Samstag, 20. August 2016

Rezension: Wédora von Marcus Heitz

Wédora
von Marcus Heitz

Genre: High-Fantasy
in sich abgeschlossen, evtl weitere Bände geplant?

Verlag: Knaur
Seitenzahl: 608
Taschenbuch: 16,99 €
ebook: 14,99 €

1. Auflage: Aug 2016






Klappentext

Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija.
Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.



Meine Meinung
 

Das war (endlich) mein erstes Buch von Markus Heitz und ich war nach anfänglichem Zögern sehr beeindruckt von der Komplexität, die in dieser Geschichte zu finden ist.

Dazu muss ich sagen, dass mich der Klappentext auf eine falsche Fährte geführt hat: Ich hatte Intrigen erwartet, Machtkämpfe und mehr über die Stadt Wédora als ganzes, bzw. aus "den oberen Rängen". Aber der Autor hat das hier eigentlich sehr geschickt gemacht, denn man lernt Wédora auf eine ganz andere Weise kennen, nämlich mit den Augen der beiden Protas Liothan und Tomeija. Durch sie taucht man in die verwinkelten Gassen und prächtigen Handelsviertel ein, während man nach und nach mehr über kriegerischen Hintergründe und Ränkeschmiede erfährt, in die die beiden unablässig und immer tiefer hineingezogen werden. Als Fremde, die es hierher verschlagen hat und die nur langsam erahnen, welche Vielfalt an Menschen, gesellschaftlichen Konstellationen und ungewöhnlichen Sitten diese Stadt für sie bereit hält.
Sehr schön hierzu auch die kurzen Textquellen, die Markus Heitz als Stadtchroniken, Reiseberichte und ähnliches zwischendurch einblendet.

Ein bisschen vermisst hab ich auch die erwähnten "Fähigkeiten" von Liothan und Tomeija, die zwar immer wieder angeschnitten werden, aber ich nie genau wusste, was es jetzt damit auf sich hat. Ansonsten sind die beiden Figuren aber sehr sympathisch und originell, denn eigentlich passen sie trotz ihrer Herkunft nicht wirklich zusammen, doch eine Verbundenheit aus der Vergangenheit lässt sie über einiges hinwegsehen. 
Liothan ist in seiner Heimat Holzfäller und eine Art "Robin Hood", der es mit den Gesetzen nicht so genau nimmt, während Tomeija als Ordnungshüterin des Barons immer auf der Jagd nach Gesetzesbrechern war.
Der Anfang zog sich für mich etwas, was aber daran lag, dass ich mit einem anderen Aufbau der Geschichte gerechnet hatte - trotzdem hab ich mich gut unterhalten gefühlt! Die Vorgeschichte, wie sie nach Wédora gelangten, zieht nämlich weitere Kreise als sich anfangs vermuten lässt.
Der Schreibstil an sich ist angenehm, flüssig und passt sehr gut zur Handlung. An manche Eigenarten musste ich mich erst gewöhnen, aber das ist wirklich ein ganz persönlicher Eindruck; am Ende war ich jedenfalls sehr angetan von der Erzählweise.

Die Stadt Wédora und die Welt, die der Autor hier entstehen lässt, ist wirklich sehr faszinierend. Vor allem auch die Art und Weise, wie man sie kennenlernt, hab ich dann im Verlauf doch schätzen gelernt. Vorne und hinten im Buch gibt es auch eine Karte, durch die man sich gut orientieren kann und ebenso eine Liste der Dramatis personae und einiger "fremder" Begriffe, die immer wieder im Text auftauchen, die aber leicht einzuordnen sind. Sie geben der Welt eine einnehmende Atmosphäre und auch die Eindrücke werden aus den Sichtweisen verschiedener Figuren sehr greifbar gemacht.  Auch wenn es Phasen gab, die mich nicht so mitgerissen haben, war ich immer in der Handlung drin.

Abwechslung bieten auch die vielen Nebenfiguren, wie Krieger aus den Wüstenstämmen, einzelne Statthalter oder auch die Rebellen, die immer wieder auftauchen und sich entwickelnde Ereignisse, die sich verknüpfen und am Ende allerdings nicht alle aufgelöst werden - was ein Hinweis auf eine Fortsetzung sein könnte. 

Das Cover sieht übrigens im original schöner aus, als es auf dem Foto wirkt -  mit einer glänzenden Oberfläche, die zusammen mit der Schrift wunderbar harmoniert.

