Mittwoch, 24. Juni 2015

Rezension: Dark Inside von Jeyn Roberts

Genre: Apokalypse

Band 1 der Dilogie
im Original: Dark Inside
übersetzt von Bea Reiter

empfohlen ab: 14 Jahren

Verlag: Loewe
Seitenzahl: 400
Klappenbroschur: 14,95 €
ebook: 9,99 €

1. Auflage: Juni 2012




"Es gibt so viele leere Leute auf diesem kleinen Planeten. Einsame Leute. Wütende Leute. 
Verbittert. Vergessen. 
Sie waren so leicht zu füllen." S. 138


Zum Inhalt von der Verlagseite

Aries kämpft sich nach einem Erdbeben durch zerstörte Straßen.
Clementine überlebt als Einzige ein Blutbad in der Gemeindehalle.
Mason verliert all seine Freunde bei einem Bombenanschlag.
Michael entkommt nur knapp dem Amoklauf zweier Polizisten.

Vier Jugendliche kämpfen in einer postapokalyptischen Welt um ihr Überleben. Sie können niemandem trauen. Nicht einmal sich selbst.

Erdbeben verwüsten ganze Kontinente, zerstören Städte und Häuser. Doch etwas regt sich, was tausendmal schlimmer ist: eine dunkle Kraft, die Menschen in rasende Bestien verwandelt.
Wer nicht befallen wird, kämpft um sein Leben. Keiner kann den Monstern entkommen, denn sie sind mitten unter uns: ein Freund, ein Familienmitglied, ein Kind. Ihre Tarnung ist perfekt.

Meine Meinung

Ich muss gestehen, dass ich hier etwas mehr erwartet hatte.
Am Anfang geht es ziemlich gut los: Erdbeben zerstören die meisten Städte in Amerika, das Stromnetz bricht zusammen und viele Menschen benehmen sich merkwürdig, ja geradezu unheimlich gewalttätig. 

Mittendrin: Mason, dessen Mutter nach einem Autounfall im Krankenhaus liegt und der nur knapp einem Bombenanschlag entkommt. Aries, die durch ein Erdbeben alles verloren hat. Michael, der live miterlebt, dass man wirklich niemandem mehr trauen kann. Und Clementine, die in dem ganzen Chaos nur ein Ziel hat: ihren Bruder zu finden.
Aus der Sicht dieser vier Protagonisten, die kapitelweise wechseln, wird das ganze Ausmaß der Katastrophe ziemlich gut beschrieben und es gibt auch ein paar kleine gruselige Momente. Vor allem auch viel Abwechslung, aber es zieht sich dann auch, weil jeder von ihnen die Situation anders erlebt und alles sehr genau beschrieben wird. Jeder von ihnen versucht auf seine Weise, mit den schrecklichen Ereignissen umzugehen und irgendwie klarzukommen, teils alleine, teils in Gruppen. Manchmal war es auch etwas schwierig, Michael und Mason auseinander zu halten und ich musste zurückblättern, da ich mir nicht sicher war, bei wem was vorher passiert war.
Der Schreibstil hat mir auch nicht so richtig gefallen - es wirkt stellenweise etwas plump und es kommen auch öfters Wortwiederholungen vor, die meinen Lesefluss gestört haben.

Trotzdem bin ich gut in die Geschichte reingekommen und vor allem war natürlich interessant, wie die vier Teenager mit dem ganzen fertig werden, denn Hilfe können sie keine erwarten. Die meisten Menschen sind mutiert - nicht zu tumben Zombies, wie man jetzt vermuten könnte, sondern "einfach nur" extrem brutal und darauf aus, alle, die "normal" geblieben sind, umzubringen. Was genau dahinter steckt weiß man noch nicht genau, aber es wurden einige Andeutungen gemacht, hinter denen eine tolle Idee stecken könnte. Das werde ich dann hoffentlich im zweiten Teil erfahren.

"Ich glaube, die Krankheit ist einfach zu stark geworden."
"Die Krankheit?"
"Die Menschheit." S. 167

Dann gabs allerdings auch einige Gedanken, die meiner Meinung nach überhaupt nicht reingepasst haben, denn niemanden interessiert es, ob ich ein Auto oder Lebensmittel klaue, wenn grade die Welt untergeht und die Menschheit ums Überleben kämpft - oder wenn zwar ein großer Schrank vor die Tür gestellt wird, um die Bösen abzuhalten, die Fenster aber nur mit Vorhängen verdeckt werden ...

