Samstag, 24. Oktober 2015

Rezension: Winter People von Jennifer McMahon



Genre: Mystery Thriller

Im Original: the winter people
übersetzt von: Sybille Uplegger

Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 400
Taschenbuch: 14,99 €
ebook: 8,99 €

1. Auflage: März 2014




"Wenn Schnee schmilzt und zu Wasser wird, erinnert er sich dann noch daran, 
früher einmal Schnee gewesen zu sein?" S. 28


Klappentext

Durch einen grausamen Mord verliert Sara ihre kleine Tochter Gertie. Ein Brief mit einem uralten Geheimnis hilft ihr, Gertie von den Toten zurückzuholen - für sieben Tage, in denen sie von ihrem geliebten Kind Abschied nehmen kann. Doch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt. Denn manchmal finden die Toten nicht zurück. Und das Grauen hält Einzug in die Wälder von Vermont ...

der englische Buchtrailer



Meine Meinung

Schon der Prolog stimmt sehr gut auf die Atmosphäre ein, die mich in diesem Buch erwartet hat: eine einsame Farm am Waldrand, ein grausames Schicksal und die verzweifelte Hoffnung der Zurückgelassenen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Amelia Larkin hat die Tagebucheinträge von Sara gefunden, Sara Harrison Shea, die im Jahr 1908 den Tod gefunden hat. Doch die letzten Seiten fehlen und niemand ahnt, dass das Grauen seinen Weg in die Gegenwart gefunden hat.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt.
  • Einmal aus der Vergangenheit, die durch Saras Berichten, ihrem Mann Martin und durch ihre Tochter Gertie langsam Formen annimmt. Sie leben auf einer Farm in West Hall, Vermont.
  • Und in der Gegenwart von der 19jährigen Ruthie und der Künstlerin Katherine, die ungewollt in die Ereignisse verstrickt werden.
Sara scheint schon als Kind eine besondere Gabe zu haben. Sie wird durch den Einfluss von Auntie, einer Indianerin, noch gefördert und da Saras Mutter bei ihrer Geburt starb, hing sie in ihrer Kindheit sehr an dieser geheimnisumwitterten Frau. Im Dorf allerdings hat man Auntie gemieden, die nahe der einsamen Felsgruppe wohnte, die von allen nur "Die Teufelshand" genannt wurde - ein verfluchter Ort, so sagt man.
Saras kleine Familie hat schon viel durchmachen müssen und der Tod ihrer Tochter Gertie scheint das zarte Gerüst zusammenbrechen zu lassen. Auch wenn Martin und Sara ein glückliches Paar sind, bleibt vieles zwischen ihnen unausgesprochen. Das macht sie schwach und haltlos und treibt beide auf einen unaufhaltsamen Abrund zu.

In der Gegenwart ist das Dorf West Hall gewachsen. Trotzdem fühlt sich die 19jährige Ruthie hier eingeengt. Das autarke Leben ihrer Eltern hat Spuren bei ihr hinterlassen und sie möchte endlich weg, dem alltäglichen Leben entfliehen und auf ein College weit weg von Vermont. Als ihre Mutter plötzlich verschwindet, kommt sie den Spuren der Vergangenheit immer näher - ebenso wie Katherine, die ebenfalls auf der Suche nach Antworten ist.

Die Atmosphäre hat mich hier sofort eingenommen. Es war jetzt nicht besonders gruselig für mich, hatte aber eine intensive und unheimliche Grundstimmung, die sich durch das ganze Buch gezogen hat. Der Schreibstil war einfach und klar und obwohl recht viele Figuren eine Rolle spielen, war das ganze sehr gut aufeinander abgestimmt, ohne verwirrend zu wirken. Alles war anschaulich und sehr bildhaft und hat mit vielen kleinen Details zu der beklemmenden Atmosphäre beigetragen. Die Spannung ist gegen Ende immer mehr gestiegen und ich war durchgehend gefesselt, was denn wohl als nächstes passiert. Zum Schluss fügt sich alles zusammen und wird entsprechend aufgeklärt.

Die Grundidee erinnert natürlich an Stephen Kings "Friedhof der Kuscheltiere", ist aber neu und sehr gut umgesetzt worden!

