Dienstag, 10. November 2015

Rezension: Erebos von Ursula Poznanski

 
Genre: Jugendbuch - virtueller Thriller

empfohlen ab 12 Jahren

Verlag: Loewe
Seitenzahl: 488
Taschenbuch: 9,95 €
ebook: 9,99 €

1. Auflage: Jan 2010






Erebos ist ein Spiel.
Es beobachtet dich,
es spricht mit dir,
es belohnt dich,
es prüft dich,
es droht dir.
Erebos hat ein Ziel:
Es will töten.


Klappentext

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten.
Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden.
Auch Nick ist süchtig nach Erebos – bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen …

Meine Meinung
 

Der Klappentext verrät ja eigentlich schon recht viel, lässt aber noch genug im Dunkeln, denn man weiß lange Zeit nicht, was hinter diesem ominösen Computerspiel steckt.

Erzählt wird aus der Sicht von Nick, einem typischen 16jährigen Teenager. Er ist im Basketballteam, in der Schule läuft es soweit ganz gut, er hat Interesse an einem Mädchen, Emily, und spielt gerne am PC. 
Man steigt in den ersten Seiten sofort in die Geschichte ein, denn Nick bemerkt, dass sich einige seiner Freunde komisch verhalten und verdächtige Päckchen die Runde machen. Recht schnell kriegt er heraus, dass es sich um eine CD mit dem Online Rollenspiel "Erebos" handelt, über das man aber niemals ein Wort verlieren darf. Nick ist auch bald mit von der Partie, doch dann zieht es sich meiner Meinung nach etwas, denn in der ersten Hälfte des Buches erlebt man das meiste aus der Perspektive von "Sarius", dem Spielcharakter von Nick in der Welt von "Erebos". 
Für Gamer natürlich einerseits eine tolle Sache, für diejenigen, die sich mit Computerspielen nicht auskennen eine gute Art und Weise, sich mit dem Faible anzufreunden, dass online Spieler entwickeln; andererseits für mich etwas zuviel des Guten. Die ganze Zeit hab ich mir nur gedacht, dass ich das Spiel selber gerne spielen und erleben möchte, und nicht darüber lesen ;) 

Dafür wird aber alles wirklich anschaulich erklärt, so dass man schnell ein Gespür dafür bekommt und auch den Reiz erkennt, den so ein Spiel ausmachen kann - ich spreche da aus eigener Erfahrung *g*
Die Problematik der Suchtgefahr wird unterschwellig immer klarer, wobei Nick mir hier manchmal etwas naiv erschien, vor allem als es darum ging, was "das Spiel" von ihm verlangt. Jedenfalls eine sehr eindrucksvolle Warnung, welchen Sog das ganze entwickeln kann; denn in eine völlig neue Welt einzutauchen, in eine andere Rolle zu schlüpfen und sich in einer Gemeinschaft anerkennend zu beweisen sind sicher für viele sehr verlockende Impulse. 
Aber es geht auch um Freundschaften, Ehrlichkeit und Mut - um das reale Leben, das durch nichts zu ersetzen ist. Hier vermischen sich die Grenzen zwischen Spiel und Realität; denn Erebos schickt nicht nur Sarius zum questen, auch Nick muss Aufgaben ausführen, um seinen Spielcharakter am Leben zu erhalten - und diese haben es in sich! Aber würde man tatsächlich etwas verbotenes tun, wenn einem dafür jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird?

Ab der Mitte des Buches ist es extrem spannend und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Aufklärung des ganzen fand ich super, weil man lange rätselt, was sich denn dahinter verbergen kann und ich tatsächlich keinen Plan hatte, wie das funktionieren soll! Trotzdem bleibt am Ende tatsächlich keine Frage offen.
Die "Botschaft", ob man wirklich so sehr in einem Spiel aufgehen kann und diese virtuelle Welt fast schon als real ansieht - da bin ich immer ein bisschen am zweifeln. Ich bin auch jahrelang als Schwert schwingende Druidin rumgelaufen, was mir im realen Leben nicht mal im Traum einfallen würde! ^^ Insgesamt aber natürlich grad für jugendliche Leser, wofür es ja gedacht ist, ein spannendes Vorbild, denn die Gründe und der Einfluss auf jeden einzelnen sind so unterschiedlich wie jeder Mensch eben ist.

