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Samstag, 12. September 2026

LeserStimmen: Welchem Trend folgt die Lesekultur?

 

Jetzt hab ich so lange keine Diskussionsbeiträge mehr geschrieben und das hier ist jetzt der zweite in diesem Jahr ^^ Immerhin :D 

Das Thema brennt mir aber auch schon länger unter den Nägeln, bzw. schwelt es so vor sich hin. Ich meide ja die ganzen Hypes und toxischen Vorwürfe, die auf den social medias grassieren, aber auch ich komme nicht daran vorbei, immer wieder mal etwas aufzuschnappen.

---> Wo stehen wir bei dem heutigen Lesetrend?

  • Wir freuen uns, dass wieder viel mehr Menschen zu Büchern greifen.
  • Es ist schön dass viele Menschen ihre Liebe zu Büchern öffentlich teilen. 

Aber es scheint eben wie meist auch seine Schattenseiten zu haben, denn manches widerspricht dabei völlig meinem Verständnis für Bücher und Geschichten. 
Ich möchte dabei niemandem etwas unterstellen, sondern zeige hier nur die Wirkung, die das ganze auf MEIN Empfinden hat. 

Und dabei stellt sich bei mir das Gefühl ein, dass Bücher zu zeigen eine Form angenommen hat, die einfach nur noch Prestige heißt und in dem üblichem Sumpf des Zeigens, Darstellens und Imponierens versinkt.

Es geht natürlich auch anders, aber ich sehe und höre sehr oft, vor allem auf insta - denn auf tiktok bin ich nicht:

-> viele Bücher, immer 5 Sterne, immer die 3 gleichen Sätze
-> schöne Bilder, keine Meinung
-> immer nur Neuerscheinungen, die sofort wieder in der Versenkung verschwinden
-> eine Überflutung der man mittlerweile nur nachhetzt

Das ist nicht meine Buchwelt. Vielleicht bin ich schon zu alt und da herausgewachsen und ich verstehe das Jungvolk nicht mehr, wie es damals auch meinen älteren Generationen ging. 

Für mich ist Lesen ein eintauchen, ein genießen, ein aufsaugen der Wörter und Geschichten, die mich unterhalten sollen, Spaß machen, die mich in Spannung versetzen sollen oder in Grusel - die mich den Alltag vergessen lassen und die mir fernab der allgemeinen Meinung entweder gefallen oder nicht. Denn natürlich erwische ich auch mal ein Buch, das mir nicht gefällt. 
Kein Konsum, kein Wettbewerb.

Das alles ist für mich bei vielen nicht mehr spürbar. 
Auf den Buchblogs schon. Deshalb trenne ich das auch schon immer ob jemand einen Blog hat oder einen social media Kanal. 
Ich bin allerdings niemand, der alle über einen Kamm schert. Ich weiß dass es viele gibt, die auch ihre social media Kanäle mit viel Liebe pflegen und füllen und wie jeder liest ist mir persönlich egal und kann jeder machen wie er möchte. Mir kommt es nur so vor als gingen diese schönen Blüten zwischen all dem sprießenden Unkraut unter ^^ 
Das klingt jetzt fies, aber die Metapher kam mir jetzt spontan und gefällt mir, die lasse ich jetzt einfach mal so stehen xD

Dazu kommt, dass ich immer wieder höre, wie Verlage von Autoren verlangen, alle 3-4 Monate ein Buch zu schreiben. Was soll das? Wo ist denn da der kreative Prozess? Und bei den Massen an Büchern, warum brauchen wir denn noch mehr Massen? Es gibt so viele Schreiberlinge da draußen, die auch Chancen verdient haben - warum lässt man denn anderen nicht ihre nötige Zeit, um etwas aus dem Herzen heraus zu schaffen? In der Zwischenzeit könnte man ja auch mal anderen die Chance geben? 

Wir werden so übersättigt und dieser negative Kreislauf wird auch noch gefördert - und nicht nur bei Büchern, das ist einfach etwas, das ich in meinem Leben nicht mehr verstehen werde. 

