Dienstag, 22. November 2016

Rezension: Lagune von Nnedi Okorafor

Lagune
von Nnedi Okorafor

Genre: Science Fiction
Im Original: Lagoon

Verlag: Cross Cult
Seitenzahl: 408
Taschenbuch: 18 €
ebook: 9,99 €

1. Auflage: Okt 2016









Klappentext

Drei Fremde, jeder durch seine eigenen Probleme isoliert:
Adaora, die Meeresbiologin, Anthony, der in ganz Afrika berühmte Rapper, Agu, der sorgengeplagte Soldat. Während sie über den Strand von Lagos, Nigerias legendärer Mega-City, wandern, sind sie einsamer, als sie es jemals zuvor waren.

Doch nachdem ein Meteorit in den Ozean stürzt und eine Flutwelle über sie hinwegspült, finden sich diese drei Leute auf eine Weise miteinander verbunden wieder, die sie nie erwartet hätten. Sie treffen auf Ayodele, einen Besucher von jenseits der Sterne. Und plötzlich verändert sich die ganze Welt - und sie sind der Schlüssel, die Verbindung zur Rettung allen Lebens.


Der Klappentext spiegelt noch eher wieder, worum es in der Geschichte geht. Die Inhaltsangabe auf der Verlagsseite bzw. auf Amazon suggeriert eher eine Invasion, die die ganze Welt betrifft - aber es dreht sich hier fast ausschließlich um die Charaktere und die eigene Vorstellungskraft, wohin so eine Situation in der Realität führen könnte.

Meine Meinung
 


Auf dieses Buch bin ich durch die begeisterte Rezension bei Astis Hexenwerk aufmerksam geworden! Sie hat so davon geschwärmt, dass ich es mir nochmal näher ansschauen musste - und das Cover finde ich ja mal richtig genial!

Aber auch die Geschichte dahinter klingt interessant, denn die Außerirdischen sind hier alles andere, was wir aus den üblichen Schemas kennen. 

Der Schreibstil war für mich extrem ungewohnt. Sehr kurz und bündig, manchmal wirkte es auch etwas zerstreut, aber dafür sehr deutlich in dem, was Nnedi Okorafor zeigen möchte. Durch Astis Rezension wusste ich, dass es sich um Veränderungen dreht, in jeder möglichen Hinsicht.
Veränderungen haben ja meist einen Auslöser. Auch wenn der Drang dazu schon lange in einem (oder einer Gesellschaft) schlummert, braucht es oft einen gewissen Reiz von Außen, der ihn bewusst macht. Die Bereitschaft dazu steht allerdings auf einem anderen Blatt und jeder Mensch hat Chancen, etwas daraus zu machen - ob er sie nutzt und wie, ist eine andere Frage.

Die Geschichte baut sich nicht langsam auf, sondern man wird direkt mit den Ereignissen konfrontiert, die sich um die vier Hauptprotagonisten drehen. Auf die Beeinflussung der restlichen Welt wird nicht eingegangen, sondern beschränkt sich hauptsächlich auf die Figuren. Dabei beschränkt sich die Autorin aber nicht auf die im Klappentext erwähnten Hauptcharaktere.
Die Meeresbiologin, der Musiker und der Soldat standen hier für mich für das Denken, die Worte und die Taten, mit denen wir viel in Bewegung setzen können. Hier sogar wortwörtlich. Aber es gab auch noch viele Randfiguren, die alle ihren besonderen Platz gefunden haben und zeigen sollten, wie sehr man sich in Menschen täuschen kann, wie sie sich selbst täuschen und wie unterschiedlich sich solch ein Ereignis auswirken kann.
Das Chaos kommt erst später und die Reaktionen darauf sind so verschieden wie die Menschen selbst.