Es hat mich zwar stellenweise unterhalten, hätte meiner Meinung nach aber auch um einiges besser umgesetzt werden können.

Zusammengefasst
 

Thematik: Was passiert, wenn die dunkle Seite der Menschen hervorbricht
Schreibstil: einfach, stellenweise etwas ungeschickt 
Charaktere: differenziert und gut rübergebracht
Atmosphäre: mehr Gänsehaut-Feeling erwartet, Spannung nur am Anfang und am Ende
Umsetzung: unterhaltsam, für das Thema aber zu wenig gruselig und der Mittelteil schleppend

Fazit

Die Idee ist natürlich nicht neu - ein Szenario á la Walking Dead auf eine seichte Art, die man besser straffen und dafür mehr Action hätte einbringen können. Die letzten Seiten haben mich aber trotzdem auf den zweiten Band neugierig gemacht!

Bewertung


© Aleshanee


Über die Autorin: Jeyn Roberts, geboren in Saskatoon, Kanada, schreibt Geschichten, solange sie sich erinnern kann. Mit 21 Jahren zog sie nach Vancouver und träumte davon, ein Rockstar zu werden. Stattdessen studierte sie Creative Writing und Psychologie an der University of British Columbia. Nach einem weiteren Studium in England verdiente sie sich ihren Unterhalt als Sängerin, Songwriterin, Schauspielerin, Fahrradkurier und Baumpflanzerin.
Quelle: Loewe Verlag

Website der Autorin

Dark Inside

1 - Dark Inside
2 - Rage Inside

Kommentare:

  1. Guten Morgen Aleshanee,

    eine tolle, ehrliche Rezension präsentierst du uns hier.
    Bei mir sind die beiden Bücher schon etwas her. Band 1 hatte mir ganz gut gefallen.
    Leider konnte Band 2 mich dann nicht mehr überzeugen. Deine Neugier auf die
    Fortsetzung kann ich verstehen. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob du großen Gefallen
    daran finden wirst, wenn du hier schon 2 von 5 Sonnen vergibst.

    Liebe Grüße,
    Hibi

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  2. Guten Morgen :)

    Ich habe auch beide Bände gelesen, ist aber schon eeeewig her :D
    Hatte sie damals als "Strandlektüre" dabei und fand sie eigentlich gut. Halt eher Teeniestyle als TWD ;)

    Na dann bin ich mal auf dein Fazit auf Band 2 gespannt, dieser hier kam ja nicht allzu dolle weg.

    LG und einen schönen Tag an Dich!
    Jacqueline

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  3. Band 2 ist schon gelesen, ich komme mit den Rezis leider nicht immer so schnell hinterher ;)
    Die kommt dann aber übermorgen ^^
    Und ich kann schonmal sagen, dass das Ergebnis ähnlich ausfallen wird - beide Bände hatten unterschiedliche Stärken und Schwächen fand ich, obwohl für mich die Schwächen definitiv überwogen haben

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    1. ja, das Problem kenn ich :D :D

      ok, dann erwarte ich die Rezi mit Spannung, schade, dass die beiden so geloost haben ;)

      LG
      Jacqueline

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  4. Hallo meine Liebe :)

    sehr schöne Rezension mal wieder, auch wenn das Buch ja anscheinend nicht gut war. Danke für deine Ehrlichkeit. Dabei hätte es mich als The Walking Dead Liebhaber auch sehr interessiert... Aber so wie du es beschreibst, lohnt sich das Lesen wohl leider nicht. Auch nicht schlimm, dann darf meine Wunschliste mal durchschnaufen ;).

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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  5. Hallo liebe Aleshanee,

    danke für Deine ehrliche Meinung zum Buch - schade das es bei der Umsetzung der Geschichte etwas gehapert hat. Bin auf Deine Rezi des 2.Bandes gespannt.

    Liebe und sonnige Grüße ☼
    Tanja

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  6. Geschmäcker sind halt verschieden aber ich finde es gut, auch mal andere Sichtweisen zu sehen :)
    Mir selbst gefielen beide Bände richtig gut :)
    Bin gespannt ob Dich der zweite Band überzeugen konnte :)
    LG Ela

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