Montag, 15. Juni 2015

Rezension: Das Mädchen, das verstummte von Hjorth & Rosenfeldt


Genre: Krimi

Band 4 der Reihe Sebastian Bergman
im Original: Den stumma flickan
übersetzt von Ursel Allenstein

Verlag: Wunderlich / Rowohlt
Seitenzahl: 592
Hardcover: 19,95 €
Taschenbuch: 9,99 € (ET Sept 2015)
ebook: 16,99 €

1. Auflage: Okt 2014




Klappentext

Die Familie Carlsten wurde ermordet. Erschossen, im eigenen Haus. Kommissar Höglund von der Reichsmordkommission findet bald heraus, dass es eine Zeugin gegeben haben muss: Nicole, die zehnjährige Nichte der Carlstens. Ihre Fußabdrücke führen in den Wald. Ihre Überlebenschancen schwinden stündlich.
Sebastian Bergman berührt der Fall, Nicole erinnert ihn an seine eigene Tochter. Die jetzt im gleichen Alter wäre. Die er nicht retten konnte. Er setzt alles daran, das Mädchen zu finden. Doch das Nicole wechselt ihre Verstecke planvoll, getrieben von Todesangst. Denn jemand will um jeden Preis verhindern, dass Nicole erzählt, was sie gesehen hat.

Meine Meinung
 

Die ersten 3 Bände sind ja schon eine Weile her, seit ich sie gelesen habe, aber ich hab mich trotzdem wieder schnell in der Geschichte zurechtgefunden.
Auch von diesem Band bin ich absolut begeistert! Die Mischung aus den Ermittlungen rund um den Mord der Familie und die komplizierten Beziehungen zwischen dem Team der Reichsmordkommission waren dieses Mal genau richtig.

Die Autoren behalten ihre auktoriale Schreibweise bei und wechseln oft, manchmal auch mitten im Kapitel, die Perspektive. Was mich allerdings überhaupt nicht gestört hat oder verwirrt hat - es ist ein sehr eigenwilliger und gelungener Stil, der die Situationen und Szenen sehr nahe an den Leser heranbringt.

Vor allem die Gefühle und inneren Konflikte der Protagonisten. Sebastian Bergman ist ja ein psychologisches Wrack, wie man aus den Vorgängern weiß und der Vorfall mit seiner Kollegin Ursula hat ihn noch ein Stück weiter aus seiner Bahn geworfen. Der neue Mordfall konfrontiert ihn noch dazu mit den dunklen Seiten seiner Vergangenheit - und da ist immer noch Vanja. Sein Verhältnis zu ihr scheint sich zu festigen, aber er weiß ganz genau, auf welch wackligen Beinen das steht. 
Aber auch der Leiter des Teams, Torkel Höglund, hat mit einer persönlichen Krise zu kämpfen, Vanja weiß nicht mehr, wem sie trauen soll und Billy steht vor seiner Hochzeit, die seine Freundin My über seinen Kopf hinweg plant. Billys freundschaftlicher Kontakt zu Jennifer ist ihm da eine gelungene Abwechslung und er forscht immer noch danach, was Bergman mit Vanja verbindet.

Obwohl es im Laufe der Handlung so scheint, als würde außer ein bisschen Ermittlungsarbeit nicht viel passieren, spürt man eine unterschwellige Spannung, die immer wieder auflebt. Der Mordfall selbst ist verzwickt und ich konnte super gut miträtseln, wer dahinter steckt.
Natürlich haben sich die beiden Autoren für den Schluss noch eine unerwartete Wendung aufgehoben und sogar auf den letzten Seiten haben sie noch zwei böse Überraschungen parat!

Zusammengefasst
 

Thematik: Wie weit kann man anderen Menschen vertrauen
Schreibstil: flüssig, einfach, auf den Punkt
Charaktere: vielschichtig, außergewöhnlich, immer neue Abgründe tun sich auf
Atmosphäre: ruhig, mit vielen kleinen Spannungsbögen, dramatisches Ende
Umsetzung: sehr gut aufgebaut, explosive Mischung der Charaktere

Fazit

Eine sehr gelungene Fortsetzung um das Ermittlerteam von Sebastian Bergman. Mit einem spannenden Fall und überraschenden Weiterentwicklungen der Figuren konnten sie mich fesseln und ich freu mich, dass im September der nächste Band erscheinen wird.

Bewertung


 © Aleshanee



Über die Autoren

Hans Rosenfeldt, Jahrgang 1964, schreibt Drehbücher, zuletzt für die ZDF-Koproduktion «Die Brücke - Transit in den Tod». In Schweden ist er ein beliebter Radio- und Fernsehmoderator.

Michael Hjorth, geboren 1963, ist ein erfolgreicher schwedischer Produzent, Regisseur und ebenfalls Drehbuchautor. Er schrieb u.a. Drehbücher für die Verfilmungen der Romane von Henning Mankell. Ihr gemeinsames Krimidebüt «Der Mann, der kein Mörder war» wurde ein Riesenerfolg, das Buch erschien in 22 Ländern und stand monatelang auf den internationalen Bestsellerlisten. Der zweite und dritte Band der Reihe um den Stockholmer Kriminalpsychologen Sebastian Bergman, die von Sveriges Television in Kooperation mit dem ZDF verfilmt wird, befanden sich wochenlang unter den Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste.
Quelle: Rowohlt Verlag


Sebastian Bergman Reihe

1 - Der Mann, der kein Mörder war
2 - Die Frauen, die er kannte
3 - Die Toten, die niemand vermisst
4 - Das Mädchen, das verstummte
5 - Die Menschen, die es nicht verdienen (ET Sept 2015)


Kommentare:

  1. Huhu Aleshanee,

    kannte die Reihe bisher noch gar nicht, bzw. habe sie noch nie bewusst gesehen :) hört sich spannend an! werde mir Band 1 gleich mal genauer anschauen. Danke für die Rezi.

    Liebe Grüße, Tanja ☼

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    1. Ich finde die Cover ja so extrem hässlich!!! *lach*
      Aber die Story ist wirklich genial! Die verwinkelten Beziehungen zwischen den Leuten vom Ermittlerteam sind einfach genial, und Sebastian Bergman, der Hauptprota, ist so krank im Kopf, das ist wie durchs SChlüsselloch schauen xD

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  2. Hallo!
    Ich hab´s auch schon gelesen. War wieder spannend, aber mir hat es diesmal nicht ganz so gut gefallen, wie die Vorgänger.
    http://toms-lesewelten.blogspot.de/2015/03/michael-hjorth-hans-rosenfeldt-das.html

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