Früher hat sich ein Schreiner noch Zeit genommen um einen kunstvollen Schrank herzustellen - jetzt gibt es nur noch glatte, unpersönliche Massenware; ich finde das nicht schön. 

Zu dem "Massenware Schreiben" finden wir dann auch zum "Massenware Lesen"

Ich hab das in meinem letzten LeserStimmen Beitrag nur kurz gestreift, weil zu der Zeit wieder viele Anschuldigungen hochgekocht sind. 

Nochmal: Mir selber ist es völlig egal, wie jemand seine Bücher liest! 

Ich kann nur nicht nachvollziehen, wie man in eine Geschichte eintauchen und spüren kann, wenn man sie 
  • überfliegt
  • viele Passagen auslässt
  • querliest
  • nur die Dialoge liest
Das sind nicht meine Vermutungen sondern Aussagen von anderen

Ich selbst habe auch Tage, an denen ich ein Buch komplett lese. Auch eins mit 400 Seiten. Wenn es temporeich ist oder extrem spannend und ich Zeit habe passiert das schon mal. 
Ich weiß allerdings nicht, was ich davon halten soll, wenn jemand jeden Tag ein Buch liest. Ich gönne es jedem, denn es ist ein wunderbarer Zeitvertreib, aber für mich ginge da viel verloren. Ich habe ja jetzt schon das Problem, mich an viele Bücher nicht mehr zu erinnern. Mir ist es schon passiert, das ich ein Buch gekauft habe und beim lesen dann feststellte, dass ich es schon mal gelesen hatte vor Jahren. 

Wie gesagt: Jeder wie er mag, aber für mich hört sich das einfach nach Konsum an und nicht nach Genuss.

Jetzt bin ich gespannt auf eure Meinungen. Seid gerne ehrlich, ich kann Kritik vertragen, sonst hätte ich das nicht geschrieben ;) Ich schreibe hier meine persönliche Ansicht und mein Gefühl dazu, das aus meiner Wahrnehmung resultiert. Und ich bin immer offen für andere Meinungen und lasse mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen.

Nachtrag: Tobi hat auf seinem Blog Lesestunden die Zahlen des Buchmarktes auseinander genommen - bzw. gezeigt, dass das Kaufverhalten zurückgeht. Was mich nicht wundert... da helfen halt auch keine schönen optischen Details oder ein farbiger Buchschnitt, wenn es einfach ein zu teures Hobby wird...


18 Kommentare:

  1. Da stimme ich dir vollkommen zu!

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  2. Huhu Liebes,

    Ich stimme dir bei dem Beitrag auch voll und ganz zu. Es wird immer .. mehr eine Welt, in der ich mich kaum noch zurecht finde. Selbst die Verlage verlangen von bloggern immer mehr.
    Klar, ich verstehe das .. große Accounts bringen mehr Reichweite, aber das man unter 2000 Followern nicht mal mehr in Bloggerverteiler aufgenommen wird, ist krass. Oder mindestens 2-4 Beiträge pro Buch Posten muss.

    Bei Tiktok hatte ich letztens einen Post, wo jemand sagte, sie hat 82 (!!!) Bücher nur im August gelesen. Ich kann mir ei Fach nicht vorstellen, dass sie dabei wirklich alles gelesen hat. Es sei denn es waren wirklich dünne Bücher wie z.b. Mangas.

    Und ja, den Beitrag kannst du zum August dazu fügen. In der nächsten Woche poste ich einfach noch ienen Beitrag. *lach*
    Muss nachher nur meinen Titel ändern, wenn ich am Laptop sitze. :)

    Liebe Grüße
    Mella

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    1. Danke für deine Meinung :)
      Ja, die Verlage und wir - das hab ich jetzt mal außen vor gelassen, aber das gehört natürlich auch noch dazu. Denn die Verlage selber wollen ja gar keine ausführlichen Rezensionen mehr wie früher, sondern am besten kurze Videos mit kurzen Sätzen - weil die Aufmerksamkeitsspanne komplett abgenommen hat. Ein Blick - und es muss anziehen, sofort, denn dann wird ja direkt weiter gescrollt... und das wird ja nur gesehen wenn man im Algorithmus weit oben ist...