Fazit

Ein sehr gut durchdachter und sehr mitreißender Thriller, der mit seinem aktuellen Thema ein großes Publikum anspricht und gerade auch für Jugendliche und Zocker jeden Alters ein spannendes Leseerlebnis bietet ;)

Bewertung

© Aleshanee


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Über die Autorin: Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen Deutschlands und schreibt zudem Thriller-Bestseller für Erwachsene. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.
Quelle: Loewe Verlag

Webside der Autorin

Kommentare:

  1. Ich mochte das Buch auch gerne und gerade umsetzung des Spiels im Buch fand ich mega gelungen. Hätte ich vorher nicht so gedacht, aber eigentlich ist es die beste Art und Weise einem das Spiel auch näher zu bringen. Meine Nichte hat es auch letztens in der Schule gelesen, was ich wirklich gut finde. Nicht nur weil man aus der Thematik viel rausholen kann, sondern es zeigt auch, das Schulbücher nicht langweilig sein müssen.

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    1. Die Umsetzung war wirklich klasse! Und die Spannung in der zweiten Hälfte kaum zu überbieten!
      Aber auch wenn das Spiel an sich sehr anschaulich war und es vielen gezeigt hat, wie sowas funktioniert, war es für mich zum "lesen" nicht ganzi so aufregend ^^

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  2. Hey Alex ;)

    Eine sehr schöne Rezi. Ich wollte auch so gerne selbst zocken. Es hat oft in den Fingern gejuckt ^^
    Das Buch wirkte für mich sehr spannend und aufregend, auf der anderen Seite auch sehr erschreckend und beängstigend. Ich glaube nämlich sehr wohl, dass es genug Menschen gibt, die durch ein Onlinespiel die Realität vergessen können. Und wenn man das vergisst, was würden sie wirklich tun, wenn ihnen das Spiel Dinge in der realen Welt Aufgaben erteilt? Grrrrrr ^^

    Bist du nun auch im Ursula Fieber? Hast du ihre Dystopie Trilogie schon gelesen? ;) Die habe ich mit fest vorgenommen.

    Herzliche Grüße Sasija aus der Tardis <3

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    1. Danke Sasija! :D
      Ja, hab jetzt doch schon einige Bücher von ihr gelesen! Aber die Dystopie fehlt mir noch. Allerdings möchte ich erst noch "Stimmen" lesen, den dritten Band ihrer Krimireihe. Danach kommt dann aber auf jeden Fall die Eleria Trio dran :)

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  3. Hallo und guten Tag,

    eine Buch der extra Klasse immer noch für mich!

    Besonders toll, wie die Thematik "Zocken" und der möglicher Gruppenzwang hier umgesetzt worden.

    LG..Karin...

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    1. Ja, das auf jeden Fall und die Spannung war wirklich extrem hoch! Mein Sohn hats auch gelesen und der fands super :)

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  4. Ich fand Erebos auch total super und hab es innerhalb von 2 Tagen verschlungen. Ich denke schon, dass man so abhängig und süchtig von einem Spiel werden kann, dass man es in der Realität umsetzt. Wir zwei vielleicht nicht, aber die Jüngeren unter uns, sind leichte zu beeinflussen... also ich finde, dass Ursula Poznanski schon ein realistisches Szenario beschrieben hat.
    Auf jeden Fall ein tolles Buch! :)
    LG
    Kathy

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    1. Abhängig in gewisser Weise ja, ich hab ja selber jahrelang gespielt und dann aufgehört, weil es einfach zuviel wurde - und es ist mir nicht (!) leichtgefallen ^^
      Mein Sohn spielt auch sehr viel ... aber ich fands schwierig zu beurteilen, ob er - oder andere Jugendliche - tatsächlich soweit gehen könnten; aber es gibt ja nichts, was es nicht gibt :D

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  5. Hallo Aleshanee,

    "Erebos" hat mich richtig umgehauen, weil ich mir bis dahin nicht vorstellen konnte, dass man ein Computerspiel in einem Buch beschreibt. Ich fand es großartig und es freut mich, dass dir das Buch auch gefallen hat.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Beschrieben ist es auch wirklich gut, so dass sicher auch "Nicht-Zocker" alles sehr gut nachvollziehen können! Ich fands halt am Anfang etwas ... zäh, weil ichs lieber gerne selber gespielt hätte, da kommt wieder die Gier durch xD

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  6. Hey :)

    Ich erinnere mich noch, dass ich nach dem Lesen des Buchs 2011 beinahe angefangen hätte, WoW zu spielen ... Und das mir, wo ich normalerweise mit solchen Sachen eigentlich absolut nix am Hut habe :D. Noch heute ist "Erebos" mein Lieblingsbuch von Ursula Poznanski und wird es vermutlich auch noch eine Weile bleiben :).

