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Samstag, 15. August 2026

Start der Pendragon Saga von Stephen Lawhead

Die Pendragon Saga von Stephen Lawhead

Genre Historische Fantasy / König Arthur Mythos
Schauplatz AtlantisGroßbritannien



1 - Taliesin
übersetzt von Frieder Peterssen
Seitenzahl 576
1. Auflage im Original Januar 1987

Der 2000 Jahre währende Frieden gerät in Gefahr, denn die Welt befindet sich im Wandel

Charis wächst behütet im Palast von Atlantis auf. Sie ist die einzige Tochter der fünf Kinder von König Avallach und hofft, dem langweiligen Treiben am Hof zu entfliehen und zur nächsten großen Ratsversammlung mitzudürfen.
Während einer feierlichen Zeremonie taucht ein Fremder auf und verkündet eine unheilvolle  Prophezeiung. 

Ein vom Unglück verfolgter Pechvogel findet beim Lachsfischen ein sorgsam verpacktes Bündel und wendet damit scheinbar seine bisherige Pechsträhne.

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Das ist die Ausgangslage dieser Geschichte um den sagenhaften Mythos König Arthurs, der hier mit der Seherin Charis und dem Barden Taliesin ihren Anfang nimmt. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass das Buch 40 Jahre alt ist und der Stil der damaligen Zeit angepasst - es ist eine eher ruhige, undramatische Erzählweise, die vor sich hinfließt. Allerdings meine ich das nicht negativ, denn während man von Kapitel zu Kapitel die verschiedenen Handlungsstränge verfolgt, lernt man diese historische Welt Großbritanniens und Atlantis kennen, in der es Magier und Druiden gibt. 
Für manche wirkt es sicher altmodisch erzählt - für mich hat es einen besonderen Flair, einen klassischen Stil der mittlerweile größtenteils verloren gegangen ist. Das Erzählen einer Geschichte steht noch im Vordergrund - keine Action, kein "Spice", keine typischen Tropes wie sie heute gerne schon im vornherein angekündigt werden. 

"Das ganze Leben wurzelt im Schmerz. Ein Entkommen gibt es nicht, aber die Liebe kann das Leid erträglicher machen."
Zitat Seite 456

Wie es allerdings bei solchen älteren Geschichten ist, kann die Liebe schnell zuschlagen. Was hier als Liebe bezeichnet wird, ist Verliebtheit - wenn sich zwei gefunden haben wurde damals schnell geheiratet und dann erst haben sich beide kennen- und (hoffentlich) lieben gelernt. Nichts untypisches oder unglaubwürdiges, das war einfach so und hat sicher genauso viele passende Paare zusammengebracht wie heute (wenn man sich die Scheidungsraten anschaut)
Aber ich schweife ab :)

Über den Titel gebenden Taliesin erfährt man erstmal überraschend wenig. Er wächst im von den Römern besetzten Britannien auf und wird als Barde in die Lehre genommen, der einmal Großes vollbringen soll. Wie das alles beschrieben wurde fand ich total faszinierend: die Entwicklung der einzelnen Figuren, wie sie sich ihren Aufgaben stellen und den Weg bereiten, um schließlich den Bogen zu schließen. 
Denn Charis wächst in dem dem Untergang geweihten Atlantis auf. Eine Welt des Friedens, der Königreiche und Propheten und Seher. Sie wächst zu einer starken, mutigen Frau heran, die mit Schicksalsschlägen zu kämpfen hat, die sich aber aus ihrer Rolle herauswindet und ihren eigenen Weg bahnt.  

Die Perspektiven wechseln zwischen Britannien und Atlantis, so dass wir die Wege von Taliesin und Charis gleichzeitig verfolgen. Dass der Autor hier den Mythos um das Inselreich Atlantis mit der Artus Sage verbindet fand ich spannend und hab auch Charis Weg verfolgt, die als Königstochter einen ganz anderen Weg einschlägt als erwartet. Dabei lernen wir schon ein wenig Druidenmagie kennen und erfahren, wie schnell Gerüchte über ein Elfenvolk in Großbritannien verbreitet wurden. 

Wie gesagt ist der Stil eher ruhig, aber fesselnd, detailreich und dafür sehr lebendig, man fühlt sich immer mitten im Geschehen, kann alles gut nachvollziehen, erkennt die Fügungen und rätselt doch an so manchen Überzeugungen. Ein großartiger Auftakt, der die beiden Hauptfiguren perfekt in Szene setzt und die verschlungenen Wege auf fesselnde Weise erzählt.