      Hm 82 im Monat - sorry ne, das glaub ich nicht :)

      Ok, ich hab ihn schon zum August dazu - ich hätte ihn dann nur auch direkt noch in den von nächster Woche gepackt :D

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  3. Hallo Alex, ich war heute auf der Klischee und habe das erste Mal auf einer Buchmesse kein Buch verkauft. 90% waren Romancy, pastellfarbene Cover und englische Titel, teilweise nichtssagend, klingt wohl einfach besser. Keine Ahnung. Mich öden das mittlerweile an und mir vergeht die Lust am Buchkauf. Daher lese ich jetzt meinen SUB. Ich bin mittlerweile aktiver bei instagram und es gibt eine tolle Buchcommunity dort und ich versuche, die Selfpublisherinnen zu unterstützen. Ich denke, ohne permanente Werbung gehen die Bücher wirklich unter. Es mag zwar nerven, dann immer die gepusht Bücher zu sehen aber ohne dies haben die Bücher keine Chance. Da ich jetzt nicht mehr arbeite, lese ich 8 bis 10 Bücher im Monat. Für katabasis habe ich mir eine Auszeit genommen und diese Woche nur gelesen. Das Buch geht nicht nebenher. Nur die Dialoge lesen habe ich noch nie gehört. Irre. Insgesamt bin ich etwas ermüdet von der Flut an Mädchenlektüre aber sollten wir nicht froh sein, dass sie überhaupt lesen? Liebe Grüße Petra, die noch viel älter ist

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    1. Ja, Petra, leider geht es mir auch so wenn ich die Neuerscheinungen durchschaue... so vieles sieht genauso aus: Pastell oder Comicstil mit Pärchen - das ist absolut nicht meine Lesewelt und man muss suchen, um was anderes dazwischen zu finden.
      ABER ich finde auch, dass sich ein Trend abzeichnet, dass doch auch wieder was anderes ausprobiert wird an Geschichten.

      Wie schön! Auf insta gibt es sicher auch eine Menge wirklich toller Buchmenschen die mit viel Liebe ihren Account gestalten! Schön dass du dort solche Kontakte gefunden hast! <3

      Ohne viel Werbung geht leider gar nichts mehr - gerade weil auch diese Massen an Büchern jeden Monat erscheinen.

      Oh Katabasis - ich bin gespannt wie es dir gefällt, das fand ich echt klasse!

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  4. Huhu Aleshanee :)

    Ein spannendes Thema ... und ich kann total verstehen, wenn es dir unter den Nägeln brennt. Geht mir nämlich immer wieder auch so.
    Bei deinen ersten beiden Punkten (mehr Menschen lesen & teilen ihre Bücherliebe) bin ihc ganz bei dir ... es ist eine schöne Entwicklung! Aber es steht eben auch ein "aber" dahinter.

    Auf Insta bin ich nur unterwegs, weil ich einen Account von befreundeten Autoren betreue. Deswegen sehe ich dort eher Autoren-Content, aber es spült auch Blogger immer mal wieder rein. Und das, was dir da aufgefallen ist, habe ich auch schon viel gesehen!
    Vor allem bei den Rezensionen stört mich das extrem, weil kaum mehr Kritiken dabei sind (und da meine ich nicht mal 2 Sterne oder schlechter, sondern eben auch einfach mal 3 Sterne).

    Von der Überflutung brauchen wir gar nicht erst anfangen. Wer soll diese schiere Masse denn auch nur greifen können. Man sieht bei immer mehr Autoren, dass sie bewusst Pausen einlegen, weil der Druck zu viel wird - und das wundert mich gar nicht. Früher wirkte alles etwas ruhiger - Neuerscheinungen konnten reifen und waren nicht 2 Wochen später schon wieder out. Oder man hat mal alle vorgestellt bekommen und nicht nur die 3 overhypten Titel. Die schiere Masse erschlägt mich regelrecht und ich habe dann auch weniger Lust, mich intensiv damit zu beschäftigen.

