Im August 1911 segeln Alexander Berger, der Kartograph Hansen und eine
Handvoll Norweger ans Ende der Welt. Inmitten zerklüfteter Gletscher und
arktischer Temperaturen sterben die Teilnehmer an Erfrierungen, stürzen in
Gletscherspalten oder verschwinden unter mysteriösen Umständen im
Blizzard.
Kurz vor Abbruch der Expedition entdecken die Überlebenden einen
mysteriösen Schacht, der senkrecht und scheinbar endlos tief in die Erde
führt. Sie wollen dieses Rätsel, das jedem physikalischen Gesetz
widerspricht, lösen. Der gefährliche Abstieg in die Dunkelheit beginnt, wo
Tod und Wahnsinn lauern …
Genre Horror - Schauplatz Spitzbergen / Arktis
Verlag Luzifer --- Seitenzahl 370
1. Auflage 2008 --- hier die neue Auflage vom Nov
2021
Meine Meinung
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Das Buch kam ja schon 2008 heraus und wurde jetzt, in der Neuauflage, um
einige Passagen erweitert und zwar jene, die in der Gegenwart spielen.
Grundsätzlich geht die Geschichte nämlich um eine Gruppe von Forschern /
Entdeckern, die sich im Jahr 1911 in die Arktis aufmachen, um Spitzbergen zu
kartografieren.
Der Leiter dieser Expedition, Alexander Berger, berichtet in seinen
Tagebüchern darüber - und diese sind auch der Aufhänger für den zweiten
Erzählstrang in der Gegenwart (2021), in der sich Nele ebenfalls in die
Arktis aufmacht, um die Rätsel in diesen Tagebüchern zu entschlüsseln.
Mit Nele geht es auch direkt schon recht actionreich los. Ich denke, dieser
Part in der Gegenwart wollte etwas mehr greifbare Spannung reinbringen,
wobei ich sagen muss, dass es für mich nicht unbedingt nötig war. Der Anfang
war zwar dadurch schon sehr fesselnd und hat neugierig gemacht und war ein
guter roter Faden und Cliffhanger Bereiter für die Wechsel zwischen den
Erzählsträngen, aber unbedingt nötig fand ich es jetzt nicht.
Manchen mag die Erzählung aus den Jahren 1911 bis 1914 vielleicht etwas zu
zäh gewesen sein - bzw. zu ruhig, aber die Spannung lebt hier einfach von
dem subtilen. Die eisige, einsame Atmosphäre in dem von Stürmen
heimgesuchten Spitzbergern. Die Abgeschiedenheit der kleinen Gruppe, die
sich auf diese waghalsige Reise gemacht hat und die mit so vielen
naturbedingten Widrigkeiten zu kämpfen hat, dass das Überleben an sich schon
auf dem Spiel steht und für grausame Ereignisse sorgt.
Und dann natürlich der Schacht. Dieser scheinbar bodenlose Tunnel ins
nirgendwo, der ein Geheimnis birgt, dessen Lösung jeden, der sich damit
beschäftigt, gar nicht mehr loslässt, ja in einen Wahn verfallen lässt, das
war schon sehr geschickt gemacht und lässt mich als Leser meine
Vorstellungskraft in alle Richtungen tasten.
Mich hat es ein bisschen an Dan Simmons "Terror" denken lassen, die
Geschichte um die Entdeckung der Nord-West Passage im Jahr 1845, also auch im ewigen Eis - ein dickes
und sehr ermüdendes Buch, in dem das Grauen auch durch das Unbekannte und
die Einbildungskraft entstehen sollte, was dem Autor meiner Meinung nach für
mich hier leider gar nicht gelungen ist.
Andreas Gruber allerdings hat durch viele sorgsam platzierte Details eine
unheimliche Stimmung geschaffen, die immer so grade unter der Oberfläche
schwebt und die Faszination für diesen Schacht aufleben lassen, die einen
packt und nicht mehr loslässt. Man will einfach hinter dieses Geheimnis
kommen!
Das Rätsel, das Unbegreifliche und die Besessenheit steht hier im
Vordergrund und wird mit einer ruhigen, aber fesselnden Handlung und tollen
Charakterzeichnungen abgerundet.
Nebenbei: In der Einleitung heißt es, dass in der Sprache der Wikinger die
norwegische Inselgruppe Spitzbergen "Svalbard" genannt wird -> die Heimat
der Panzerbären aus Philip Pullmans Trilogie "His Dark Materials" (Der
goldene Kompass) Dieser Bezug hat mir sehr gefallen, auch wenns keinerlei Zusammenhänge gibt
Meine Bewertung
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Ebenfalls rezensiert von
Sehr empfehlen kann ich auch "Der Judas-Schrein"
In dem abgeschiedenen Dorf Grein am Gebirge, eingeschlossen zwischen den Bergen und einem Fluss, wird eine verstümmelte Mädchenleiche entdeckt, der mehrere Rückenwirbel fehlen. Als Kommissar Alex Körner und sein Team mehrere Exhumierungen anordnen, nehmen die Ermittlungen eine ungeahnte Wendung. Zudem spitzt sich die Lage zu, als der vom Dauerregen stark angeschwollene Fluss über die Ufer tritt. Vom Hochwasser eingeschlossen und von der Außenwelt abgeschnitten, kommt eine schreckliche Wahrheit ans Licht und die grausamen Morde gehen weiter …
Hi Aleshanee,
AntwortenLöschenes liegen beide Titel bei mir auf der ToRead-Liste - zurecht wie mir scheint :)
Viele Grüße
Frank
Hallo Aleshanee,
AntwortenLöschenschön, dass dir das Eulentor auch so gut gefallen hat. Natürlich habe ich auch schon den Judasschrein gelesen.
Liebe Grüße
Martina
Hallo Aleshanee,
AntwortenLöschenes freut mich, dass du das Buch auch mochtest. Beim Gegenwartsstrang bin ich bei dir, es hätte auch ohne sehr gut funktioniert. Dieses Subtile ist genau meins und mich hat Gruber sehr gefesselt. Umgeben von Kälte und Eis ist es eine großartige Geschichte.
Was du richtig gut beschreibst, ist, wie alles ganz nah unter der Oberfläche schwebt und somit sehr fesselnd ist.
Liebe Grüße
Nicole