"Kleine Veränderungen bringen einen wie kleine Schritte auf Dauer an einen anderen Ort. Eines Tages wacht man auf, und die Dinge sind nicht mehr dieselben."
Zitat Seite 41




"Königsein ist etwas Großes, Falke. Etwas wirklich Großes.
Aber es gibt eine Art Macht, der sich sogar Könige beugen müssen.
Wenn du diese findest, dann wird dein Name für immer im Gedächtnis
der Menschen lodern, ob du nun einen goldenen Torqures
oder Bettlerlumpen trägst." Zitat Seite 16


2 - Merlin
übersetzt von Frieder Peterssen
Seitenzahl 576
1. Auflage im Original Januar 1987

Zeitlich etwas später geht es weiter mit Merlin - ein Name und eine Figur über die sicher schon jeder etwas gehört hat. Meist in Verbindung natürlich mit Arthur und den Rittern der Tafelrunde, in Verbindung mit Zauberei und dem magischen Schwert Excalibur. Sein Lebensweg hier nimmt einige Umwege, bis es schließlich zum.....???
Wie schon vom Vorband gewohnt lässt der Autor uns bewusst teilhaben an der Entwicklung, die durch die Umstände geprägt wird, also das Aufwachsen, die Personen mit denen er seine Zeit verbringt und wie das Schicksal in schließlich zu der Sagengestalt werden lässt, die er noch heute ist.

Auch Morgian, wie sie hier genannt wird, spinnt im Hintergrund ihre Fäden - bleibt aber noch im Verborgenen. Sie ist das Sinnbild des Bösen und hat ihren Ursprung in den irischen Sagen durch die Göttin Morrigan. Sie gilt als Vorbild der walisischen Sagen um Morgan le Fay (Morgana) war, die berühmte Gegenspielerin in der Artussage. 
Der Autor hat ihr hier eine passende Rolle auf den Leib geschrieben, die gut zu den Überlieferungen passt. Wobei die ja eigentlich erst mit seiner Verbindung zu Uther Pendragon aufkommen und hier das Leben von Merlin vorher beleuchtet wird. 

"Achte dennoch darauf, dass du Wissen nicht mit Weisheit verwechselst wie so viele."
Zitat Seite 182

Auch er hat viel zu lernen und einen harten Schicksalsschlag zu ertragen, der ihn schließlich dazu bringt, gegen die vielen voran drängenden Feinde auf der grünen Insel vorzugehen. Stephen Lawhead hat viele Details der Überlieferungen mit in seine Geschichte genommen und andere so zurecht gebogen, dass sie sich perfekt anpassen. 
Vieles weiß ich tatsächlich auch gar nicht so genau, aber manches kennt man durch Filme oder andere Bücher, die diesen Mythos geprägt haben.

Anfangs waren kleine Momente dabei, die mich etwas ungeduldig werden ließen, da ich den mir bekannten Weg von Merlin erwartet habe - aber so konnte ich diesen besonderen Menschen, der an den vielen Schicksalsfäden zieht, noch besser kennenlernen. Ein charismatischer Mann der auf seinem Weg viel verloren, aber auch viel gewonnen hat und mit seiner Menschenkenntnis ein großartiger Vermittler war. Auch seine Kraft als Seher ist immer wieder von Vorteil, auch wenn die Deutung davon ihn manchmal in die Irre leitet.

Die Christianisierung spielt übrigens auch immer wieder eine Rolle - denn sie verdrängt die alten Bräuche des Druidentums und schürt auch Zwist und Uneinigkeit. Hier weiß ich allerdings nicht, wie das in den Überlieferungen der Artus Sage gehandhabt wurde, also ob das auch so viel Raum einnimmt. Aber in die historische Geschichte gehört es definitiv dazu und nimmt hier interessante Wendungen. 

Bis auf die anfängliche Zaghaftigkeit des Tempos hat mir auch dieser Band wieder sehr gut gefallen! Dieser alte Stil gefällt mir unglaublich gut und ich freu mich schon auf die weiteren Bände!

"Nein, Bruder, indem ich mich entscheide, nicht zu handeln, zeige ich ihnen meine Stärke. Wer seine Hand zurückhält, wenn er zuschlagen könnte, ist wahrhaft stark."
Zitat Seite 405





Die Folgebände kommen in der nächsten Rezension

1 - Taliesin
2 - Merlin
3 - Artus
4 - Pendragon
5 - Grail
6 - Avalons Rückkehr


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