    Auch finde ich es etwas ... (mir fällt kein vernünftiges Wort ein) ... seltsam, wenn jemand sagt, dass er 30 Bücher gelesen hat. Ja, es gibt Schnelleser und es kommt auch auf die Dicke der Bücher an. Aber dennoch kann ich mir dann einfach nicht vorstellen, dass man wirklich jede Seite gelesen hat. Ist es das, was man will? Ich lese lieber nur 5 Bücher und habe sie wirklich mit aller Aufmerksamkeit konsumiert, als nur auf die schiere Menge zu schauen. Dass ich mir manchmal mehr wünsche, steht da auf einem anderen Blatt.

    Ich finde es auch manchmal schade, dass insbesondere die Großverlage bestimmte Verhaltensweisen "provozieren". Der dauerhafte Blick aufs optische treibt ja einfach nur alle Preise in die Höhe. Der Druck auf die Autoren, die Masse an Büchern, der Fokus auf wenige und der Rest im Portfolio geht unter, die Anforderungen an die Blogger ... stellenweise frage ich mich wirklich, ob ich als Leser (bewusst Leser und nicht Blogger) das eigentlich möchte. Eher nein, wenn ich ehrlich bin. Ich nehme lieber weniger Bücher, keine superoptischen Details und lasse mich einfach in eine Geschichte fallen. Das ist das Hobby, was ich machen möchte. Und tue - mit der Konsequenz, den Großverlagen nicht mehr ganz so viel Aufmerksamkeit zu schenken, auch weniger zu kaufen und mehr zu leihen (oder bei Kleinverlagen & SPlern zu kaufen), bewusst nur für ausgewählte Verlage zu bloggen.

    Es klingt echt alt (und das bin ich nicht^^), wenn ich sage, dass es früher anders war. Und mit früher meine ich vor 10 Jahren, als ich mit dem Bloggen offiziell begonnen habe. Ich vermisse die Zeiten ein bisschen, es war irgendwie ruhiger.
    Aber... um noch etwas positives mit reinzubringen: Unsere Blogger-Bubble hier finde ich super. Die vermittelt mir noch genau das richtige Feeling, auch wenn sich Sachen verändert haben. Aber es macht Spaß und keinen Druck. Es ist unverbindlich.

    Lieben Gruß
    Andrea

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    1. Dankeschön Andrea :)
      Ja, auf insta fällt das halt einfach auf. TikTok hab ich ja nicht und ich möchte gar nicht wissen, was da los ist ... ^^
      Vielleicht wollen sie ja auch keine "schlechten" Bewertungen zeigen, müssen sie auch nicht, aber dann kratzt es halt schon an der Glaubwürdigkeit. Vielen fällt das aber auch gar nicht auf, bzw. hinterfragen sie es nicht. Wenn ich junge Menschen anspreche, die diese Portale ja nutzen, höre ich nur von -> das Buch wurde so gehypt das muss ich haben - und schau mal den schönen Buchschnitt *.*
      Joa, von der Geschichte selbst wird da nix gesagt.

      Ja, unfassbar oder? Da kommt ein neues Buch raus und 2 Monate später interessiert sich keiner mehr dafür! Und 2 Jahre später gibt es das auch nicht mehr zu kaufen sondern nur noch gebraucht! Das hatte ich schon ein paarmal jetzt. Das ist doch krass oder?

      Diese 30 Bücher im Monat ... viele verteidigen sich dann und sagen, sie lesen halt schnell und haben Zeit. Das verstehe ich wenn das 1 x (!!!) so läuft. Aber JEDEN Monat? Jeden Monat jeden Tag ein ganzes Buch? Da fehlt es mir einfach am Verständnis wie das funktioniert und deshalb kann ich das schwer glauben...

