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Samstag, 28. Oktober 2017

Rezension: Hex von Thomas Olde Heuvelt

Hex 

von Thomas Olde Heuvelt


übersetzt von Julian Haefs
Genre: Horrorroman

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 432
Taschenbuch: 12,99 €
Ebook: 9,99 €

1. Auflage: Okt 2017



"Magie existiert in den Köpfen derer, die an sie glauben, 
und kann nicht an ihrem tatsächlichen  Einfluss auf die Realität gemessen werden." S. 142

Klappentext
Black Spring ist ein beschauliches Städtchen im idyllischen Hudson Valley. Hier gibt es Wälder, hier gibt es Natur - und hier gibt es Katherine, eine dreihundert Jahre alte Hexe, die den Bewohnern von Black Spring gelegentlich einen kleinen Schrecken einjagt. Dass niemand je von Katherine erfahren darf, das ist dem Stadtrat von Black Spring schon lange klar, deshalb gelten hier strenge Regeln: kein Internet, kein Besuch von außerhalb oder Katherines Fluch wird sie alle treffen.



Meine Meinung
Eine Hexe, ein uralter Fluch und ein Städtchen, dass seit Jahrhunderten damit leben muss. Eine ziemlich coole Idee vor allem auch, weil es sowas an sich ja tatsächlich geben könnte ... wenn man an so etwas glaubt - aber da nie etwas an die Außenwelt dringt, wer weiß? :)

Der Anfang ist noch relativ harmlos, fast wirkt es, als wäre es für die Bewohner von Black Spring ein kleiner Makel, mit dem man sich arrangiert hat, etwas, das man sogar belächelt, wohl auch, um der grauenvollen Situation irgendwie Herr zu werden. Denn sie alle müssen irgendwie damit Leben. Es dauert auch ein bisschen, bis das Ganze an Fahrt aufnimmt, wobei der gruselige Aspekt allerdings immer wie ein Damoklesschwert über dem Dorf schwebt.
Aber im Laufe der Handlung kristallisiert sich immer mehr raus, wie sehr dieser Fluch die Menschen beeinflusst. Schon seit jeher gibt es eine Notverordnung und strikte Regeln, an die sich alle Bewohner zu halten haben: zu niemandem außerhalb ein Wort über die Hexe, kein Kontakt zur Hexe selbst und noch einiges mehr. Natürlich ist das für die Jugendlichen in der heutigen Zeit der weltweiten Verbindungen eine schwierige Gratwanderung und es ist wohl nur eine Frage der Zeit gewesen, wann in den Köpfen der jungen Leute Ideen auftauchen, die endlich aus diesem verhängnisvollen Fluch ausbrechen wollen. 

Eigentlich scheint die Hexe tatsächlich relativ ungefährlich zu sein, was daran liegt, dass ihre Augen und ihr Mund irgendwann in der Vergangenheit zugenäht wurden - und sie so keine Möglichkeit hat, ihr Verderben mit Verwünschungen oder dem bösen Blick zu verbreiten. Allerdings wirkt es schon recht unheimlich, da sie immer und überall und jederzeit auftauchen kann. Obwohl sie nichts tut und meistens einfach nur da steht, kann ich mir gut vorstellen dass es bei dem Anblick nicht einfach ist, nebenher seine gewohnten Alltagstätigkeiten zu verrichten. Vor allem, wenn sie plötzlich im Hausflur oder im Keller steht wenn man so gar nicht damit rechnet. Oder im Schlafzimmer.

Natürlich bedeutet das ganze auch eine organisatorische Meisterleistung der Geheimhaltung, wofür die sieben Mitarbeiter von "HEX" zuständig sind. Denn natürlich verirren sich auch Wanderer in die Gegend, Besucher von außerhalb etc., die nichts davon mitkriegen dürfen. Der Fluch beinhaltet nämlich noch einiges mehr, aber darauf möchte ich nicht näher eingehen: lest es selbst ;)

Wichtige Charaktere sind vor allem
Katherine von Wyler, die Hexe
Tyler Grant, ein jugendlicher Freigeist mit einem YouTubeKanal
Jocelyn und Steve, seine Eltern
Robert Grim, der Sicherheitschef von HEX
Jaydon Holst, ein Draufgänger, dem man nicht trauen kann
Griselda, seine Mutter

Sie alle spielen eine wichtige Rolle bei den Ereignissen und während anfangs alles noch recht unverfänglich erscheint, baut der Autor immer mehr Spannung auf. Die Hexe ist dabei nicht immer im Mittelpunkt, denn vor allem das unberechenbare Verhalten der Menschen aus Black Spring macht einen Großteil der erschreckenden Entwicklungen aus. Die ständigen Einschränkungen, die Traditionen, das "Eingesperrtsein", der Zwang, sich allen Regeln unterzuordnen und die ewige Präsenz des Aberglaubens bringt das Fass irgendwann zum Überlaufen und die Ereignisse überstürzen sich.