Fazit
 

Für mich eine überraschende und durchaus gelungene Reise nach Wédora, eine Stadt inmitten einer tückischen Wüste voller Gefahren. So ganz kam ich an die Geschichte noch nicht ran, aber der angenehme Schreibstil, die abenteuerlichen Figuren und vor allem die vielen Ideen dahinter haben mich überzeugt und ich würde gerne noch eine Fortsetzung davon lesen ;)

Bewertung
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© Aleshanee





Über den Autor: Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Er schrieb über 40 Romane und wurde etliche Male ausgezeichnet. Mit der Bestsellerserie um »Die Zwerge« gelang dem Saarländer der nationale und internationale Durchbruch. Dazu kamen erfolgreiche Thriller um Wandelwesen, Vampire, Seelenwanderer und andere düstere Gestalten der Urban Fantasy und Phantastik. Die Ideen gehen ihm noch lange nicht aus.
Quelle: Knaur Verlag 


Kommentare:

  1. Huhu!
    Ich habe auch noch nie etwas von Markus Heitz gelesen. Aber schon einige Lesungshäppchen genossen und das war nie schlecht. Ich versuche "Wedora" grade beim Buchcasino auf Facebook zu gewinnen. :D
    LG
    Kathy

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  2. Guten Morgen Alex,

    das Buch steht bereits bei mir auf der WuLi und es wäre auch mein ersten "gelesenes Buch" von Markus Heitz. Die "Zwergen-Reihe" hatte ich als Hörbücher gehört und war begeistert. Deine Beschreibungen zu "Wedora" machen mich neugierig und ich glaube, dass es nicht mehr lange auf meiner WuLi stehen wird ;)

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Bei den Zwergen hab ich mal in den ersten Band reingelesen - war mir dann aber in dem Moment fast ein bisschen "zu viel" bzw. war es einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Aber der kommt sicher irgendwann ;)

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  3. Hallo Alehsanne,

    das Buch habe ich auf einer Bahnfahrt in diesem Bahnheft entdeckt und war sofort angetan davon! Deswegen war ich sehr froh, eine Rezension von dir dazu zu finden und immerhin, diese hat mich so neugierig gemacht, dass ich das Buch gerne lesen möchte, es also auf der Wunschliste bleibt. :)

    Liebe Grüße,
    Anna

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    1. Der Schreibstil war für mich halt total ungewohnt.
      Bei manchen Büchern ist man ja sofort drin, hier hat das für mich einfach etwas gedauert ... das ist aber mein ganz eigenes Problem ;)
      Ich fands auch wirklich gut, liest sich aber schon eher nach einer beginnenden Reihe, weil so viel angeschnitten wird, wo noch viel Potenzial zum weitererzählen bleibt!

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  4. Also deine Rezension macht mich wirklich neugierig. Aber ich habe noch 3 Bücher von ihm hier liegen, die muss ich wohl noch abarbeiten, bevor ich mir das neue kaufe. ;)
    Denn Oneiros, Aera und Exkarnation- Krieg der alten Seelen muss ich noch lesen. Aber sind alle angelesen.
    Ja, sein Schreibstil ist einfach super!

    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. An den Stil musste ich mich erst gewöhnen, den fand ich anfangs ... ich weiß nicht. Schon gut, aber eben ungewohnt. Mir fällt da kein anderes Wort dazu ein *lach*
      Ich möchte schon gerne nochwas anderes von ihm versuchen, allerdings keine lange Reihe, da muss ich mal stöbern gehen :)

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  5. Liebe Aleshanee,
    tolle Rezi! Habe das Buch auch noch hier liegen. Bin aber leider noch etwas zögerlich, weil mir AERA von ihm überhaupt nicht gefallen hat :( Werde es wohl in meinem Urlaub lesen. Dann habe ich genug Zeit, mich darauf einzulassen!

    Viele Grüße
    Lisa

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  6. Hallo Aleshanee,

    auch ich habe noch nichts von Markus Heitz gelesen, obwohl ich schon auf einigen seiner Lesungen war. Der erste Teil der Albae-Reihe steht zwar schon zuhause, aber da diese chronologisch richtig gemeinsam mit der Zwergen-Reihe zu lesen wäre, habe ich mich noch nicht ran getraut.
    Wedora spricht mich auch total an. Vielleicht sollte ich mal damit anfangen, um zu sehen, ob mir sein Schreibstil zusagt.

    Liebe Grüße,
    Silke

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