      Ich finde auch, dass diese ganzen optischen Zusätze auch nur den Preis steigern - und aber auch Publikum anziehen, die auf das optische abfahren. Aber eben oft hauptsächlich nur auf das optische. Kann aber natürlich auch diese Menschen zum Lesen bringen :)
      Ich kenne "nur Leser" in meinem Alter, die kennen das alles gar nicht. Weder Blogger noch instagram Accounts mit Büchern oder sonstiges, da läuft das noch ganz oldschool mit Mundpropaganda :D Die Anforderungen sind ein Witz ... ich hab ja tatsächlich 1.500 Follower auf insta, das reicht für die meisten Verlage - das meine Posts aber nur von 100 gesehen und von 10 geliked werden, ist dann anscheinend egal *lach*

      Haha, ja unsere Buchbubble von "damals" hat sich gehalten und ich freu mich auch sehr, dass wir hier trotz allem weiter überleben. Und wenn die ganzen insta und tiktoks weg sind, werden wir immer noch da sein xD

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  5. Toller Beitrag, und da muss ich auch unbedingt meinen Senf dazugeben. Mir persönlich fehlt bei vielen aktuellen Werken die Tiefe, und was mich am meisten erschreckt: Wir Leser geben uns damit zufrieden. Verlage publizieren nur noch das, was sich verkauft; irgendetwas Neues zu versuchen, traut sich keiner, lieber das 5687. Romance-Werk herausbringen (Dark Romance, Sport Romance etc.). Auf der anderen Seite verkommen Bücher immer mehr zu Dekoartikeln; stellenweise hat man das Gefühl, der Farbschnitt ist wichtiger als der Inhalt. Auch haben große, teure Modelabel das Thema für sich entdeckt und bringen Designerhandtaschen mit Buchcovern raus. Lesen verkommt immer mehr zum reinen Kommerz, und je schneller sich das Rad dreht, umso besser; was dabei auf der Strecke bleibt, sind kleine Verlage (ohne großes Marketingbudget), noch unbekannte Autoren (die keinen Verlag finden) und Geschichten, auf die man nicht aufmerksam wird oder die gar nicht erst erscheinen.

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    1. Ich kann das tatsächlich gar nicht sagen, weil ich diese ganzen Werke gar nicht lese, die schon so aussehen, als würde ihnen Tiefe fehlen :) Damit tu ich ihnen vielleicht unrecht, aber wenn das Cover so aussieht und der Klappentext zum xten Mal sich gleich anhört, dann möchte ich sowas einfach nicht lesen. Auch wenn es gut sein könnte... Da hat der Markt sich wirklich verheddert. Denn jahrelang immer das gleiche rausbringen in der Hoffnung, die Leser kaufen dann auch jahrelang immer dasselbe ... wobei, es funktioniert ja noch. Mal schauen, wie lange ^^

      Die optischen Hingucker nerven mich auch mittlerweile - es mag ein schönes Beiwerk sein, aber ist einfach völlig unnötig und richtet die Aufmerksamkeit auf das Oberflächliche.

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  6. Was ich noch zu erwähnen vergessen habe: Social Media trägt zu diesem Dilemma bei, denn ein Buch muss schick aussehen, damit man es in Szene setzen kann; noch besser ist es, wenn man sich selbst in Szene setzt, sodass das Buch nur noch eine Randerscheinung ist. Es zählt oft nicht mehr das Buch, sondern die Person, die es präsentiert.

