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Mittwoch, 4. März 2026

The Midnight Folk von John Masefield

Der Waisenjunge Kay Harker lebt in einem riesigen alten Landhaus und wird von der launischen Sylvia Daisy Pouncer betreut und ab und an von dem ungemütlichen und flatterhaften Sir Theopompous besucht. 

Er führt kein schlechtes Leben, auch wenn er ständig die Maßregelungen erdulden muss und die Langeweile ihn erdrückt - bis aus einem alten Familienporträt Kays Urgroßvater, ein Kapitän, heraustritt, der der Legende nach mit einem sagenhaften Schatz geflohen ist.

Bald schon begibt sich Kay auf eine spannende Suche, die jeden Abend um Mitternacht beginnt und ihn in die verzauberte und gefährliche Welt der Mitternachtspiraten, Wegelagerer, sprechenden Tiere und einer Bande von Hexen führt.





The Midnight Folk von John Masefield

Band 1 des Urban Fantasy Abenteuers von Kay Harker
mit Illustrationen von Quentin Blake
Schauplatz England - Kinder / Jugendbuch Klassiker

Verlag Egmont Books - Seitenzahl 300 - 1. Auflage Januar 1927





Meine Meinung
๘๘๘๘๘๘๘๘๘๘๘

Wie immer häufiger bin ich über diesen Buchtitel in einem anderen Buch gestolpert - und zwar in der Reihe um die Uralte Metropole von Christoph Marzi. Sowas macht mich immer neugierig, weil ich hier das Gefühl hatte, dass dieses Buch bzw. diese Dilogie dem Autor wirklich selbst wichtig war oder eine schöne Erinnerung hatte, die er hier gerne mit eingebracht hat.

Jedenfalls bin ich neugierig geworden und war erstaunt, wie unterschiedlich der Stil sich von damals bis heute gewandelt hat.

Kay hat kein einfaches, aber auch kein sehr schweres Leben. Als Waise wächst er bei der strengen Mrs Pouncer auf, wird in verschiedenen Fächern unterrichtet und fühlt sich vor allem recht einsam. Nicht mal seine Spielsachen hat er noch, doch als ihn mitten in der Nacht plötzlich der Kater Nibbons durch einen Geheimgang führt, beginnt ein spannendes Abenteuer.

Der alte Stil war wieder etwas schwieriger zu lesen in englisch. Trotzdem hab ich mich nach einiger Zeit gut zurecht gefunden und man spürt hier wieder sehr gut die Atmosphäre der damaligen Zeit. Auch dass Kay überhaupt keine Überraschung zeigt, als der Kater plötzlich mit ihm spricht, Hexen durchs Haus wandeln und sie auf Besen fliegen ist typisch für die damaligen Geschichten. 

Kay selbst ist anfangs gar nicht so greifbar. Er lauscht den Erzählungen anderer und erfährt so viele Geheimnisse - natürlich auch über die Gerüchte des verschwundenen Schatzes, den sein Ur-Großvater geklaut und versteckt haben soll. Er hat viel Spaß dabei, die kleinen Puzzlestückchen zusammen zu setzen und den Weg des Schiffes mit der kostbaren Ladung zu verfolgen - es soll ja gesunken sein und deshalb war ich schon neugierig, wo der Schatz am Ende dann doch auftauchen wird.
Auch ist nicht er alleine auf der Suche, denn viele wissen über den Schatz Bescheid und sind schon lange auf der Suche danach.

Heutzutage wird nicht mehr auf diese Art erzählt und ich muss gestehen, dass ich mich damit schon ein bisschen schwer getan habe. Kay erhält die Hinweise durch die Erzählungen anderer, die auf sehr unterschiedliche und kuriose Art aus dem Nähkästchen plaudern und aus ihrer Sicht erzählen, was in der Vergangenheit passiert ist. Meist in einem recht langen Monolog ohne viel Interaktion oder einem richtigen Gespräch.

Das ändert sich ab ca. der Hälfte des Buches und da kommt dann für mich auch etwas mehr Schwung in die Geschichte. Die Ideen sind sehr kurios und die Schatzsuche bringt letztendlich für Kay einige positive Veränderungen mit sich. 
Ich hatte mir hier etwas mehr erwartet, könnte mir aber gut vorstellen, dass es für Kids ein ganz anderes abenteuerliches Feeling ist! Dadurch, dass Kay recht "austauschbar" bleibt und einfach eine große Abenteuerlust mitbringt und Geheimnisse aufdeckt, kann sich da wohl jedes Kind super hineinfühlen :)  
Ich kenne mittlerweile schon zu vieles und gerade die Erzählweise wirkt hier auf mich einfach veraltet und nicht so mitreißend, wie ich es gewohnt bin.







Den zweiten Band um Kay Harker: The Box of Delights - hab ich direkt im Anschluss gelesen. Das war im Dezember, denn hier gibt es einen Bezug zu  Weihnachten, weshalb ich diese zwei Bände auch in der Adventszeit lesen wollte :)

Kay ist tatsächlich auf dem Heimweg in die Weihnachtsferien mit dem Zug. Beim Umsteigen lernt er kurz einen alten Mann mit einem Hund kennen, der ihm eine seltsame Botschaft aufträgt.

Zuhause angekommen trifft er auf die Geschwister Jones: Jemima, Maria, Susan und Peter, die die Weihnachtstage mit ihm zusammen verbringen werden. Es stellt sich heraus, dass der alte Mann ein Puppenspieler ist, der abends bei ihnen vorbeischaut und eine Vorstellung gibt. Er hat ein Kästchen bei sich, die "Box of Delights", die magische Kräfte hat.

Wie meist bei solche wertvollen Dingen sind noch andere hinter ihm her und so trifft Kay auf alte Bekannte, mit denen er sich schon einmal auseinander setzen musste. 

Diesen zweiten Band fand ich etwas einfacher zu lesen. Vielleicht, weil ich den Stil durch Band 1 schon gewohnt war, zum anderen aber auch weil hier mehr Interaktionen und Dialoge integriert waren. Von Anfang an war viel Abwechslung im Spiel und kuriose Gestalten, vor denen sich Kay in Acht nehmen muss. 

Allerdings hat mich die Handlung dann irgendwie verloren im Verlauf der Geschichte ... ich hab das Buch bei der Hälfte abgebrochen. Ich hab das Gefühl, dass das tatsächlich eher für Kinder funktioniert, die noch nicht so viel Leseerfahrungen haben und Geschichten kennen, die sich noch auf die vielen Kinderabenteuer, wie sie hier erzählt werden, einlassen können. Bei vielen Kinderbüchern hab ich definitiv auch Spaß, aber hier hatte ich mir mehr von der "Box" und ihrer Magie versprochen und hatte es mir einfach insgesamt packender erhofft. 
Schade, aber wieder um eine Erfahrung reicher :)

Mit älteren Werken in englisch werde ich erstmal abwarten, bis mein Leseverständnis noch etwas besser geworden ist, denn auch hier hab ich gemerkt, dass viele alte Wörter und der Stil mir in englisch doch noch schwer fallen.


The Box of Delights von John Masefield


Band 2 des Urban Fantasy Abenteuers von Kay Harker
mit Illustrationen von Quentin Blake
Schauplatz England - Kinder / Jugendbuch Klassiker

Verlag Egmont Books - Seitenzahl 300 - 1. Auflage Januar 1935


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