Montag, 25. August 2014

Rezension: Grischa (3) Lodernde Schwingen von Leigh Bardugo

Lodernde Schwingen

von Leigh Bardugo

Genre: Fantasy

Band 3 der Grischa Trilogie
Originaltitel: Ruin and Rising
übersetzt von Henning Ahrens

Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 432

1. Auflage: Aug 2014




"Was ist unendlich?", deklamierte sie. 
Diesen Text kannte ich gut. 
"Das Universum und die Gier des Menschen", ergänzte ich. S.229


Zum Inhalt

Die Schlacht von Os Alta ist geschlagen, der Dunkle geflohen und die Macht der Sankta Alina erloschen.
Der Kampf gegen den Dunklen ist zwei Monate her, aber Alina scheint sich nicht zu erholen. Sie steht in der Schuld des Asketen, ohne den sie und viele andere nicht überlebt hätten, doch in der Weißen Kathedrale unter der Erde sitzt sie fest wie ein Vogel im Goldenen Käfig. Trotzdem muss sie durchhalten, für all jene, die an sie glauben.
Der Asket versucht, mit den Gläubigen eine Armee aufzustellen, die der Sonnenkriegerin treu ergeben sind, doch diese ist nur noch von dem Gedanken beseelt, dieser düsteren Festung zu entfliehen und endlich wieder die Sonne zu sehen, Nicolaj zu suchen und den Feuervogel zu finden. Alina wird isoliert, selbst Maljen bekommt sie kaum zu Gesicht. Eine Verschwörung wird aufgedeckt und schließlich wird Alina klar, wem sie wirklich trauen kann. Ein weiter Weg steht ihr bevor und am Ende wird sie wissen, ob das Licht über die Dunkelheit siegen kann.

 "Sie werden ohne Angst in den Krieg ziehen und jubelnd sterben. Es gibt keine stärkere Macht 
als den Glauben, und eine vom Glauben beseelte Armee ist nahezu unbesiegbar." S. 62

Meine Meinung

Das Cover ist passend zu den ersten beiden Teilen wunderschön gezeichnet. Vorne im Buch gibt es wieder eine übersichtliche Weltkarte des Reiches und auf den letzten Seiten kann man im Glossar die Bedeutungen der Bezeichnungen nachschlagen.

Der Prolog "Davor" beschreibt die Ereignisse in wunderschöner Sprache, die Alina, Maljen und die wenigen Anhänger, die in Os Alta überlebt haben, in die Hände des Asketen gebracht haben.
Ab dem ersten Kapitel geht es dann wie gewohnt in der Ich-Perspektive aus Alinas Sicht weiter. Dadurch kann man ihre Zweifel und Beweggründe immer sehr gut nachvollziehen und sie wirkte auf mich in diesem Band stärker und gereifter als zuvor. Sie weiß, dass nur die Vereinigung der Kräftemehrer den Dunklen aufhalten können und tut alles, um das Land und ihre Heimat Rawka von dessen Macht zu erlösen.
Der Asket, in dessen Hände sie gefallen ist, ist ein geborener Anführer, der alles und jeden für seine Zwecke benutzt und es hinter einem falschen Lächeln und gespielter Dramatik verbirgt. Trotzdem will auch er nur, dass sie überleben, jedoch mit dem kleinstmöglichen Risiko.
Maljen, der mir im letzten Band etwas entglitten ist, hat mir hier wieder sehr gut gefallen, ebenso Nicolaj, der einige überraschende Wandlungen über sich ergehen lassen muss. Seine charmante, witzige und listige Art hat dem ganzen oftmals eine erfrischende Note gegeben.
Aber auch die Nebenfiguren, die Gruppe, die sich aus den Überlebenden um Alina gebildet hat, sind mir hier sehr bewusst und klar entgegen getreten und gerade die Dialoge waren auch für mich eine sehr originelle Unterhaltung.
Dennoch bin ich an alle nicht richtig nah herangekommen, was vielleicht an der Ich-Perspektive von Alina lag.

Ich war recht schnell wieder im Geschehen und konnte die Handlungen sehr gut verfolgen und nachvollziehen. Der fiktive und doch so vertraute, ungewöhnliche Schauplatz hat dem ganzen etwas besonderes und düsteres verliehen - es kam mir so vor, als spielte es in einer Parallelwelt von Russland.
In der ersten Hälfte wurde es leider öfters etwas langatmig; es gibt einige Abschnitte, die überflüssig waren und die Spannung gebremst haben. Eine überraschende Wendung ab der Mitte hat wieder frischen Wind in die Geschichte gebracht und gegen Ende wurde es dann richtig spannend.


Zusammengefasst

Thematik: Nur gemeinsam sind wir stark
Schreibstil: bildhaft und flüssig
Charaktere: lebendig skizziert, manchmal etwas zu unnahbar
Unterhaltung: zwischendrin ein bisschen geschwächelt, am Ende aber wieder spannend
Umsetzung: etwas schleppend, außergewöhnliche Ideen, gut durchdachter Hintergrund

Fazit

Ein passender Abschluss der Fantasy-Trilogie, die mit ungewöhnlicher und effektiver Magie einen ganz besonderen Zauber geschaffen hat. Der Schlüssel zum Sieg zwischen Licht und Dunkelheit und die Zweifel und das Verlangen der Mächtigen, diese Kraft zu gebrauchen, war ein Kampf der Jahrhunderte - das Ende umso überraschender mit einem schönen Ausklang. 


Bewertung
 




Die Reihen aus der Grischa Welt
Sollte auch in dieser Reihenfolge gelesen werden


Die Grischa Trilogie
Meine Rezension zu Band 1 - Goldene Flammen 
Meine Rezension zu Band 2 - Eisige Wellen
Meine Rezension zu Band 3 - Lodernde Schwingen

 


Die Krähen Dilogie 
Meine Rezension zu Band 1 - Das Lied der Krähen
Meine Rezension zu Band 2 - Das Gold der Krähen



King of Scars Dilogie
 Meine Rezension zu Band 1 - Thron aus Gold und Asche
Meine Rezension zu Band 2 - Thron aus Nacht und Silber

   
 
 
Illustrierte Märchen aus der Grischa Welt
kann man jederzeit lesen

Rezension zu Die Sprache der Dornen









1 Kommentar:

  1. Ich freue mich schon riesig auf den Abschluss. Und deine rezi macht mich richtig hungrig auf das Buch :D!

    LG Piglet ♥

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