Dienstag, 13. Oktober 2026

Der Geisterbaum von Christina Henry



Der Geisterbaum von Christina Henry


Im Original The Ghost Tree
übersetzt von Sigrun Zühlke
Genre Paranormaler Mystery Horror
Schauplatz USA - fiktive Kleinstadt bei Illinois

Verlag Penhaligon 
Seitenzahl 512
1. Auflage März 2023






Eine abgelegene Kleinstadt, eine blutige Mordserie und ein entsetzliches Monster: Der neue Fantasy-Horror-Roman von Christina Henry!
Als die Leichen von zwei Mädchen in der Stadt Smiths Hollow auftauchen, weiß die 14-jährige Lauren, dass die blutige Tat ungesühnt bleiben wird. Schließlich konnte die Polizei auch den Mörder ihres Vaters nicht finden, dessen Leiche ein Jahr zuvor im Wald gefunden wurde: Sein Herz war ihm herausgerissen worden, und zwar unter dem berüchtigten Geisterbaum. Warum musste Laurens Vater sterben? Wieso vergessen die Bewohner von Smiths Hollow, dass aus ihren Reihen immer wieder Mädchen verschwinden? Und welches blutige Geheimnis bewahrt der schreckliche und Lauren doch so vertraute Geisterbaum? Sie ahnt, dass sie in Gefahr ist – und dass sie die nächste ist, die ihr Leben verlieren soll ...



Meine Meinung
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Wir reisen zurück ins Jahr 1985. Es ist Sommer. 
Zu dem Zeitpunkt war ich 10 Jahre alt und die Autorin hat den Zeitgeist wunderbar beschrieben (sie ist übrigens genauso alt wie ich :D ) Die Klamotten, die Musik, die Mädels und wie sie denken, der ganze Flair aus den 80ern mit Kassettenrecordern und dem ganzen alten Kram - sowas liebe ich sehr!  

Lauren ist 14 Jahre alt und trifft sich oft mit ihrer besten Freundin Miranda im Wald - beim Geisterbaum; allerdings merkt sie, dass sie sich in letzter Zeit entfremden. Während sie selbst noch an ihrer Kindheit hängt, ist Miranda mit Schminken, Klamotten und Jungs beschäftigt. Solche Freundschaften gehen leider immer wieder auseinander. Wenn die Pubertät ins Spiel kommt und jeder sich anders entwickelt, ob schneller, langsamer oder einfach anders und schließlich werden Wege eingeschlagen, die in unterschiedliche Richtungen führen.
Allerdings hat Lauren, auch wenn es ihr weh tut, sehr selbständige und starke Gedanken dazu, was mir richtig gut gefallen hat. Und auch wenn sie mit Miranda nicht mehr so klar kommt, steht sie dennoch hinter ihr und verteidigt sie.

Der Wald wirkt von Anfang an mysteriös. Niemand aus dem kleinen Städtchen Smiths Hollow hält sich gerne darin auf - auch wenn Lauren nicht so recht weiß, warum. Sie fühlt sich dort nämlich sehr wohl.
Mit ihrem Vater hatte sie ein sehr inniges Verhältnis und er fehlt ihr. Vor einem Jahr wurde er brutal ermordet, in der Nähe des Geisterbaums: weshalb sie sich auch gerne dort aufhält, weil sie sich ihm hier nahe fühlt.  
Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist wie so oft bei Teenagern nicht wirklich existent bzw. versuchen sie, sich aus dem Weg zu gehen um nicht zu streiten. Man merkt hier sehr gut, wie schwer es beide haben, denn die ganzen Anschuldigungen und Streitereien entstehen eigentlich nur aus eigener Unsicherheit und Angst, und Schuldgefühlen. Gerade wenn man dann nicht darüber spricht, wird es schwer, sich wieder anzunähern. 

Laurens 10 Jahre jüngerer Bruder David ist ein besonderes Kind. Mit seinen 4 Jahren wirkt er äußerst ernst und ja, geheimnisvoll. Auch wenn das schwierig zu erklären ist; aber dabei bleibt er nicht unnahbar oder gar unheilvoll - sondern eher liebenswert anders als andere.

Vor kurzem ist eine mexikanische Familie nach Smiths Hollow gezogen - von der Großstadt Chicago aufs "Land", wo mehr Platz und Ruhe ist. So war es zumindest gedacht; und Alejandro, der bei der Polizei direkt eine Stelle bekommen hat, konnte das nur bestätigen.

Dann werden allerdings zwei Leichen gefunden. Die Umstände erschüttern alle und Alex - wie Alejandro genannt wird - muss gegen etwas ankämpfen, mit dem er niemals gerechnet hätte.

Da die Perspektiven immer wieder wechseln, erleben wir das ganze aus unterschiedlichen Sichtweisen. Die Figuren sind durchgehend sehr stark in ihrer Rolle und wir haben hier die unterschiedlichsten Charaktere dabei... Menschen die verdrängen, Menschen die über Leichen gehen für ihren Wohlstand, Menschen voller Hoffnungen - und Ängste, Menschen mit Vorurteilen und Mitgefühlen. 
Das mochte ich sehr, dass man einen guten Einblick in die Geschehnisse bekommt und ein Gesamtbild der kleinen Stadt, ihrer Bewohner und wie die Entwicklungen langsam aus dem Ruder laufen.

