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Samstag, 7. Oktober 2017

Rezension: Spiegelgrund von Anton Serkalow

Spiegelgrund von Anton Serkalow


Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren
Band 3 der Vakkerville Mysteries

Genremix: Mystery, Horror, Thriller

Eigenverlag
Seitenzahl: 485
Ebook: 2,99 €

1. Auflage: Okt 2017





"Im Spiegelgrund hatte sich ein Tor geöffnet, ein Schlund, 
der den bizarren Dunst in die Atmosphäre spuckte.
Die Hölle hatte sich aufgetan." Pos 3213


Klappentext
Eine Stadt, in der nichts mehr so ist, wie es mal war.

Was wird bleiben, wenn der unheimliche Nebel verschwindet, der die Stadt in ein Abbild der Hölle verwandelt hat? Werden der Scheuch und seine Gefährten die toten Kinder in der Welt hinter den Spiegeln retten können?
Oder werden die erwachten Dämonen endgültig die Herrschaft über Vakkerville erlangen?

Noch einmal, müssen sich alle, deren Wege sich auf so fatale Weise kreuzten, ihren Ängsten und Schuldgefühlen stellen.

Mit dem dritten Teil der Vakkerville-Trilogie »Spiegelgrund« endet der irrsinnige Mix aus Thriller, Krimi, Horror, Mystery und Großstadtkomödie in einem Finale, bei dem eines von vornherein klar ist:

Nicht alle werden überleben!



Meine Meinung
 
Diese Reihe ist schon wirklich was ganz besonders! Nicht nur, weil ich mit dem Autor in persönlichem Kontakt stand, sondern auch, weil er mich mit seinem anfangs etwas absurdem Werk tatsächlich so begeistern konnte! Der erste Band wirkte ja noch etwas konfus: viele Figuren, viele verschiedene Elemente und ein scheinbar wirr zusammengewürfelter Mix an Handlungssträngen. Aber Anton Serkalow hat es tatsächlich geschafft, diese ganzen losen Fäden zu einem stimmigen Bild zusammenzuknüpfen.

Es passiert wirklich viel in Vakkerville an diesem Halloween Wochenende, an dem sich diese drei Bände abspielen. Trotzdem es so voll gepackt ist und aus vielen verschiedenen Sichtweisen der Figuren erzählt wird, erhält man immer mehr Überblick und durchschaut, was tatsächlich dahintersteckt. Vor allem auch die Übergänge zwischen den einzelnen Perspektiven sind genial gwählt und regen die Spannung an und sind teilweise perfekt verbunden. Diesen komplexen Aufbau bis zum Ende durchzuhalten und dabei alles durchdacht zum Ende zu bringen verdient wirklich Respekt!
Ich war zwar an manchen Stellen etwas verwirrt, aber das hat sich auch schnell wieder gelegt. Man merkt von Band zu Band auch eine Steigerung und der Schreibstil hat mir hier super gut gefallen. Vor allem auch die metaphorischen Bilder waren großartig gewählt und ich liebe die vielen Anspielungen auf Bücher, Filme, Lieder und Computerspiele, die er hier eingebaut hat. Im Anhang werden sie auch nochmal im einzelnen aufgeführt, wobei man die meisten wirklich kennt, was sehr angenehm ist. 
Denn meistens wenn solche Sachen zitiert werden hab ich keine Ahnung um was es geht.
Am liebsten ist mir ja tatsächlich der "Scheuch", der seit dem ersten Band eine große und überraschende Entwicklung durchgemacht hat und dessen Idee an sich einfach grandios ist!

Über die Handlung will ich natürlich nicht zuviel verraten um nicht zu spoilern. Ich konnte aber sehr gut in die Geschichte einsteigen, denn am Anfang gibt es einen Rückblick auf das Geschehen in den ersten beiden Bänden.
Im Mittelpunkt steht hier auf jeden Fall der Spiegelgrund, eine psychiatrische Anstalt für Kinder und Jugendliche, die sogar einen realen Hintergrund hat. 
Überhaupt sind viele der Themen sehr real, wie die Vorurteile gegenüber Minderheiten, die bedenkenlose Handlungsweise der Politik, die grausame Existenz von Kindersoldaten oder auch der Medikamentenmissbrauch bzw. das gewissenlose Verhalten mit Experimenten an Menschen. 

