Dienstag, 20. Dezember 2016

Rezension: Geheimnis in weiss von J. Jefferson Farjeon

Geheimnis in weiss
von J. Jefferson Farjeon

Eine weihnachtliche Kriminalgeschichte

Original: Mystery In White
übersetzt von Eike Schönfeld

Verlag: Klett-Cotta
Seitenzahl: 282
Taschenbuch: 14,95 €
ebook: 9,99 €

1. Auflage: 1937



Klappentext

An Heiligabend bleibt ein Zug im Schneetreiben in der Nähe des Dorfes Hemmersby stecken. Mehrere Passagiere suchen Zuflucht in einem verlassenen Landhaus. Die Tür ist offen, der Kamin brennt und der Tisch ist zum Tee gedeckt, doch niemand scheint da zu sein. Aufeinander angewiesen, versuchen die Reisenden das Geheimnis des leeren Hauses zu lüften – als ein Mord passiert.


Meine Meinung
 

Also das Buch passt einfach hervorragend in die (Vor)Weihnachtszeit oder eisige Winterabende! Ein Krimi, der mich sehr an Agatha Christie erinnert und den Charme der alten schwarz-weiß Filme ♥ Vor allem das Cover verstärkt diesen Eindruck noch und passt wirklich perfekt zur Geschichte!

Die Charaktere lernt man im Zug kennen, der in einem starken Schneetreiben feststeckt. Ein sehr bunt zusammengewürfelter Haufen, der sich ein Abteil teilt:
  • Ein alter Nörgler, der hauptsächlich eine große Klappe hat
  • Eine Revuetänzerin, die zuwenig Selbstvertrauen hat
  • Ein blasser, junger Mann, der das typische Klischee eines Buchhalters vertritt
  • Ein Geschwisterpaar, das für frischen Wind sorgt
  • und ein Abgesandter der Königlich-Parapsychologischen Gesellschaft
Da der Zug scheinbar länger feststecken wird, beschließt die kleine Entourage gemeinsam zum nächsten Bahnhof aufzubrechen und verläuft sich im Sturm. Zum Glück treffen sie auf ein Haus, das zwar offen, aber niemand vorzufinden ist. Dabei flackert das Kaminfeuer und der Tisch im Salon ist gedeckt. Und natürlich merken die ungebetenen Gäste recht schnell, das mit dem Haus bzw. dessen Bewohnern, etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Eine wunderbare Kulisse mit dem eingeschneiten Haus, von dem es für die nächsten Stunden kein Entkommen gibt. Wirklich gruselig wird es nicht, aber diese mysteriöse Grundstimmung und die lauernde Gefahr wird schon sehr gut umgesetzt und weckt eine angenehme, schaurige Atmosphäre.

Die Charaktere werden alle sehr unterschiedlich beschrieben und zeigen auch völlig andere Charaktermerkmale, was die Situation desöferteren verschärft. Der ältere Mr. Maltby stellt sich als Ermittler heraus, der seinen scharfen Verstand immer wieder unter Beweis stellt, ohne mich als Leser zu früh über alles aufzuklären. Nur langsam kommt man hinter das Geheimnis, das sehr verschlungene Pfade geht. Manchmal war es mir etwas zu konfus und ich musste schon sehr genau lesen, um alles nachvollziehen zu können. 

Der Schreibstil ist wunderbar originell, was natürlich auch an der Zeit liegt, in der das Buch entstanden ist und der Umgang der Personen untereinander wirkt amüsant und echt; zeigt sich sehr passend in den Gesprächen und Dialogen und entwirft ein genaues Bild jedes einzelnen. 
Die Hintergründe zu dem Haus und dem Mord, ja - natürlich wird auch ein Mord aufzuklären sein, wecken die Neugier und haben mich mit der besonderen Atmosphäre wie die kuriosen Gäste regelrecht (im Schnee) versinken lassen. 

 Bewertung
 
 http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%2F5%20Sonnen

 Idee 🌻🌻🌻🌻
Schreibstil 🌻🌻🌻🌻
Charaktere 🌻🌻🌻🌻🌻
Atmosphäre 🌻🌻🌻🌻🌻
Tempo 🌻🌻🌻🌻 
Umsetzung 🌻🌻🌻🌻

© Aleshanee

Über den Autor: Joseph Jefferson Farjeon (1883–1955) verfasste mehr als sechzig Krimis und Thriller im Goldenen Zeitalter der britischen Kriminalliteratur. Für seine Zeitgenossin Dorothy L. Sayers war Farjeon »unübertroffen in der gruseligen Darstellung mysteriöser Abenteuer«. Sein Theaterstück »Number Seventeen« wurde von Alfred Hitchcock unter dem gleichnamigen Titel verfilmt.
Quelle: Klett-Cotta Verlag

So viele Bücher! Leider scheint nur dieses hier bisher auf deutsch übersetzt worden zu sein - ich hoffe ja sehr, dass da noch mehr folgen. Wer näheres weiß: gerne Bescheid geben! :)



Kommentare:

  1. Hallo,

    auch mir hat dieser Krimiklassiker gut gefallen. Er hatte so einen untergründigen Mystery-Effekt, der vor dem Hintergrund seiner Entstehung als sehr spannend anzusehen ist. Wie alte Schwarz-Weiß-Filme zog mich die Handlung in seinen Bann.
    Hier kannst du meine Meinung nachlesen: http://sommerlese.blogspot.de/2016/12/geheimnis-in-wei-j-jefferson-farjeon.html

    Mir gefällt das Cover total gut, besonders vor deinem nachtblauen Hintergrund entfaltet es so richtig seine Winterdunkelheits-Wirkung!
    Neue Wortschöpfung! ;-)

    Liebe Grüße und ein schönes WEihnachtsfest wünsche ich dir,
    Barbara!

    AntwortenLöschen
  2. huhu,

    dieses Buch steht auch auf meiner Liste, hab es mir für die Weihnachtsfeiertage vorgenommen. Eine sehr aufschlussreiche Rezension! Bin schon gespannt, ob es mir auch so gut gefällt, aber ich liebe ja Agatha Christie Bücher und wenn du meinst, dass man dieses damit vergleichen kann, dann kann ja nichts schief gehen ;) Lass dir lg da Tinka vom blog literaturaustausch.blogspot.co.at

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön Tinka!
      Da wünsch ich dir dann viel Spaß beim lesen, wenn du Agatha Christie magst, wird es dir sicher auch gefallen! Schöne Feiertage ♥

      Löschen
  3. Hallo Aleshanee,

    eine schöne Rezension. :) Dises Buch ist mir erst vor kurzem aufgefallen und wandert nun auf meine Wunschliste.

    Vielen Dank für die lieben Weihnachtsgrüße! Ich wünsche dir auch schöne Feiertage und ein tolle Zeit. :)

    Liebste Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen

Ich würde mich über dein Feedback zu meinem Beitrag freuen! Ich beantworte die Kommentare immer direkt oder schreibe dir gerne auf deinem Blog zurück :)

Die aufgeführten Cover und Bilder sind das Eigentum des jeweiligen Verlages bzw. Schriftstellers
oder Rechteinhabers und dienen nur zur Veranschaulichung.