer Elite-Schule das Mädchen Ksü kennen, sie ist anders, sie ist seltsam, sie ist nicht „normal“.

Jetzt wird es interessant, denn Juli lebt in einer normalen Gesellschaft, mit normalen Leuten, normalen Berufen und „normalen“ Umgangsformen. Hier ist Juli aufgewachsen und das erklärt wohl auch ihre teilweise überzogene naive Art, die ich oft unpassend fand.
Anfangs war ich etwas enttäuscht über die etwas in die Länge gezogene Handlung, da es irgendwie nicht weiterging – der Fokus ist hauptsächlich auf die Einführung in die Gesellschaftsform ausgerichtet, die wiederum sehr interessant ist.
Nach und nach erfährt Juli nämlich, dass ihre Mutter eine Phee ist, ein „phantastisches“ Wesen, das die normalen Menschen fürchten und nur als Schimpfwort in den Mund genommen wird. Jetzt versteht Juli auch, warum die Eltern ihres Vaters und auch ihr Vater selbst regelrecht froh sind, dass ihre Mutter weg ist.
Neben den „Normalen“ gibt es aber auch die „Freaks“, die auffällig sind, mit bunten Haaren, schmuddeligen Klamotten und die getrennt von den Normalen in eigenen Vierteln leben und ausgegrenzt werden.
Erschreckend, dass diese fiktive Gesellschaft unserer gar nicht so unähnlich scheint.

Die Idee an sich hat mir sehr gut gefallen, aber es fehlt mir etwas an Informationen, gerade, was die Pheen angeht – ihre Rolle in dieser Welt ist nicht richtig greifbar. Es gibt viele Andeutungen, die mir leider zu ungenau definiert wurden.
Dass kein bestimmter Ort oder eine bestimmte Zeit, in der diese Geschichte spielt, angegeben wird, finde ich gut. So kann sich jeder Leser selbst reinfinden und es dort spielen lassen, wo es ihm gefällt – es kann überall auf der Welt sein.
Trotzdem ich die Handlung gestreckt fand, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Schade, das Julis Freunde, das Mädchen Ksü und dessen Bruder Ivan zu kurz gekommen sind – obwohl der wichtigste Satz des Buches, wie ich finde, von Ivan kam, nämlich seine Meinung zu der geteilten Gesellschaft: das alle einfach „nur“ Menschen sind.


Sehr interessantes Thema, überschaubare Handlung, zu wenig Hintergrund und zu viele Andeutungen. Ich hoffe, dass sich im zweiten Teil einiges aufklärt :)


Bewertung
 
 



Zum zweiten Band 


ACHTUNG SPOILER
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Die Handlung schließt nicht nahtlos an den ersten Band an.
Drei Monate sind seit dem Tod von Juli´s Vater vergangen und in diesen hat sich einiges getan. Die Freaks rüsten zum Widerstand, Juli hat den geheimnisvollen Wald, in dem sie mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern Zuflucht gesucht hat, in Brand gesteckt und lebt nun frierend und hungernd mit einem verwahrlosten „Rudel“ anderer Kinder (Freaks) auf der Straße.

Der zweite Teil hat mich leider etwas enttäuscht. Ich habe mit einigen Auflösungen gerechnet und nicht wieder mit einer neuen Anzahl loser Fäden. Die verschiedenen Zeitsprünge in der Handlung sind für mich nicht richtig nachvollziehbar – mal sind Tage vergangen, dann scheinen es wieder Wochen oder gar Monate zu sein. Die Entwicklung der Charaktere gefällt mir nicht, wahrscheinlich weil ich andere Erwartungen hatte.
Auch fehlt mir eine befriedigende Erklärung der phantastischen Elemente – ich muss zwar nicht immer alles bis ins kleinste Detail wissen, aber hier hab ich irgendwie das Gefühl, dass es nicht richtig durchdacht bzw. bis zu Ende gedacht ist. Vieles wird angedeutet und offen gelassen – oder vielleicht verstehe ich es auch einfach nicht …

Trotz allem hab ich das Buch zügig durchgelesen in der Hoffnung auf Antworten und auf eine Handlung, die mich mitreißt, deren Weg ich sehen will, aber anscheinend komme ich an Juli und diese Geschichte einfach nicht ran. Schade, denn die Idee an sich fand ich richtig gut!

Bewertung


Zusammengefasst

Thematik: Diffizile Gesellschaftsform in der Zukunft
Schreibstil: flüssig und unauffällig
Charaktere: ungewöhnliche Entwicklung, die ich nicht nachvollziehen konnte
Spannung: konnte mich nicht so richtig packen
Umsetzung: eine interessante Idee, die für mich nicht gut genug durchdacht war


© Aleshanee


© Bettina Fürst-Fastré
Über die Autorin: Alina Bronsky, Jahrgang 1978, war Medizinstudentin, Werbetexterin und Redakteurin bei einer Tageszeitung, bis sie eines Tages ein Manuskript an drei Verlage schickte und auf Anhieb die Zusage bekam. Ihr Debüt „Scherbenpark” gehörte zu den meist beachteten Debüts des Jahres 2008 und wurde für diverse Preise nominiert, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis. Ihr zweiter Roman „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche” stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Die Rechte an Bronskys Romanen wurden in mehr als 15 Länder verkauft, sie erscheinen unter anderem in den USA und Italien. "Spiegelkind" und "Spiegelriss" bezeichnet Alina Bronsky als ihre bisher persönlichsten Bücher.
Quelle: Arena Verlag



Kommentare:

  1. Oh und ich hab grade erfahren, dass eigentlich noch ein dritter Teil vorgesehen war, aber noch nicht feststeht, dass er erscheint ...

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  2. Ich habe das erste Buch auch gelesen und war richtig begeistert. Dann habe ich sehnsüchtig auf Teil 2 gewartet und nach Erscheinen gelesen, dass viele Blogger den Anschlussband nicht so berauschend fanden, daher habe ich das Buch gar nicht mehr gekauft. War wohl wirklich die richtige Entscheidung.

    LG
    Daggi

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  3. Ich lese gerade Teil 2, nachdem ich Teil 1 ok, aber nicht berauschend fand. Bin gespannt, wie es weitergeht und ob sich endlich so manches aufklärt.

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  4. Ich habe auch alle beide Bände im Regal stehen und hab sie gern gelesen...was mich nur ärgert ist, das es wohl auf lange Sicht keinen dritten Abschlussband geben wird. Das finde ich schade....aber das passiert in letzter Zeit mit so vielen Buchreihen :/

    LG Eva

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    1. Ja, das ist richtig doof -.-
      Ich werd jetzt zukünftig wenn möglich warten, bis alle Teile einer Reihe erschienen sind und dann erst damit anfangen, damit mir das nicht mehr passiert. Ist schon blöd wenns eine tolle Geschichte ist, und dann fehlt das Ende

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  5. Ich fand "Spiegelkind" schon nicht so den Pageturner und hatte daher wenig Lust "Spiegelriss" zu lesen. Scheinbar habe ich nicht wirklich etwas verpasst.
    Wünsche dir einen tollen Tag mit viel Sonne
    GLG,
    Mel

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  6. Ich fand diese Reihe wirklich gut und fand, das sie ein spannendes und wichtiges Thema gut auffasste. Allerdings finde ich es schade, das derzeit keine Fortsetzung geplant ist :(

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