"Wieso siehst du dann aus wie ein Mensch?"
"Fändest du es besser, wenn ich anders aussehe?"
"Warum zeigst du dich nicht so, wie du bist?"
"Menschen fällt es schwer, sich auf jemanden einzulassen, der ihnen nicht gleicht. 
Das ist euer größtes Problem." S. 97

Auch wenn der Auslöser, also die Ankunft der Außerirdischen, nicht die Quelle ist, war es hier der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. 
Die Außerirdische, die sich hier Ayodele nennt, sucht eine neue Heimat für sich und ihresgleichen. Das Erkennen der Menschen verändert auch ihre Sichtweise, denn sie sieht nicht nur gutes, sondern auch viel schlechtes, dass ja tagtäglich überall um uns herum geschieht. Sie möchte gutes bewirken, aber nicht alle verstehen in ihrer Ankunft die Möglichkeiten, die sich bieten.

"Glaubst du, dass sie ein Engel ist?", fragte Chris.
Anthony schüttelte den Kopf. "Kein bisschen, chale. Du musst aufhören,
in Schubladen zu denken, mein Freund." S. 200

Ein bisschen hat mir noch die Direktheit gefehlt bzw. das Ziel, dass ich bei so vielen philosophischen Anspielungen erwartet hatte. Aber ich denke, Nnedi Okorafor wollte gerade die Vielfalt der Verhaltensweisen zeigen, mit der wir uns Tag für Tag auseinander setzen müssen, ohne wirklich darüber nachzudenken und vieles offenlassen, um sich eine eigene Meinung dazu zu bilden.

Fazit
 

Eine sehr ungewöhnliche Geschichte über die vielen Chancen, und den Mut, genauer hinzuschauen und Möglichkeiten wahrzunehmen, sich zu verändern. Mehr darüber nachzudenken, was auf der Welt passiert und einen neuen Weg positiv zu sehen. 
Ob ich alles so richtig nachvollziehen konnte, weiß ich noch nicht. Das ist so eine Geschichte, die man erst wirken lassen muss.

Bewertung
 
http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%20Sonnen



 © Aleshanee



Über die Autorin: Die in den USA geborene Tochter zweier Igbo-nigerianischen Eltern war in ihrer Jugend eine erfolgreiche Tennisspielerin. Doch dann wurde bei ihr Skoliose diagnostiziert und ihre Sportlerkarriere war am Ende. Also begann sie zu schreiben. In ihre Geschichten fließen sowohl ihre westafrikanischen Erfahrungen ein, als auch ihr Leben in Amerika. Zunächst veröffentlichte sie mit Zahrah the Windseeker und The Shadow Speaker zwei Jugendromane, die mit Preisen überhäuft wurden. Für ihr Kurzgeschichte Binti erhielt sie den Nebula-Award.
Quelle: CrossCult Verlag 

Kommentare:

  1. Das Buch habe ich auch bereits zu Hause und freue mich aufs Lesen. Die Autorin ist ja sehr bekannt (geworden) und ich bin froh, dass sie es in die deutsche Übersetzung geschafft hat - auch wenn das Buch reichlich teuer ist.

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  2. Huhu Alex =)

    Das Cover hat mich auf den ersten Blick absolut fasziniert. Wow. Und das Buch klingt zudem richtig interessant. Das muss ich mir unbedingt mal merken.

    Ganz liebe Grüße
    Katie♥

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  3. Huhu
    Das hört sich gut an, aber auch kompliziert ... ich glaube es trifft eher nicht meinen Geschmack. Trotzdem tolle Rezension ^^
    LG Sonja

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  4. Das klingt echt toll. Das werde ich mir definitiv näher anschaun :D
    LG

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  5. Dein Fanzit ist sehr gelungen! Das Buch habe ich auch vor kurzem beendet und es war gar nicht einfach die Gedanken dazu zu formulieren. Es war aber wirklich ein Erlebnis und ich hoffe da kommt noch mehr von der Autorin.

    LG

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    1. Jap, ist ziemlich abgefahren, die Geschichte ^^
      Danke :)

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