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Freitag, 30. Januar 2026

Schatten von Timo Parvela

 

Die Schatten Trilogie von Timo Parvela

Illustriert von Pasi Pitkänen
aus dem finnischen übersetzt von Stefan Moster

Kinderabenteuer mit schaurigen Weihnachtswichteln

1 - Helähdys - Der Pakt
2 - Auroria - Das Portal
3 - Krampus - Die Macht des Lichts



Ein Junge verkauft seinen Schatten …
Der 13-jährige Pete ist verzweifelt. Seine beste Freundin Sara ist unheilbar krank. Als letzten Ausweg flüstert Pete dem Weihnachtsmann im Kaufhaus seinen sehnlichsten Wunsch ins Ohr. Er erhält das Versprechen, dass Sara geheilt wird, aber unter einer Bedingung: Pete muss seinen Schatten hergeben. [...]

Schon mit dem Satz "ein Junge verkauft seinen Schatten" hatte man mich eigentlich schon. Zusammen mit dem Namen Pete erinnert es natürlich sofort an Peter Pan - und als dann auch noch ein "Glöckchen" auftaucht ... ich mag es wenn es solche Bezüge zu alten Geschichten gibt! 
Ansonsten hat es aber nichts mit der Geschichte von J. M. Barrie zu tun.

Der 13-jährige Pete ist eigentlich schon zu alt für den Weihnachtsmann im Kaufhaus, doch da seine beste Freundin Sara schwer krank ist, überwindet er sich, und wünscht sich, dass sie geheilt wird. Der Wunsch wird ihm dann tatsächlich auf eine höchst mysteriöse Weise erfüllt, und dafür wird ihm sein Schatten genommen: denn alles hat seinen Preis. Aber Pete ahnt natürlich nicht, wie hoch dieser Preis tatsächlich ist!

Wir lernen auch die Welt der Wichtel, Kobolde und Gnome kennen - und speziell die Schattenflickerin Uudit, die durch unglückliche Umstände in eine Mission gedrängt wird, deren Konsequenzen noch im Dunkeln bleiben.

Es wirkt sehr atmosphärisch und die gruseligen Stellen sollten Kids gewohnt sein. Unheimliche Wichtel die des Nachts durchs Fenster kommen oder Lehrer die plötzlich eine grausige Entwicklung sollten ihnen keine schlaflosen Nächte bescheren;)  Dagegen sind die Dialoge manchmal schon etwas hölzern und machen deutlich, dass sie an ein jüngeres Publikum gerichtet sind. 
Die farbigen Bilder tragen super zur Stimmung bei! Es gibt viele toller Untermalungen und die Szenen sind jedes Mal perfekt eingefangen.

Es geht um Freundschaft und Mitgefühl. Dass man sich gegenseitig hilft und dass den Menschen, die das Gefühl dafür verloren haben, etwas fehlt. Ein bisschen politisch wird es dabei auch so am Rande, was jetzt für mich nicht unbedingt hier Platz hat, aber ich denke, der Autor wollte hier gerne schon den jungen Menschen ein Gespür dafür vermitteln, dass da manches falsch läuft. 
Themen wie Neid, Ungerechtigkeit, Rachepläne und Ausgrenzung kommen dazu. Auch die schöne Botschaft von Weihnachten des Schenkens wird hier ziemlich clever in eine ganz andere Richtung gelenkt! 

Hass ist seine Nahrung, und er will immer nur essen. Er empfindet weder Freude noch Trauer, aber der Hass macht ihn satt. Freilich nur kurz, dann hat er wieder Hunger, denn der Hass ist hohl und sättigt nicht auf Dauer.
Zitat Seite 137

Die Geschichte entführt uns ja in eine Parallelwelt - in das Winterwunderland, von dem man glitzernden weißen Schnee, fröhliche Weihnachtsmusik und bunten Trubel erwartet - doch das ist hier alles ganz anders. Durch ein Tagebuch erfährt man auch einiges aus der Vergangenheit und wie alles zusammenhängt - da waren einige sehr schöne Szenen dabei die wichtige Botschaften weiter getragen haben. 
Auch das nicht durchdachte Entscheidungen manchmal schlimmes bewirken können, dass man achtsam sein muss in dem was man tut und wie man mit anderen umgeht.

Ich hab kleine Anspielungen an den goldenen Kompass und Game of Thrones entdeckt - ob sie jetzt bewusst waren oder nicht weiß ich nicht, fand es aber witzig und passend. Es wirkt aber insgesamt schon sehr düster und teilweise grausam; hier muss man schauen ob es passt, denn Kinder und Teenager sind in diesem Alter ja sehr unterschiedlich in dem, was sie lesen und verkraften. Auch das Thema Krieg spielt hier mit.

Alle drei Bände hab ich sehr gerne gelesen und war gespannt wie sich alles entwickelt. Es ist auf jeden Fall eine unheimliche Geschichte, die zwar nicht direkt mit Weihnachten zu tun hat, aber man perfekt im Herbst / Winter lesen kann. Dazu gibt es einige tiefer gehende Botschaften und Entwicklungen, die Hoffnung schöpfen lassen. 

Bildrechte liegen beim Verlag ars edition / Verlag Tammi / Pasi Pitkänen


Meine Bewertung
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