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Mittwoch, 21. Oktober 2015

Rezension: Die 13. Fee - Entzaubert von Julia Adrian


Genre: Fantasy / Märchen-Adaption

Band 2 der Trilogie "Die dreizehnte Fee"
Illustrationen: Svenja Jarisch

Verlag: Drachenmond
Seitenzahl: 220
Taschenbuch: 12,00 €
ebook: 2,99 €

1. Auflage: Okt 2015





"Mein Weg ist vom Schicksal bestimmt, oder besser: vom Orakel. 
Sie hat mich erwecken lassen und den Hexenjäger geschickt. Sie wird kommen. 
Genau wie die anderen Schwestern, jene, die noch nicht verloren sind, es aber sein werden." S. 16



Zum Inhalt

Betrogen von ihren 12 Schwestern kennt die 13. Fee nur noch ein Ziel; getragen von dem Hass beschreitet sie ihren Weg der Rache.

Aber sie hat nicht damit gerechnet, der Liebe zu begegnen. Diesem Gefühl, dass ihr so lange Zeit verwehrt geblieben ist und das noch viel stärker ist, als der Hass. Es öffnet ihr die Augen: für das Leid, für ihre Schuld und ihre Vergangenheit.

Innerlich zerrissen geht sie weit über ihre Grenzen, scheinbar stärker als je zuvor und doch so zerbrechlich stellt sie sich dem Schicksal; ohne zu ahnen, welche Wahrheit ihr am Ende zum Verhängnis werden wird.


Meine Meinung

 Worte wie fallender Schnee, in denen man versinken möchte ...

Dieses Buch habe ich einfach nur genossen. Ich musste es langsam lesen und mir die Zeilen auf der Zunge zergehen zu lassen, denn Julia Adrian hat so eine berührende und poetische Art, wie sie die Gedanken und Gefühle an einen heranträgt, dass man sich komplett darin verlieren kann. 
Sie hat es auch diesmal geschafft, mich komplett in ihren Bann zu ziehen, denn ich hab mich schon so auf die Fortsetzung gefreut und allein mit den ersten Zeilen des Prologs hab ich mich in ihrer märchenhaften und düsteren Welt wiedergefunden.

Das Leben der Menschen ist geprägt durch die gnadenlose Willkür der Feen, die nur Kälte und Schmerz über sie bringen; und Hoffnungslosigkeit. Aber auch hier gibt es einen Ursprung, eine Ursache, die ihre Wirkung unaufhaltsam verbreitet. Die grausame Wahrheit über die Vergangenheit zeigt immer mehr ihr unverfälschtes Gesicht und die 13. Fee beginnt, sich zu erinnern. Nur langsam wird ihr bewusst, welche Schuld sie auf sich geladen hat und je mehr die Erinnerung zu ihr durchdringt, umso schwerer wiegt das Gewissen, als ihr das volle Ausmaß bewusst wird.

Die 13. Fee ist kein Charakter, der einem von vornherein sympathisch sein sollte: sie ist die Königin, die mit ihrer Macht gespielt hat, die unbarmherzig und ungerührt gewütet hat, bis ihre Schwesterns sie schließlich verraten haben. Natürlich geschah aber auch das nicht ohne Grund, wie alles seine Wurzeln hat, ist auch ihre Grausamkeit aus einer einschneidenden Erfahrung erblüht. Gerade deshalb kann ich so sehr mit ihr mitfühlen und ihren inneren Kampf nachvollziehen, mit dem sie um ihre Gefühle ringt. Sie macht eine große Entwicklung durch, an deren Ende sie vor den Scherben ihrer Vergangenheit steht, die ihr ihr ganzes Leben Qualen bereitet haben; versteckt, und tief in ihr drin, und dadurch umso verhängnisvoller.

"Ich habe Angst vor dem, was sie mir zeigen will. Ich habe Angst vor mir selbst." S. 160

Der Bezug zu den Märchen zieht sich auch hier wieder mit vielen Details durch die gesamte Handlung. Man erkennt die 12 Schwestern, die sich hinter den uns bekannten Geschichten verbergen und man bekommt den Eindruck, dass man von all den wunderbaren Märchen, denen man als Kind gelauscht hat, nur die schöne Fassade gezeigt bekam. Nichts ist so, wie es scheint und hinter jeder Tat steckt eine verzweifelte Sehnsucht, eine Angst, die jede rationale Entscheidung von vornherein unmöglich macht.  
Manche Fragmente aus den Märchen werden klar umrissen, andere nur angedeutet und so gekonnt verwoben, eingesponnen in ein Netz aus Poesie, das einen regelrecht einspinnt in diese phantastische Welt. Das verflochtene Muster nimmt immer klarere Formen an und die Erkenntnis hat mich zutiefst berührt und am Ende zu Tränen gerührt.

Im Anhang gibt es noch einige tolle Illustrationen aus einem Fan Art Wettbewerb!

Zusammengefasst

Thematik: Sich selber und der Vergangenheit stellen
Schreibstil: stimmungsvoll sanft und fast schon poetisch, wunderschön zu lesen
Charaktere: entwickeln sich weiter, sehr anschaulich
Atmosphäre: düster und gleichzeitig fragil, eine sehr besondere Mischung
Umsetzung: diese Welt hat mich einfach nur verzaubert, perfekt

Fazit

Ein aufwühlendes und berauschendes Leseerlebnis in einer düsteren, hoffnungslosen Welt. Julia Adrian hat einen so sanften und doch überwältigenden Schreibstil, der eine unwiderstehliche Stimmung schafft. Eine Märchen-Adaption der besonderen Art, die mich zutiefst berührt hat.

Bewertung


© Aleshanee




Die 13. Fee

1 - Erwachen
2 - Entzaubert
3 - Entschlafen 


5 Kommentare:

  1. Hi Aleshanee,

    eine tolle Rezi! Die Reihe ist wirklich etwas ganz besonderes und jetzt können wir Band 3 entgegen hibbeln! :)

    Lg
    Micha

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  2. Hallo Aleshanee,
    das Buch liegt schon sehr lange auf meinem SuB. Vielleicht sollte ich es langsam mal lesen :-) Danke für die märchenhaft schöne Rezi!
    LG
    loralee

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  3. Huhu Aleshanee,

    das ist ja auch so ein Buch (bzw. eBook), das ich uuunbedingt auch noch lesen will. Gerade dieser tolle Schreibstil von der Autorin ist mir noch im Kopf geblieben und ihre geniale Art, die Märchen mit einzuweben... und das ganz anders als wir sie kennen. Deine Rezension macht richtig neugierig und mit der vollen 5-Blüten Bewerbung von dir, kann ich ja meine Erwartungen weiterhin so hoch halten. *-*

    Liebe Grüße
    Leni =)

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  4. Eine wunderschöne Rezension, die dem wunderbaren Buch gerecht wird.

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  5. Ich kann es kaum abwarten den zweiten Band zu lesen ♥. Auf dem Kindle habe ich ihn zwar schon hier, aber ich möchte einen Moment abwarten, wo ich wirklich Zeit und Ruhe habe mich vollends in die Geschichte fallen zu lassen. Wie du schon schreibst muss man sie ganz langsam und genüsslich in sich aufnehmen und das will ich natürlich auch :). Ich freue mich schon sehr drauf ^^.

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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