Der Schauplatz der Irrenanstalt "Spiegelgrund" war natürlich perfekt für die grauenerweckenden Szenen, die viele der Charaktere an die Grenzen gebracht haben, an ihre eigenen, und sogar an die Grenzen ihrer Welt, denn auch Parallelwelten spielen eine Rolle. Eine Art Mischung aus der Welt hinter den Spiegeln gekreuzt mit dem Zauberer von Oz auf eine groteske und gruselige Weise, die eine düstere und makabere Atmosphäre geschaffen hat. 

Wirklich gegruselt hab ich mich zwar nicht, aber ich bin da ja sehr immun dagegen, da wird es anderen vielleicht etwas anders ergehen. Überhaupt gibt es hier die ganze Gefühlspalette von Ekel, Grauen, Spannung, Komik, Thrill, aber auch einige Momente der Fassungslosigkeit und auch Berührtheit, die mir zu Herzen gegangen sind.

Das ist mit Sicherheit keine Geschichte für "Jedermann", aber ich kann sie nur jedem ans Herz legen, der mal etwas außergewöhnliches Lesen möchte, etwas fernab vom Mainstream und sich darauf einlassen kann, der sich nicht vor komplexen Handlungen scheut und Gefallen an abgefahrenen und mystisch gruseligen Phänomenen findet.

Zusammengefasst
 
Thematik: Entscheidungen, deren Konsequenzen und unserer Verantwortung
Schreibstil: Flüssig, sehr bildhaft und Spannung erzeugend
Charaktere: manchmal etwas unüberschaubar, aber jeder für sich prägnant und überaus originell
Spannung: wird durchgehend aufrecht erhalten
Umsetzung: trotz der Vielschichtigkeit bis zum Ende gut durchdacht, einzigartig und stimmungsvoll - regt trotz Unterhaltungswert zum Nachdenken an


 Bewertung
 
http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%2F5%20Sonnen


© Aleshanee

Vielen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.

Über den Autor: Anton Serkalow wuchs in einer Plattenbausiedlung irgendwo im Ostblock auf. Dort las er nicht nur Alexander Wolkow, Stanislaw Lem und die Gebrüder Strugatzki, sondern auch den verbotenen Karl May. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war Serkalow u.A. Hausbesetzer, Wahlkampfhelfer für einen Provinzabgeordneten, Gebäudereiniger, Rodeoreiter und Bassist in einer Metalband. Weil er den Sänger im Streit mit einer Axt bedrohte, wurde Anton Serkalow in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Dort begegnete ihm die ägyptische Katzengöttin Bastet und der Kapitän der »Nautilus«. Nach seiner Entlassung zog er in ein anderes Land und eröffnete eine Musikkneipe, die er mit Einzug der Gentrifizierung verkaufte. (Heute ist dort ein veganes Mütter-Café) Mittlerweile lebt Anton Serkalow mit seiner Gefährtin, Hund und Katzen auf dem Land und arbeitet als Dogcoach. 
Quelle: Blogger Profil von Anton Serkalow, der unter deinem Pseudonym schreibt


Vakkerville Mysteries
3 - Spiegelgrund

Diese Geschichte wird mit der Trilogie abgeschlossen sein - aber es tummeln sich so viele schillernde Figuren in Vakkerville, dass auf jeden Fall noch weitere Geschichten folgen werden ;)

2 Kommentare:

  1. Du hast mich so neugierig gemacht, das ich mich mal direkt ans stöbern von Band 1 begebe (=

    Feinen Sonntag dir!

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    1. Wie schön, das freut mich sehr :)
      Das wünsche ich dir auch ♥

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