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    1. Ja, das ist ein social media Problem, das nicht nur Bücher betrifft. Also eigentlich ein Gesellschaftsproblem, wo leider viele Menschen ihre Selbstwertgefühl aufpeppen wollen. Das ist schon wirklich sehr traurig :(

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  7. Hallo Aleshanee,

    du sprichst mir mit deinem Artikel auch aus der Seele!
    Für mich hat sich das, nach 10 Jahren abseits der Buch-Bubble, sehr extrem angefühlt bei meiner Rückkehr. Vor allem die Social Media - Präsenz von vielen Bloggerinnen. Mir fällt es sogar teilweise schwer, manche überhaupt als Bloggerinnen zu betiteln.
    Es ist alles eine riesige Marketing-Maschinerie, vor allem zwischen Verlagen und den Repräsentanten ihrer Ware. Anfangs war ich etwas überfordert, dann habe ich mich ein bisschen anstecken lassen, was die wunderschönen Farbschnitte betrifft. Allerdings war das nur so ein kurzes "haben wollen Abschweifen", denn man begreift doch sehr schnell, dass da leider meistens nur massentaugliche Geschichten für die Zielgruppe der jungen Frauen produziert werden. Das überschwemmt gefühlt all die anderen - auch wirklich guten Geschichten - die man dann mühsam suchen, bzw. finden muss, wenn man mit diesem Trend nichts anfangen kann. Nicht falsch verstehen: Natürlich kann jeder lesen, was er möchte. Es ist nur schwerer geworden, sich aus all den erscheinenden Büchern das rauszusuchen, was (für mich persönlich) wirklich gut sein könnte.
    Und wirklich schlimm finde ich auch das "Verfallsdatum" von Büchern. Wie du schon sagst, nach zwei Jahren sind manche Bücher nur noch gebraucht zu bekommen, das ist in meinen Augen völlig verrückt.

    Ich habe für mich inzwischen einen Weg gefunden, wie ich damit umgehe und kaufe viel mehr gebrauchte Bücher, weil manche Autoren inzwischen unterrepräsentiert sind, vor allem solche, deren Geschichten mir etwas geben, mich nachdenken lassen und mich nach dem Ende der Lektüre auch noch beschäftigen.
    Natürlich ziehen bei mir auch Neuerscheinungen ein, aber die suche ich inzwischen sehr überlegt aus.
    Diese ganze Flut an ständigen Neuerscheinungen überfordert mich. :D

    Lesetempo ist für mich gar kein Thema, weil ich oft wegen Muskelschmerzen lange für ein Buch brauche. Aber auch früher habe ich, je nach Buch, in der Regel 2-3 Tage gebraucht um es durchzulesen. Diese Zahlen, die du da genannt hast, sind mir auch sehr suspekt. :D

    Wirklich schön und sehr treffend, wie du deine Gedanken zu diesen Themen geschrieben hast!

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    1. Zu schnell abgeschickt, denn natürlich wünsche ich dir noch einen schönen Sonntag!

      Liebe Grüße
      Andrea

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    2. Ja, liebe Andrea, ich denke dass das vor allem für "uns alte Hasen" schwer ist, diese Entwicklung positiv zu sehen. Wir haben das ganze eher zeitloser und geruhsamer erlebt und müssen nun diese Schnelllebigkeit irgendwie verstehen.
      Social Media Kanäle hab ich persönlich noch nie als Blog bezeichnet. Ein Blog ist ein Blog - das andere sind Facebook Seiten, Insta Accounts oder sonstiges... wobei, wie gesagt, auch auf diesen Seiten gibt es viele Menschen die mit viel Liebe ihre Beiträge gestalten und viel Inhalt zeigen.

      Diese Massenware für bestimmte Zielgruppen (Romance, Pastellfarben, eher seichtere / leichtere Inhalte) ist auch nicht meins und einfach schade, weil es für mich zwar schon nach Mehrwert aussieht, weil es vielleicht Menschen zum Lesen bringt, die es vorher nicht gemacht haben, aber alles andere aus den Augen zu verlieren ist dabei natürlich schon doof.
      Das ist genau der Knackpunkt. Damit bringen die Verlage Leser wie uns dazu, gebrauchte Bücher zu kaufen bzw. ältere Bücher - und jammern dann dass die Verkaufszahlen zurückgehen. Ich hoffe sehr dass jetzt eine Kehrtwende kommt. Irgendwie hab ich das Gefühl, es tut sich was :)

      Dir auch einen wunderschönen Sonntag!

