Freitag, 27. Februar 2015

[Kurz]Rezension: Small World von Martin Suter

Martin Suter  |  Small World  |  Roman, Taschenbuch, 432 Seiten | € (D) 12.00 / sFr 17.00* / € (A) 12.40
Neuauflage Jan 2015

Genre: Roman

Thema Alzheimer mit kleinem KrimiPlot

Verlag: Diogenes
Seitenzahl: 336

Taschenbuch: 10,99 €
ebook: 9,99 €

1. Auflage: März 99





Klappentext

Erst sind es Kleinigkeiten: Konrad Lang legt aus Versehen seine Brieftasche in den Kühlschrank. Bald vergisst er den Namen der Frau, die er heiraten will. Je mehr Neugedächtnis ihm die Krankheit – Alzheimer – raubt, desto stärker kommen früheste Erinnerungen auf. Und das beunruhigt eine millionenschwere alte Dame, mit der Konrad seit seiner Kindheit auf die ungewöhnlichste Art verbunden ist.

Meine Meinung

Das Buch lag jetzt recht lange bei mir im Regal und ich bin froh, dass ich es endlich gelesen habe. Ich wusste nicht genau, worauf ich mich einlasse und gerade der Anfang hat mir bei der Frage nicht sehr weitergeholfen. Konrad Lang ist 63 und lebt als Pförtner und Hausverwalter einer großen Villa auf der Insel Korfu. Als die Villa durch sein unbedachtes Verschulden niederbrennt, zieht er in eine kleine 2-Zimmer-Wohnung in der Schweiz, die von Elvira Koch bezahlt wird. Die alte Dame ist Vorstand eines großen Unternehmens und kann es sich leisten, trotzdem fragt man sich natürlich, welche Verbindung zwischen den beiden besteht.

Der Autor erzählt die Geschichte aus der auktorialen Perspektive, was sehr gut gepasst hat. Es wurde oft gewechselt und einmal aus der Sicht von Konrad und dann wieder von Elvira erzählt. 
Man merkt schnell, dass die schon über 80jährige Elvira ein altes Geheimnis hütet, das um keinen Preis ans Licht kommen darf. Während Konrad Lang also mehr und mehr vergisst, was um ihn herum geschieht, tauchen immer mehr Erinnerungen aus seiner frühesten Kindheit auf. Dass das eine Laune der Krankheit Alzheimer ist, wusste ich nicht und ich muss sagen, dass Martin Suter hier sehr behutsam aber auch deutlich den schlimmen Verlauf hervorgehoben hat. Während es anfangs noch um Kleinigkeiten geht, verschlechtert sich Konrad Langs Zustand rapide und es ist wirklich nicht einfach, damit zurecht zu kommen. Weder für ihn, noch für die Angehörigen.

Die ersten Seiten musste ich mich etwas zwingen, weiterzulesen, aber dann hat mich die Handlung doch gefesselt, vor allem das Geheimnis, dass sich hinter der Familie Koch und Elviras Geheimhaltung verbirgt. 

Das Buch wurde übrigens im Jahr 2010 in einer deutsch-französischen Produktion verfilmt, Konrad Lang wird hier von Gérard Depardieu gespielt.

Film Trailer



Fazit

Martin Suter hat hier das Thema Alzheimer sehr realitätsnah und einfühlsam beschrieben. Eingebettet in eine zwar unspektakuläre, aber dennoch fesselnde Handlung, hat mich das Buch positiv überrascht.

Bewertung
 
 


© Aleshanee


Martin Suter
© Alberto Venzago
Über den Autor: Martin Suter, geboren 1948 in Zürich, arbeitete bis 1991 als Werbetexter und Creative Director, bis er sich ausschließlich fürs Schreiben entschied. Seine Romane – zuletzt erschien ›Die Zeit, die Zeit‹ – und ›Business Class‹-Geschichten sowie seine ›Allmen‹- Krimiserie sind auch international große Erfolge. Martin Suter lebt mit seiner Familie in Zürich.

Kommentare:

  1. Hallo,

    das Buch habe ich vor vielen Jahren mal gelesen. An richtig viel erinnern kann ich mich nicht mehr, aber ich weiß noch, dass ich das Thema Alzheimer auch sehr gut dargestellt fand. Es war aber bis jetzt mein einzigstes Buch von dem Autor.
    Das Cover der Neuauflage ist ja auch schön.

    Liebe Grüße, Julia

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    1. Ja, das Thema ist wirklich gut aufgegriffen - und aufgelockert durch den Krimiplot.
      Die Cover find ich jetzt beide nicht so toll ... sagen irgendwie gar nichts aus, ich kann damit nicht viel anfangen ^^

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  2. Hallo Aleshanee =)

    Mit französischen Verfilmungen hab ich immer so meine Probleme, deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass der Film was für mich ist. ABER das Buch steht schon ewig auf meiner Wunschliste. Das werde ich auf jeden Fall lesen. Die Thematik interessiert mich sehr, auch wenn in meinem Umfeld zum Glück bisher niemand erkrankt ist.

    LG
    Anja

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    1. Ich mag französische Verfilmungen auch nicht so gerne, aber da ich das Buch jetzt gelesen habe, werd ich mir den Film wahrscheinlich schon mal anschauen.
      Das Buch hatte ich auch ewig auf meinem SuB - das Thema hat mich schon interessiert. Meine Oma hat zwar kein Alzheimer, aber sowas in der Art, nur andersrum. Sie kann sich an früher überhaupt nicht mehr erinnern, nur an die momentan und gewohnten Dinge. Ist für sie sehr schwer, weil sie genau merkt, wie vergesslich sie ist. Und man merkt auch, dass es immer schlimmer wird.

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