Adaption von Charles Dickens: Die Weihnachtsgeschichte
Schauplatz Weihnachten im viktorianischen London
Verlag Bloomsbury
Seitenzahl 180
1. Auflage November 2014
Meine Meinung
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Von Chris Priestley kenne ich bisher nur seine Schauergeschichten, gruselige
Kurzgeschichten für Kinder, die mir sehr gefallen haben. Als ich diese
Adaption von der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens entdeckt habe, war
klar, dass ich sie lesen wollte, auch wenn es sie leider nur in englisch gibt.
Sam ist 13 und lebt mit seiner 10jährigen Schwester Lizzie im viktorianischen
London auf der Straße. Gleich zu Beginn trifft er am Weihnachtsabend auf den
altbekannten Ebenezer Scrooge und bittet ihn um ein paar Münzen, die er ihm -
natürlich - verweigert. Der Blick, mit dem der alte Mann den Jungen trifft,
geht ihm bis ins Mark.
Sam ist verbittert. Die Welt erscheint ihm trostlos, kalt und ungerecht. So
viele Menschen haben ein Dach über dem Kopf, ein warmes Feuer im Herd, sind
satt und glücklich in einem Zuhause, während seine Schwester und er die
Einsamkeit und den Hunger ertragen müssen.
He´d have burned every book in London even if it only kept his hands warm for a moment. What were stories but just another kind of lie?Zitat Seite 15
Diese Hilflosigkeit rüttelt ihn auf und macht ihn unglaublich wütend.
Als Schlafplatz finden sie ein windstilles Eck auf einem Friedhof, und während
Lizzie sofort in tiefen Schlaf fällt, wacht Sam mitten in der Nacht von einem
Geräusch auf. Geister ziehen durch den Nebel und Sam folgt einem von ihnen.
Wie Scrooge muss auch er sich mit den Geistern seinen Gefühlen stellen, seiner
Einstellung zum Leben, seinem Herzen, dass so kalt geworden ist und kaum mehr
Liebe oder Mitgefühl zulässt - um zu erkennen, dass alles Tun oder Unterlassen
Konsequenzen hat.
Die Atmosphäre versetzt einen von Anfang an in die eiseskalte Atmosphäre einer
winterlichen Nacht. Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass damals
Kinder draußen alleine überleben mussten und auch heute gibt es noch so viele
Obdachlose, die den Winter auf den Straßen überstehen müssen.
Chris Priestley beschreibt das alles mit viel Liebe zum Detail, ohne
auszuschweifen und lässt mich beim Lesen an jedem Moment teilhaben.
Es wäre keine Weihnachtsgeschichte, hätte sie nicht auch eine Botschaft, die
zeigen soll, wofür Weihnachten steht. Wenn das Licht der Tage immer weniger
wird und die Dunkelheit um sich greift, ist es umso wichtiger, das man selbst
ein wenig von seinem eigenen Licht weitergibt und den Menschen eine Freude
bereitet. Mitgefühl und Liebe sind hier vor allem gefragt - und auch wenn
immer wieder die Frage aufkommt: warum gerade an Weihnachten? Sollte man
lieber fragen: Warum nicht das ganze Jahr über?
Am Ende geht der Autor noch darauf ein, warum ihn diese Geschichte inspiriert
hat und dass viele Menschen in der kalten Jahreszeit leiden, vor allem auch
die, die obdachlos sind und besonders angewiesen auf andere, die Hilfe
anbieten.
Besonders mochte ich auch, dass es zeigt, dass jeder Mensch sich ändern kann.
Es bedarf oft nur kleiner Gesten (manchmal natürlich auch mehr), aber es ist
möglich, jederzeit. Oft heißt es ja, das würde nicht funktionieren da man im
Alter schon festgefahren ist, aber dem ist nicht so. Man verändert sich jeden
Tag, das ist das Leben, das einem mit jedem Moment, den man wirklich
wahrnimmt, etwas lernen kann und diese Erfahrung lässt uns wachsen und bringt
uns weiter: und verändert uns. Man muss es nur zulassen :)
... it felt like a great weight had dropprd from him all at once, for until then he had not understood how very heavy hate can be.Zitat Seite 157
Meine Bewertung
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Huhu Aleshanee,
AntwortenLöschendas klingt wirklich nach einem tollen Buch.
Da ich kein großer Fan von Weihnachtsgeschichten bin, werde ich darauf verzichten.
Doch ich danke dir für deine wirklich tolle Rezension, die schon ein wenig neugierig gemacht hat.
Cheerio
RoXXie
Dankeschön! :)
LöschenAch, schade, dass es nur auf englisch zu haben ist. Ich mag die Schauergeschichten auch gerne. Mal die Leseprobe anschauen, ob ich das verstehe.
AntwortenLöschenSo schwierig ist es nicht geschrieben, wenn ich es lesen konnte ;=)
LöschenHallo Aleshanee,
AntwortenLöschenVon dem Autor wollte ich auch mal was lesen, die Geschichte klingt schön, werde ich mal reinschnuppern. Auch wenn die Weihnachtsstimmung schon vorbei ist, scheint man es ja jederzeit lesen zu können:)
Liebe Grüße!
Silver
Ich lese Geschichten, die sich um Weihnachten drehen, tatsächlich nur im Dezember :) Ich kenne aber auch viele, die solche Bücher das ganze Jahr über lesen ... aber es hat natürlich schon viel mit Weihnachten zu tun.
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