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  8. Hallo liebe Aleshanee,
    ui, die "Anschuldigungen" sind an mir vorbeigegangen. Ich denke schon, dass es Leser gibt, die die Geschichten nur überfliegen. Es wird mit Sicherheit auch Leser geben, die nur darauf aus sind neue Bücher zu kaufen und möglichst viel Content zu schaffen. Krass fand ich aber den Punkt: Leser, die nur die Dialoge lesen. Geht sowas überhaupt? Interessante Idee :o)

    Ich gehöre zu den LeserInnen, die tatsächlich noch alles lesen. Sicherlich kann es schon mal passieren, dass mein Gehirn beim Lesen langatmiger Stellen oder auch bei spicy Szenen in andere Richtungen abschweift. Das ändert aber nichts daran, dass ich dennoch jedes Wort lese (wenn aber vielleicht auch nicht unbedingt abspeichere ;o)).

    Was Instagram betrifft, sehe ich das etwas anders als du. Ich setze Instagram mit Bildern in Verbindung. Für mich geht es hier im Fokus darum gute Bilder zu machen und zu zeigen. Wenn ich mehr lesen möchte, dann suche ich mir eher Blogs. Aber ich verstehe schon, was du meinst. Natürlich ist es auch schön, wenn man hier Input bekommt. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich Instagram eher aufsuche, um mich von Bildern inspirieren zu lassen.

    Nicht von der Hand zu weisen ist, dass wir in einer Welt leben, in der alles schneller geht. Ich bin auch ein Mensch, der gerne die zwei Seiten der Medaille betrachtet. Der Vorteil liegt natürlich daran, dass man die Zeit anders nutzen kann. Man kann mehr Eindrücke sammeln. Und Zeit für Dinge, die man machen muss, mit den gegebenen Mitteln kürzen. So kann man sich besser auf das fokussieren, was man gerne machen möchte. Aber natürlich ist es dann auch wieder verführerisch auch hier schnell zu handeln/zu arbeiten.

    Ich sehe es so: Nimmt man sich für etwas Zeit, dann merkt man das dem Ergebnis auch an. Zurück zu deinem Beitrag: Das trifft z.B. auch auf die Bücher zu. Möchte ich Bücher lesen, die unter Zeitdruck geschrieben wurden? Eher nicht. Möchte ich etwas lesen, mit dem der Autor oder die Autorin letztlich voll zu frieden ist und auf die sie/er auch mit Stolz zurückblicken kann? - Auf jeden Fall!

    Ich danke dir für diesen wirklich schönen Beitrag, der zum Nachdenken anregt.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Naja, so wirklich sind es an sich ja keine "Anschuldigungen" :) Es sind einfach Aussagen die ich immer wieder lese oder gesagt bekomme und die mich wirklich überlegen lassen, wo das hinführen soll...

      Um schnell neue Bücher zu bekommen oder jeden 2. Tag etwas neues zu präsentieren werden dann eben oft diese Geschichten nur überflogen, weil natürlich die Zeit fehlt sich intensiv damit auseinander zu setzen. Das wirkt dann auf mich einfach "falsch" oder "nicht echt".

      Ja, ich überfliege auch schonmal eine Szene ... wenn ein Kampf 20 Seiten dauert dann überfordert mich das auch, oder Sexszenen muss ich jetzt auch nicht im Detail so genau lesen wenn es sich ewig hinzieht, aber sowas ist bei mir ja eh total selten. Es geht ja auch nicht um die Ausnahmen, sondern um die Regel.

      Der Ansatz mit Insta ist super! Denn du hast absolut recht, dass sich Insta an sich ja um Bilder dreht. Da hatte ich wohl jetzt immer einen verdrehten Gedanken im Kopf, dass dort eben auch genauso viel Kontext sein sollte wie auf einem Blog. Was aber vielleicht daher kommt, dass der Eindruck entsteht, alles "gleich" zu sehen. Dabei ist aber "gleichwertig" gemeint.
      Ich guck mir dort auch immer nur die Bilder an ;) Zum lesen bleibe ich bei den Blogs.