 "Hast du eine Ahnung, womit ihr euch anlegt?
Wir sind eh schon ziemlich angeschissen, aber die Größe dieses Scheißhaufens 
ist noch mal ´ne ganz andere Hausnummer." S. 167

Ich war jedenfalls von Anfang an gefesselt; der Schreibstil tut sein übriges, denn der Autor schafft es hervorragend, die Stimmungen rüberzubringen und dabei alles bildlich im Kopf entstehen zu lassen. Besonders schön auch die Sprache bzw. Dialoge der Jugendlichen. Die Atmosphäre ist durchweg düster, auch wenn immer mal wieder eine kleine Verschnaufpause eingelegt wird oder eine witzige Situation entsteht: das Grauen ist hier immer präsent. Vor allem am Ende gipfelt das Ganze in einem schrecklichen Fiasko, das man so sicher nicht erwartet hatte.
Hierzu sollte man übrigens das Nachwort lesen, da stehen einige interessante Details ;)

Ein paar Kleinigkeiten waren logisch nicht ganz so stimmig, aber vielleicht hab ich es auch anders aufgefasst - wobei man bei dem Thema ja auch nicht immer alles so theoretisch betrachten darf ... im Endeffekt hat es an meiner Meinung auch nichts geändert.

Bewertung

 http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%2F5%20Sonnen

© Aleshanee

  Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 

spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.
 

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Über den Autor: Thomas Olde Heuvelt wurde 1983 in Nijmegen, Niederlande, geboren. Er studierte Englisch und Amerikanistik an der Radboud Universität Nijmegen und an der University of Ottawa in Kanada, wo er ein halbes Jahr lang lebte. Seine Kurzgeschichte "The Day the World turned upside down" wurde mit dem Hugo Award ausgezeichnet, andere Kurzgeschichten wurden für den Hugo Award und den World Fantasy Award nominiert. Sein Horrorroman „Hex“ landete in den Niederlanden auf der Bestsellerliste.
Quelle: Heyne Verlag





16 Kommentare:

  1. Hi :D

    Das war für mich auch DAS Halloweenbuch dieses Jahr, ich fand die Story echt krass und echt gruselig! :D Das Buch hat mich echt bestens unterhalten! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Jaaa, die Geschichte war wirklich grandios verpackt und aufgebaut ... gerade anfangs wirkte es ja noch so harmlos, fast schon lustig, aber dann! Etwas gruseliger hätte es aber gerne noch sein dürfen ^^

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  2. Guten morgen,
    also mich hat das Buch neugierig gemacht. Ich denke, ich werde mir dieses wohl zulegen. Genau die Art von Büchern mag ich :-)
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

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    1. Wie schön! Und ich bin sicher: du wirst es nicht bereuen xD

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  3. Ich fand das Buch wirklich großartig. Und um noch etwas zum Nachwort zu sagen: Ich bin auf der Suche nach einem Niederländer mit dem ich reden kann.
    Vielen Dank für Deine Rezension.
    LG Anja

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    1. Ich auch!!! Wenn du wen findest, unbedingt Bescheid sagen! :)

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  4. Hallo Aleshanee,
    "Hex" habe ich das erste Mal auf der FBM dieses Jahr entdeckt und direkt auf meine Wunschliste geschrieben.
    Nach deiner Rezension will ich es unbedingt bald lesen. Es hört sich einfach soo gzt an und ist genau mein Genre.
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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    1. Na das freut mich sehr! Da wünsch ich dir dann ganz spannende und gruselige Lesestunden mit der Hexe ;)

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  5. Hallöchen :)

    Vielen Dank für diesen tollen Buchtipp!! Ich suche schon lange solche gruseligen Geschichten, perfekt für Halloween :D

    LG und einen schönen Sonntag
    Steffi

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    1. Genau richtig jetzt um die Jahreszeit - und für Halloween sowieso :)

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  6. Hey!

    Ich hab das Buch bei dir in FB gesehen und schon das Cover hat mich echt angesprochen! Das sieht mal anders als, als die üblichen Gruselcover.
    Deine Rezension macht mich leider nun noch neugieriger und das Buch landen mal auf meiner WuLi. Es klingt nach einem pefekten Halloween-Buch, aber da bin ich wohl zu spät dran. :-D

    LG
    Tilly

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    1. Ja, das Cover hatte mich auch angefixt *g*
      Und es ist wirklich toll - eine sehr gut durchdachte Geschichte! Der Gruselfaktor könnte zwar für mich noch höher sein, aber insgesamt ist die Atmosphäre einfach sehr gut getroffen.
      Naja, prinzipiell könntest du es dir ja heute noch holen :D

      Aber ich hab auch viele tolle Gruselbücher gesehen, die ich auf die Wunschliste gepackt hab: für nächstes Jahr im Oktober ;)

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    2. *lach*

      Dieses "du könntest es dir heute noch holen" hab ich bei Scythe schon gemacht! :-D
      Vielleicht lasse ich bei meinen Kollegen fallen, dass ich mir zu Weihnachten einen Gutschein wünsche, dann hole ich es mir noch. :-D

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    3. Ja, das ist doch eine gute Idee *g*

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  7. Hi Alex,

    du machst mich mit deiner Rezi echt neugierig auf das Buch, denn obwohl ich es gesehen habe, sprach es mich zunächst nicht so an. Es wandert also sogleich auf meine WuLi :)

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Also die Hexe im Klappentext hatte mich schon angesprochen - und auch das Cover - obwohl zu viel Text drauf ist :D
      Aber es ist wirklich toll und zieht einen so richtig mit!

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