Samstag, 2. Mai 2015

Rezension: Halunken, Tod & Teufel von Alan Bradley

Genre: All Age Kriminalroman

Originaltitel: A Red Herring Without Mustard
Band 3 der Flavia de Luce Reihe

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 350
Hardcover: nur gebraucht erhältlich
Taschenbuch: 8,99 €
ebook: 7,99 €

1. Auflage: Sept 2011

Website zur Reihe





Klappentext

Eigentlich wollte Flavia nur ein paar vergnügliche Stunden auf dem Jahrmarkt von Bishop’s Lacey verbringen, doch dann steckt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Und wenig später wird die arme Schaustellerin auch noch bezichtigt, vor Jahren ein Baby entführt zu haben. Getrieben von ihrer unstillbaren detektivischen Neugier, setzt Flavia alles daran, Fenella von diesem Vorwurf reinzuwaschen. Doch die Zeit drängt, denn irgendjemand scheint wegen des Kidnappings blutige Rache an der alten Wahrsagerin nehmen zu wollen …

Meine Meinung

Also die Cover sind wirklich toll gemacht! Ich liebe ja Scherenschnitte und die Stimmung der Bücher wird da wunderbar transportiert - leicht morbide und mit einer guten Portion trockenem Humor. Der Autor ist sich auch im dritten Band seinem Schema gleichgeblieben. Der Schreibstil ist wirklich was besonderes und aus der Sicht von Flavia eine erfrischende Abwechslung. 

Nur wenige Monate nach dem Mord an dem Puppenspieler stolpert die 11jährige Flavia wieder über eine Leiche. Dieses Mal hält sie auch bewusst Informationen zurück, die der Polizei weiterhelfen könnten, denn Inspektor Hewitt scheint in ihr nicht die hilfsbereite Ermittlerin zu sehen, die Flavia gerne sein würde. 
Der Start war hier anders als in Band 2 gleich mit einigem Rummel verbunden und es gibt einige Hinweise und Spuren, die die kleinen grauen Zellen zum Rattern bringen. In der ersten Hälfte fand ich das Gleichgewicht zwischen dem Tempo der Handlung und Flavias geistlichen Ergüssen gut ausgewogen, ab der zweiten Hälfte war es dann etwas langatmiger und hätte mit mehr Spannung aufwarten können. 

Schön finde ich in dieser Reihe, dass man das Dort Bishop´s Lacey und seine Bewohner immer besser kennenlernt, da fühlt man sich immer mehr zu Hause. Natürlich kommt einem auch Flavia immer näher - ein sehr einsames Mädchen, das nie wirklich tiefe Gefühle erfahren durfte. Der Vater hat sich nach dem Tod ihrer Mutter sehr zurückgezogen, trotzdem weiß sie auf eine verschrobene Art, dass er sie liebt. Ihre beiden älteren Schwestern sind einfach nur ätzend zu ihr und geben ihr das Gefühl, von niemandem gewollt zu sein. Dadurch hat Flavia eine sehr eigenwillige Methode gefunden, mit dieser Ablehnung fertig zu werden: sie flüchtet in die geistige Welt der Fantasie auf eine eher sarkastische Weise und widmet sich mit viel Eifer ihrem größten Hobby, der Chemie. Dadurch wirkt sie sehr erwachsen und natürlich auch äußerst merkwürdig - aber es kommt auch immer wieder das Kind in ihr durch und die Sehnsucht nach Gesellschaft und einer Freundin, der sie sich anvertrauen kann.

Bei der Aufklärung gab es viele Verwicklungen, bei denen man lange nicht so richtig durchblickt, zumindest mir ist es hier etwas schwerer gefallen. Das Ende war aber stimmig und insgesamt gut durchdacht - allerdings hätte man es etwas dramatischer gestalten können, aber das ist halt nicht Flavias Art :D

Zusammengefasst
 

Thematik: Wunsch nach Anerkennung
Schreibstil: flüssig, oft sinnbildlich, mit trockenem Humor
Charaktere: außergewöhnliche Protagonistin, die man immer besser kennenlernt
Spannung: hätte mehr sein können
Umsetzung: hat etwas an Originalität verloren, komplexe Handlung mit wenig Tempo

Fazit

Ein unterhaltsamer dritter Band der Reihe, der stellenweise etwas träge war. Die Wortspielereien des Autors sind einfach köstlich, die Protagonistin herzerfrischend und die Atmosphäre gut gelungen. Bin gespannt auf die Fortsetzung!

Bewertung
 


© Aleshanee


Über den Autor: Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker, die schließlich in der Position des Direktors für Fernsehtechnik am Zentrum für Neue Medien der Universität von Saskatchewan in Saskatoon gipfelte, hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. »Mord im Gurkenbeet« ist sein erster Roman und der in England, USA und Kanada bereits viel umjubelte Auftakt zur Serie um die außergewöhnliche Detektivin Flavia de Luce. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf Malta.

Website des Autors

Flavia de Luce Reihe

1 - Mord im Gurkenbeet
2 - Mord ist kein Kinderspiel
3 - Halunken, Tod und Teufel
4 - Vorhang auf für eine Leiche
5 - Schlussakkord für einen Mord
6 - Tote Vögel singen nicht

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