      Ja, genau. Dieser Druck, alles schnell zu machen, schnell zu schreiben, zu veröffentlichen und sofort mit dem nächsten anzufangen ... warum? Es gibt genug Schreiberlinge und genug Bücher - die auch mehr gekauft würden, wenn keine so Massen produziert werden würden.
      Wenn nur 10 Bücher im Programm sind werden diese auch öfter gekauft, als 1000, da verteilt sich das. Ist eigentlich recht einfach... genauso wie mit dem immer teurer werden, das kann sich einfach nicht mehr jeder leisten sich ständig neue Bücher zu kaufen.

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  9. Hallo Alex, nochmal ein Beitrag. Ich habe gerade die Zeitung gelesen und den Artikel über das chaotische Abschneiden der Deutschen bei der Pisa Studie. Da wurde auch erwähnt, dass einfache Zusammenhänge nicht mehr hergestellt werden können und logischer Aufbau nicht mehr verstanden wird. Bei 90% der Bücher, die ich gestern gesehen habe, geht es nur noch um Romantik, enemy to lover und so Zeugs. Kein ernsthafter Inhalt mehr. OK, jetzt kann jeder sagen, Du hast ja keine Ahnung, Du liest das ja nicht. Aber ich habe sicher 20 Klappentexte gestern gelesen, im Kern waren die alle gleich. Ich möchte das nicht.
    Dazu kam die Aussage, dass Eltern ihren Kindern nicht mehr vorlesen. Akademikerfamilien können sich Bücher leisten. Eine Verkäuferin, die 50 Stunden die Woche in Schichten arbeitet, oft auch Samstags, hat keine Zeit und kaum Geld für Bücher. Die Schiene zwischen arm und reich klafft immer mehr. Und Farbschnitt und das ganze Outfit macht die Bücher noch teurer. Remittenden kosten auch schon 5 Euro. OK; es gibt Büchereien aber ein Buch leihen oder ein Buch besitzen sind völlig verschiedene Dinge. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Zum Glück hat meine Mutter auch gerne gelesen. Ich habe Taschengeld gespart. Baby gesittet, Reklamezettel ausgetragen und alle in Bücher und Platten gesteckt. Heute sind Bücher Einheitsbrei. Damals war jedes Buch ein Schatz. Und ich bin froh, dass ich viele der Bücher noch besitze und jetzt die Zeit habe sie zu lesen.
    Dazu kommt, dann in vielen der Bücher die Geschlechterollen wieder in das alte Muster fallen. Ich hatte ja schon einmal erwännt, dass ich auf der LBM total schockiert war, dass ein Verlag mit sexueller Gewalt Werbung gemacht hat. Ein kniendes Hausmädchen und der Hausherr hält ihr eine Waffe an den Kopf und noch mehr so Kram. Und da standen 14jährige Mädels. Auf der einen Seiten nach der Gleichberechtigung der Frau schreien und auf der anderen Seite Bücher lesen, in denen die Frau wieder ein Objekt wird, Ich finde das sehr beängstigend. Hier wäre echt eine Altersfreigabe angebracht. Das Weltbild wird immer mehr verzerrt.
    Ich lese vermehrt SelfpubliherInnen, weil diese Schreibenden mehr Mut haben (dürfen) und wirklich tolle Geschichten schreiben. Ich habe ja auch meinen Blog aber auf Instagramm bekomme ich mehr Resonanz, weil viele keine Lust haben, extra auf den Blog zu wechseln. Dafür ist die Resonanz bei Facebokk mittlerweile gleich Null.
    Eine Akkreditierung für die FBM für kleine Blogs gibt es j auch nicht mehr. Erst ab 2000 Follower. Hier wird auch das falsche Signal gesetzt. Masse statt klasse. Sehr schade.
    Schönen Sonntag und sorray für das Frust ablassen.
    LG Petra

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