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Montag, 26. Mai 2014

Rezension: Solange die Nachtigall singt von Antonia Michaelis

Solange die Nachtigall singt

von Antonia Michaelis

Genre: Thriller
empf. Alter ab 14 Jahren


Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 448
Hardcover: 16,95 €
ebook: 11,95 €

1. Auflage: Sept 2012






Zum Inhalt

Als der 18jährige Jari sich auf seine 3wöchige Wandertour in den Bergen begibt, irgendwo im Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien,  entdeckt er in einem kleinen Laden im letzten Dorf das Bild eines Waldes, das ihn magisch anzieht. Irgendwas Geheimnisvolles verbirgt sich in diesem Bild, das ihn nicht mehr loslässt. Hier begegnet er Jascha, der Künstlerin, die dieses Bild gemalt hat und er begleitet sie auf dem Weg zu ihrem Haus, das tief im Wald verborgen liegt.

Sie ist wunderschön und Jari fällt es nicht schwer, auf ihr Angebot, in ihrem Haus zu übernachten, einzugehen. Er verfällt regelrecht ihrem verspielten Wesen, das ihm allerdings immer mysteriösere Streiche spielt. Er hilft ihr beim Umgraben im Garten, beim Holzhacken und was sonst noch so anfällt und verliert sich immer mehr in ihren rätselhaften Spielen, die sie mit ihm treibt. Seine Wahrnehmung wird immer verworrener und er lässt sich gefangen nehmen von all der Schönheit, die ihn in der Einsamkeit des Waldes umgibt. Er selbst verändert sich, während die Zeit verstreicht und wird schließlich zu einem gnadenlosen Jäger, der dieses Paradies zu verteidigen sucht.

Eingeflochten wird gleichzeitig die Geschichte von drei kleinen Mädchen, Schwestern, die in einen unglaublichen Entführungsfall verwickelt wurden und die Verbindung zu Jari und Jascha wird im Laufe der Geschichte immer klarer.



Der Buchtrailer auf youtube




Meine Meinung

Das Cover ist wunderschön gestaltet und passend zur Geschichte. Ein dunkler, geheimnisvoller Wald, überwuchert mit den Wurzeln der alten Bäume – gleichzusetzen mit Abgründen der menschlichen Seele, die immer irgendwann an die Oberfläche kommen. Dazu der Schemen einer Frau im weißen Kleid, die in der Dunkelheit verschwindet, in der Schwärze, scheinbar im Nichts.

Der sehr gediegene Anfang täuscht über die grausigen Ereignisse hinweg, die auf einen zugerollt kommen. Auch wenn man auf jedes Detail in der Geschichte achtet und glaubt, Seite für Seite die Zusammenhänge besser zu erkennen, wird man am Schluss, auf den wirklich letzten Seiten, mit der Auflösung vollkommen überrascht und sehr nachdenklich zurückgelassen.
Das Buch beherrscht einen bezaubernden Sprachstil, der die Stille und Einsamkeit hervorragend ausdrückt und in diese einzigartige Welt entführt. Eine Mischung aus Märchen und grausamer Wirklichkeit, mit leisen, sanften Tönen erzählt, die einen immer tiefer in die Geheimnisse des Waldes locken, um sich darin zu verlieren.

Die Charaktere sind sehr dicht gestrickt und absolut genial! Faszinierend und verstörend in einer Welt voller Illusionen und Wünsche, die ständig unter der Oberfläche brodeln. Der Schluss war wirklich wie ein Paukenschlag und auch wenn man nach den ersten Seiten denkt, dass es etwas langsam angeht - das Buch ist wie ein Sog und man wird immer tiefer in diesen verstörenden Wahn hineingezogen, dass man gar nicht mehr aufhören kann.

Durch die düstere Stimmung und das anspruchsvolle Thema würde ich eine Altersempfehlung erst ab 15-16 Jahren empfehlen.

Zusammengefasst

Thematik: Verstörender Thriller zwischen Wahn und Realität
Schreibstil: atmosphärisch dicht und bildgewaltig
Charaktere: sehr anschaulich und tiefgründig
Spannung: latente Steigerung
Umsetzung: perfekt inszeniert, die Überraschung am Ende ist der Hammer!

Fazit

Ein sehr gelungener Mix aus Traum und Realität, dessen Hintergründe einen noch länger beschäftigen, mit einem genialen Schluss, der die gesamte Geschichte in einem noch schauerlichen Licht erscheinen lässt.

Bewertung
 
 
*Highlight*


© Aleshanee

Über die Autorin: Antonia Michaelis, Jahrgang 1979, in Norddeutschland geboren, in Süddeutschland aufgewachsen, zog es nach dem Abitur in die weite Welt. Sie arbeitete u.a. in Südindien, Nepal und Peru. In Greifswald studierte sie Medizin und begann parallel dazu, Geschichten für Kinder und Jugendliche schreiben. Seit einigen Jahren lebt sie nun als freie Schriftstellerin in der Nähe der Insel Usedom und hat zahlreiche Kinder und Jugendbücher veröffentlicht, facettenreich, fantasievoll und mit großem Erfolg. »Der Märchenerzähler«, ihr erstes Buch für junge Erwachsene, wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
Quelle: Oetinger Verlag

8 Kommentare:

  1. Hi,
    Das Cover finde ich auch wunderschön und nach deiner Rezi möchte ich jetzt auch unbedingt wissen, was da denn am Ende so Überraschendes kommt, auch wenn ich eigentlich wenige bis gar keine Thriller lese. Aber Wald, märchenhaft, bildgewaltige Sprache und Abgründe der menschlichen Psyche sind schon Elemente die mich ansprechen.
    Ich behalt das Buch mal in Hinterkopf, vielleicht läufts mir irgendwann mal über den Weg.
    Auf jeden Fall mal wieder eine tolle Rezi!

    lg
    Alesha

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Hallo :D ,
    seit Monaten will ich das Buch jetzt schon lesen und deine Rezi macht dieses "wollen"-Gefühl auch nicht gerade besser ;P .
    Tolle Rezi, die mich alleine durch die Thematik: "Verstörender Thriller zwischen Wahn und Realität"
    neugierig macht ^^

    Liebe Grüße,
    Tiana

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  4. Tolle Rezension :)
    Ich liebe dieses Buch, das war zwar irgendwie verstörend, aber gut^^

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  5. Hallöchen,

    deine Rezension hat mir total Lust auf das Buch gemacht! Ich fand ja schon das Cover toll, aber jetzt bin ich voll überzeugt! Übrigens liebe ich dein Blog Design und vor allem das tolle blau *_*
    Lg
    Naddlpaddl
    von
    www.schlunzenbuecher.blogspot.de

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    1. Dankeschön! Ich liebe das Design ♥
      Ja, das Buch ist wirklich crass, ich kanns wirklich empfehlen ;)

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  6. Deine Rezension ist mal wieder umwerfend! Nicht nur das dieses Cover einfach unglaublich genial gestaltet ist, deine Worte erwecken alles ein wenig zum Leben! Ich will es lesen!

    <3 Nadine

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  7. Hi!

    Die Rezension klingt toll. Ich denke, das Buch wird direkt mal auf meine WuLi hüpfen.

    Liebe Grüße,

    Jade

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