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Dienstag, 9. Juni 2026

Picknick am Wegesrand von Arkadi und Boris Strugatzki

    

Picknick am Wegesrand von Arkadi und Boris Strugatzki

Utopische Erzählung Science Fiction
Im Original Пикник на обочине вселенной
aus dem Russischen von Aljonna Möckel
Schauplatz die fiktive Stadt Harmont in Kanada

Verlag Suhrkamp
Seitenzahl 215
1. Auflage im Original Januar 1972




Kosmische Besucher sind auf der Erde gelandet und hinterließen dort verseuchte Zonen. Die Herkunft der Besucher und ihre Absichten bleiben ungeklärt, doch haben sie in den Zonen unerklärlichen Gegenstände und Phänomene zurückgelassen, die von der irdischen Wissenschaft erforscht werden.

Der Protagonist, Roderick Schuchart, entwickelt sich im Verlauf des Romans vom Laboranten in der US-amerikanischen Filiale des Instituts zum »Schatzsucher«, der aus den Zonen außerirdische Objekte schmuggelt und verkauft. Bei einem seiner legalen Besuche der Zone kommt sein Freund und Vorgesetzter Kirill, ein Russe, ums Leben. Daraufhin gibt Schuchart seine Arbeit im Labor auf.

Bei einer illegalen Übergabe von Gegenständen wird Schuchart verhaftet. Zurück aus dem Gefängnis, versucht er mit Hilfe eines Jungen, dem Sohn seines Auftraggebers, die »goldene Kugel« zu finden, eine Maschine, die jeden Wunsch erfüllt.


Meine Meinung
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Es beginnt mit einem Interview, das uns gleich eine sehr interessante Feststellung offenbart, die Dr. Pillman dem Redakteur erteilt, der eigentlich das ganze gerne aufbauschen würde. Denn vor 13 Jahren haben Außerirdische die Erde besucht, an sechs verschiedenen Orten über den ganzen Globus verteilt - doch was der Doktor einzig als faszinierend und am bedeutendsten erwähnt, ist, dass diese Besuche überhaupt stattgefunden haben.

In diesen sechs Zonen wurde aber auch etwas zurückgelassen, das erforscht werden möchte - auch Gegenstände, die natürlich den Schwarzmarkt interessieren und Diebe sowie Schmuggler auf den Plan rufen. Einer davon ist Roderick "Red" Schuchart, ein 23jähriger Laborant, der aus der Ich-Perspektive von den Ereignissen erzählt. Mit ihm zusammen gehen wir sozusagen auf einen Raubzug in der Zone, bei der er arbeitet. Was gar nicht so einfach ist, denn die Sicherheitsvorkehrungen sind natürlich immens! 
Dabei erfährt man, welche Merkwürdigkeiten sich damals zugetragen haben, vor 13 Jahren, wie es die Menschen in der Zone und außerhalb beeinflusst hat und dass hier, im abgesicherten Bereich, noch immer seltsame Phänomene zu beobachten sind. Gefährliche Phänomene, die noch nicht alle durchschaut oder entschlüsselt worden sind.

Die Brüder Strugatzki erzählen auf sehr einfache, aber auch intensive Weise. Auf langsame Art, wie es früher üblich war und mit einer ausdauernden und sehr bildhaften Sprache. Die seltsame Atmosphäre und die Anspannung rund um die Zone sind greifbar - bleiben aber mysteriös und undurchschaubar.

Der Protagonist Red nimmt immer wieder das Risiko auf sich und schmuggelt Gegenstände zu zahlungskräftigen Kunden. Immer in dem Bewusstsein, dass das nächste Mal das letzte sein könnte. In seinem Leben ändert sich einiges, aber das schnelle Geld will er nicht missen. Man lernt ihn zwar gut kennen, aber so richtig in die Tiefe gehen die Autoren nicht. Dennoch kann man die Schauplätze und die Personen spüren und einschätzen, auch wenn alles erstmal nicht so zielführend wirkt. 
Ich wusste einfach nicht, was dahintersteckt, wo will die Geschichte hin? Was will sie mir sagen? 
Warum kamen die Außerirdischen und haben diese mysteriösen Dinge zurückgelassen, die jeder (menschlichen) Logik widersprechen und oft lebensgefährlich sind?

Schließlich wird auch die Figur von Richard Nunnan stärker beleuchtet und in einem Gespräch treffen wir auch den Nobelpreisträger Dr. Pillman von den ersten Seiten wieder. Die beiden führen ein sehr interessantes Gespräch und jetzt erfahren wir auch, was es mit dem "Picknick am Wegesrand" auf sich hat. Fand ich super spannend!

Dann gibt es da noch das Gerücht um "Die goldene Kugel", eine Art Wunscherfüller, ein Gegenstand, der irgendwo in der Zone schlummert und alles Glück verspricht. Die Suche danach wird ein verstörender und verbitterter Gang, ein aufgebrochenes Denkmuster voll wirrer Gedankenfetzen und letztendlich ein Ende, das mich mich doch vielen Fragen zurückgelassen hat.

Im Nachwort schlüsselt Stanislaw Lem alles nochmal auf, vor allem die Theorien darüber, warum das ganze überhaupt passiert ist und welche Zweck (oder auch nicht) dieser Besuch galt und vor allem auch die zurückgelassenen Zonen und Gegenstände, die mal hilfreich - oder mal tödlich sein können.

Warum das ganze als Utopie bezeichnet wird ist mir rätselhaft, da ich mir darunter eine schöne, friedliche zukünftige Gesellschaft vorstelle, die es anzustreben gilt. Was hier definitiv nicht der Fall ist. Aus meiner Sicht ^^ Es ist eher ein Gedankenexperiment, was bei den genannten Ereignissen passieren könnte, allerdings fokussiert auf diese eine Stadt und eine Handvoll Menschen, die wir hier begleiten. 
Ich hab es aber als spannend und unterhaltsam empfunden und auch einige Denkanstöße aufgeschnappt, auch wenn ich am Ende nicht so ganz durchgeblickt habe, was hier wirklich die Kernaussage(n) sein sollte(n).


Meine Bewertung
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