Zusammengefasst
 

Thematik: Die Toten sollte man ruhen lassen
Schreibstil: einfach und klar, dennoch anschaulich und intensiv
Charaktere: differenziert, verhängnisvoll, tragisch
Atmosphäre: unheimliche Grundstimmung, eindringlich und spannend
Umsetzung: sehr subtiler Grusel, toller Aufbau und perfekt abgestimmt

Fazit

Eine sehr authentische Gruselgeschichte, die mich beim Lesen völlig für sich eingenommen hat und mich alles um mich herum vergessen ließ. Wer leichte Schauergeschichten mit einem übersinnlichen Touch mag, sollte das Buch auf jeden Fall lesen!

Bewertung
 
 

© Aleshanee

 

Über die Autorin: Jennifer McMahon wuchs in Connecticut auf. Sie hat als Anstreicherin, Farmarbeiterin, Druckvorlagenherstellerin, Pizza-Ausfahrerin sowie in einem Obdachlosenheim gearbeitet und war in der Betreuung seelisch kranker Kinder und Erwachsener tätig. Die Autorin lebt mit ihrem Freund und der gemeinsamen Tochter in Vermont. 
Quelle: Ullstein Verlag 


Das neue Cover



Kommentare:

  1. Ich hab es als Hörbuch gehört und kann Dir absolut zustimmen, was die Atmosphäre betrifft.
    Auch ich war völlig begeistert davon :)
    LG Ela

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    1. Bei Hörbüchern bin ich immer etwas skeptisch, weil ich schon einige erwischt habe, bei denen mir die "Vorlese-Stimme" nicht so gepasst hat. Aber wenn hier sogar diese Stimmung mit rüberkommt, ist das sicher super! :)

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  2. Wow Alex, was eine schöne und ausführliche Rezi.
    Schön bei deiner Werbung in FB musste ich sofort schauen kommen.
    Ich lese in der Regel ja nicht ganz so gruselige Bücher, aber das hier interessiert mich jetzt sehr ^_^
    Vllt lese ich das gemeinsam mit meinem Evil <3

    Danke für die Empfehlung. Ich werde berichten :)

    Lg Sassi

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    1. Dankeschön ♥
      Also so richtig zum Gruseln dass man Angst bekommt ist es nicht - aber das hatte ich auch nicht erwartet. Dafür ist diese subtile, unheimliche Stimmung sehr toll gemacht und genau das richtige jetzt vor Halloween :D
      Also: Unbedingt ausprobieren!!!

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  3. Aaah dieses Buch liegt nun auch schon fast 1 Jahr auf meinem SuB! Und anscheinend völlig zu Unrecht, so gut wie es dir gefallen hat ^^. Vielleicht wäre das ja mal eine Überlegung für deine Halloween Lesenacht ;). Würde auf jeden Fall gut passen, nach dem Eindruck hier. Wundervolle Rezi mal wieder ♥.

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Warte nicht mehr so lange! Diese Woche ist doch genau richtig dafür - oder in der Lesenacht :D

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  4. Hallo Aleshanee,

    freut mich, dass es dir auch gefallen hat. Genau die richtige Lektüre für diese Jahreszeit!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Absolut! Hat mich sehr positiv überrascht :)

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  5. Hallo Aleshanee,

    das Buch habe ich schon vor einiger Zeit gelesen und es ist bei mir auf die Favoriten-Liste gewandert. Ich fand es einfach einzigartig. Es war beklemmend, gruselig und spannend. Genau richtig. ;-)

    LG
    Steffi

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    1. So richtig gegruselt hats mich zwar nicht, aber die unheimliche Stimmung war wirklich toll gemacht - auch die Verstrickung der beiden "Zeiten" war toll! Ich kanns auch nur empfehlen!

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  6. Hallo :)
    eine tolle Rezi. Das Buch habe ich auch vor kurzen gekauft, es lag auf einem Grabbeltisch und da konnte ich nicht dran vorbeigehen ^^ Ich liebe schaurige Geschichten :D

    Liebe Grüße

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  7. Ich denke bei der Lesenacht bin ich dabei :) Das Buch klingt toll!

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