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hihi, das dachte ich früher auch und als ichs dann angefangen hab (WOW war mein erstes *g*) konnte ich auch nimmer aufhören, war echt schlimm! Das Aufhören ist mir auch nicht wirklich leicht gefallen ^^

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  7. Liebe Alex :)

    Eine tolle Rezension :) Ich habe direkt wieder Lust das Buch zu lesen (ich glaube in einem Jahr wird es ein ReRead geben ^^) und vielleicht (wie Ascari ^^) wieder mit WoW anfangen :D Ich bin immer wieder begeistert, wie Ursula Poznanski es schafft, dass man seine ganze Umgebung vergisst. Ich habe nun mit ihrer Elaria-Trilogie angefangen und war wieder hin und weg :)

    <3 Dank auch für die Verlinkung :)

    Liebste Grüße
    Eva

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    1. Ja, da kriegt man wieder richtig Lust, deshalb mach ich um sowas eigentlich immer einen großen Bogen - ich weiß, dass ich dafür einfach keine Zeit mehr habe. Leider. Meine Zockerzeit vermisse ich manchmal schon sehr :)

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  8. Hi :-)

    Eine tolle Rezension! Ich habe das Buch vor gut 2 Jahren gelesen und ich kann mich immer noch sehr gut daran erinnern! :-) Falls du die anderen Bücher von Ursula poznanski nicht nicht kennst, kann ich dir auch Saeculum empfehlen! :-)

    Liebe grüsse
    Jessi

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  9. Huhu Aleshanee,

    das ist ja lustig, erst vor kurzem habe ich den Trailer zu diesem Buch bei der "Büchertrailer Wednesday"-Aktion gesehen. *schmunzel* Die Grundidee finde ich schon mal sehr spannend, gerade weil es bei mir in der Umgebung genügend Computer bzw. Spielsüchtige gibt. Vor kurzem habe ich auch von meinem Bruder erfahren, dass irgendein Spieler über 50.000 Euro allein für eine Rüstung im Spiel ausgegeben hat, aber gut ich schweife ab. =D Auf jeden Fall finde ich deine Rezension toll und das Buch hört sich auch echt interessant an. (Muss echt was heißen, wenn ich das zu einem Thriller sage. *schmunzel*)

    Liebe Grüße
    Leni =)

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    1. Liest du normalerweise keine Thriller?
      Ich lese sie eher selten, aber es gibt wirklich richtig gute - die müssen sich ja nicht immer um Serienmörder oder sowas drehen (was für mich dann eh eher ein verkappter Krimi ist ^^). Gerade die Spannung ist hier in der zweiten Hälfte extrem hoch und ich konnte es nicht weglegen - habs in einem Rutsch durchgehabt :)

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    2. Also wenn ich am Abend noch schlafen möchte, dann eigentlich eher nicht. *schmunzel*
      Es kommt dann eben auch darauf an, ob mich der Klappentext noch anspricht und dann greife ich hin und wieder auch mal zu einem Thriller. Ganz oben auf meiner Wunschliste stehen die aber meistens nicht. =') Gerade weil die Meisten eigentlich in die Richtung Serienkiller gehen. ='D
      Wenn in dem Buch nicht unbedingt Leichenteile beschrieben werden und die Geschichte noch einen tieferen Grundgedanken hat, dann bin ich für Vorschlage immer offen. =))

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    3. Ich lese jetzt auch nicht hauptsächlich Thriller, aber zwischendurch schon ganz gerne. Die typischen "Serienkiller" mag ich nicht so gerne, weil es irgendwie immer das gleich ist. Ich mag eher Thriller, die in eine ganz andere Richtung gehen - man kann Thrill ja schließlich auch durch andere Situationen erzeugen.
      "Walled City", "Winter People" oder "Todesengel" z. B. fand ich total klasse ;)

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    4. "Winter People" hast du doch auch schon mal als Trailer beim Buchtrailer Wednesday gebracht, oder? Ich fand es damals schon ziemlich interessant und werde damit vielleicht demnächst mal einen Versuch wagen. =) "Todesengel" sagt mir glaube ich sogar was, aber daran habe ich mich nicht gewagt, weil ich als ich kleiner war immer Fear Street gelesen habe und ein Buch davon hieß auch Todesengel. Eines der gruseligsten Bücher, die ich in diesem Alter gelesen habe. ='D Nach "Walled City" gehe ich jetzt erst mal stöbern. =)) Danke für die Empfehlungen!! =)

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    5. Genau, da hatte ich den Trailer vorgestellt! Das Buch hatte ich erst kürzlich gelesen und das war echt super! Man kriegt jetzt keine Angst dabei, aber es hat schon so eine unheimliche Grundstimmung ;)

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