Mittwoch, 10. Juni 2015

Rezension: Hide Out von Andreas Eschbach


Genre: Jugendthriller
empfohlen ab 14 Jahren

Band 2 Black Out Trilogie

Verlag: Arena
Seitenzahl: 456
Hardcover: 17,99 €
Taschenbuch: 12,99 €
ebook: 10,99 €

1. Auflage: Okt 2011




"Aber Klugheit, das ist etwas anderes als das, was ihr Intelligenz nennt. 
Klugheit sitzt im ganzen Körper. Klugheit muss auch das eigene Herz kennen, 
muss mit der Kraft des eigenen Körpers vertraut sein. 
Intelligenz dagegen sitzt nur im Kopf." S. 233


Zum Inhalt

Die Kohärenz breitet sich immer weiter aus und spinnt ihre Fäden. Immer mehr Menschen fallen dem Netzwerk zum Opfer und Christopher, Serenity, ihre Familien und ihren Freunden fällt es immer schwerer, ihnen zu entwischen.

Christopher, der jüngste und berühmteste Hacker der Welt, sieht keine Chance, gegen diese Übermacht zu bestehen. Aber die kleine Widerstandsgruppe um Jeremiah Jones hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. In ihrem versteckten Camp in der Wüste Nevadas schmieden sie Pläne, sich den "Upgradern" zur Wehr zu setzen, aber sie unterschätzen die Macht und die Mittel ihrer Gegner. Bald müssen sie fliehen und Christopher fällt es immer schwerer, sich dem Einfluss der Kohärenz zu entziehen.

Meine Meinung

Im zweiten Band geht es spannend weiter. Er schließt nahtlos an die Ereignisse aus dem ersten Teil an und der Autor streut auch viele kleine Anspielungen, die die vorherige Handlung in Erinnerung rufen.

Mit der auktorialen Schreibweise kann Eschbach wunderbar zwischen den Perspektiven der Protagonisten wechseln und schafft dadurch einen sehr guten Einblick in die Charaktere und die Handlung. Es liest sich sehr flüssig, bleibt seinem einfachen Stil treu und ich bewundere mal wieder, wie er es trotz vieler technischer Details und dem visionären Thema schafft, alles so eindeutig und klar zu erklären.

Die Idee mit den "Upgradern", die sich durch winzige Computerchips im Gehirn mit anderen Menschen verbinden, ist weit hergeholt und doch hat man den Eindruck, dass solch eine Zukunft möglich wäre. Eine gruselige Vorstellung, die auch sehr anschaulich rübergebracht wird.
Christopher, der seinen Chip noch immer nicht losgeworden ist, hat es nicht leicht, denn er muss sich ständig vor dem Zugriff dieser dominaten Macht wehren. Außerdem hat er keinen leichten Stand in der kleinen Gemeinschaft, denn nach seinem letzten Coup ist das Vertrauen in ihn scheinbar nicht mehr allzu groß. Die Zahl der Upgrader steigt rapide und im Grunde seines Herzens hat Christopher schon aufgegeben - wäre da nicht Serenity. Da er sich in seinem bisherigen Leben immer hinter Computern versteckt hat, ist ihm dieses zwischenmenschliche Gefühl und der intensive Kontakt zu anderen Menschen ein Rätsel, aber er spürt immer mehr, dass Serenity etwas besonderes für ihn ist.

Diese zarten Bande sind nur ein kleiner Nebenstrang der Handlung, trotzdem gefällt mir diese Entwicklung sehr gut. Zum einen, weil Christopher so ein untypischer Charakter ist und zum anderen weil es zeigt, dass selbst in den ausweglosesten Situationen immer noch Platz für die Liebe ist.

Zu der Gruppe gehören auch die 17jährige Madonna mit ihrem Bruder und ihrem Vater, drei Blackfeet Indianer. Hier hat Eschbach einen schönen Gegensatz geschaffen, denn die Traditionen dieses Volkes reichen viele Jahrhunderte zurück und bieten den völligen Kontrast zu unserer technischen Welt. Madonna kann zwar mit den alten Sitten ihres Volkes nicht viel anfangen und hat nur ihre Musik im Kopf, aber es gibt immer wieder kleine Sequenzen mit ihrem Bruder, die auf die ursprünglichen Sinne des Menschen hinweisen. Eine geistige Verbindung zwischen den Menschen, die allein auf Instinkt und den Gefühlen beruht.

An manchen Stellen haben sich für mich die "Zufälle" gehäuft. Wichtige Infos kamen zur genau richtigen Zeit und Jeremias Leute haben einen schier unerschöpflichen Vorrat an Können und Wissen, der für mich etwas unglaubwürdig rüberkam.

Da ich das ebook gelesen habe muss ich noch dazu sagen, dass ich manchmal nicht gleich wusste, aus welcher Perspektive geschrieben wurde. Hier fehlen manchmal die Absätze, wenn es mit jemand anderem weitergeht. War nicht schlimm, aber ist mir doch negativ aufgefallen.

Fazit

Insgesamt ein unterhaltsamer zweiter Band, der einige Überraschungen bereit hält und die Spannung weiter vorantreibt. Mit seiner faszinierenden und erschreckenden Zukunfsversion hat Eschbach ein Thema aufgegriffen, dass hoffentlich niemals, in welcher Art auch immer, Wirklichkeit wird.

Bewertung


© Aleshanee


Über den Autor: Andreas Eschbach wurde 1959 geboren und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Nach dem Abitur studierte er in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler, bevor er sich ausschließlich dem Schreiben widmete. Bekannt wurde er durch den Thriller „Das Jesus Video“, der monatelang auf den Bestsellerlisten stand und erfolgreich verfilmt wurde. Im Sommer 1994 erhielt Andreas Eschbach ein Stipendium der Arno-Schmidt-Stiftung „für schriftstellerisch hochbegabten Nachwuchs“. Im Frühjahr 1995 erschien der erste Erwachsenen-Roman, der auf Anhieb den Literaturpreis des Science Fiction Clubs Deutschland gewann. Alle weiteren Romane wurden ebenfalls mit mindestens einem Preis ausgezeichnet! Seit Mitte 1996 ist Andreas Eschbach als freier Schriftsteller tätig und lebt heute in der Bretagne.
Quelle: Arena Verlag

Website des Autors

Black Out

1 ~ Black Out
2 ~ Hide Out
3 ~ Time Out




Kommentare:

  1. Schöne Rezension :-). A. Eschbach gehört zu meinen Lieblingsautoren und ich mag seine Art, Szenarien realistisch werden zu lasen, d.h. "durchzuspielen", die uns -im Moment - eigentlich unmöglich erscheinen. Hide out steht zwar in meinem Regal, aber ich habe mich noch nicht so recht daran getraut - so viel Computer... ;-). Danke Deiner Rezi habe ich nun aber doch eine bessere Vorstellung und werde in Kürze mit Teil 1 beginnen. LG Birthe

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    1. Dankeschön Birthe!
      Ich mag die Bücher von Eschbach auch total gerne - was dem auch immer alles einfällt!!! :)
      Am Sonntag kommt meine Rezi zu Teil 3, der hat meiner Meinung nach ein bisschen geschwächelt, trotzdem ist die Trio für mich auf jeden Fall gelungen!

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