Die Auflösung des Rätsels, wie die Bewohner von Smiths Hollow damit umgehen und welche Folgen das alles nach sich zieht ist in einem überraschenden Aufbau strukturiert. Das ist etwas schwer zu formulieren, ohne zu spoilern - es hat mich jedenfalls einiges überrascht und ich wusste nicht recht, ob ich das jetzt gut finde oder nicht. 
Auch hat mir nicht so gefallen wie es sich in der zweiten Hälfte vom logischen her entwickelt. Da waren doch einige Entscheidungen schwer nachzuvollziehen. Je weiter ich dann dem Ende kam, umso konfuser kam mir alles vor und so viele Momente, leider, die mich den Kopf schütteln ließen. 
Alles wirkte plötzlich zu konstruiert und irgendwie zusammen geflickt. Da hätte man noch so vieles herausholen können, aber das wurde auf dem Weg alles fallen gelassen und zum Ende hin zwar einigermaßen spektakulär, aber für mich nicht spannend umgesetzt. Echt schade! 
Habe ich am Anfang noch zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt, wurden es am Ende immer weniger. 

Ich bin jetzt echt etwas überfragt was ich davon halten soll. Die Idee ist nicht neu, aber hatte super gute Ansätze und anfangs war ich auch sehr begeistert - aber im Laufe der Geschichte haben viele Entscheidungen keinen Sinn mehr für mich ergeben und einiges an Potenzial wurde verschenkt. 
Besonders hervorheben möchte ich aber dennoch David, den kleinen Bruder von Lauren, der eine wichtige Rolle spielt und der bis zum Ende einen überzeugenden Part hatte und mein kleiner Held geworden ist :) 



Die feministischen Ansätze waren teilweise gut und wichtig - teilweise aber für mich zu verdreht. In der heutigen Zeit ist es wirklich schwierig und ein Mädchen darf sich durchaus auch als Mädchen fühlen, ohne im Hinterkopf zu haben, dass das falsch wäre. Man "muss" nicht alles vermischen, denn es gibt nunmal 2 Geschlechter oder auch mehr, wie auch immer. Mir persönlich ist das egal und ich möchte das jeder so lebt, wie es ihm gefällt. Aber dazu gehört auch, dass ein Mädchen mädchenhaft sein darf. 
An sich hat Christina Henry das auch so hier verarbeitet, und dann wieder umgekehrt ... ich hab das Gefühl dass es heutzutage vielen schwer fällt, in diesem Thema einen Nenner zu finden. Vielleicht gibt es ja auch keinen. Aber man merkt, welche Unsicherheit hier durchschwingt.

Witzig fand ich, dass ich einige Parallelen zur ersten Wednesday Staffel gefunden habe - aber das nur so am Rande. 


💭 Thema★★★★Ein mysteriöser Geisterbaum und grausame Morde in einer
kleinen Stadt - super Ausgangsposition             
✍️ Schreibstil★★★★Sehr anschaulich, durch die wechselnden Perspektiven erhält man
ein großes Bild der Ereignisse
👥 Figuren★★★Spannende Figuren sind hier dabei - leider werden ihre Entschei-
dungen im Lauf der Handlung immer unlogischer
⚡ Dynamik★★★ Ein toller Anfang der neugierig macht. Leider bleibt einiges auf der
Strecke so dass die zweite Hälfte nicht mehr überzeugen konnte
❤️ Emotionen★★★War ich anfangs noch am mit fiebern, hat es immer mehr nach-
gelassen; vor allem durch mein Unverständnis der Entwicklung

Meine Bewertung
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Rezensionen auch bei




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2 Kommentare:

  1. Hallo Aleshanee,
    klingt durchaus spannend. Ich hatte mir eh vorgenommen, etwas mehr von der Autorin zu lesen.
    Allerdings hatte ich bei der Alice-Chronik irgendwo im zweiten Teil den Eindruck, sie verliert sich da etwas, ich hab einfach nicht gesehen, wohin das führen soll..ähnlich wie du es hier auch beschreibst.
    Auch so junge Protagonisten sind schon etwas weit weg für mich aber das kann die Story an sich auch wettmachen.
    Ich bin eigentlich kein großer Fan vom Perspektivwechsel. Es kann hilfreich für die Story sein, spontan fällt mir da Abendrot oder 100 Fathoms below ein aber es muss echt passen. Manchmal finde ich es störend zu einer anderen Person und ihrer Geschichte zu wechseln..

    Hab mir das Buch mal notiert (glaube, ich hatte es woanders auch gesehen)

    Danke für die Vorstellung, man bekommt einen guten Einblick, auch durch die Aufschlüsselung in der Skala, vielleicht sollte ich meine auch etwas näher erläutern:)

    Liebe Grüße,
    Silver

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    1. Also Nicole war gerade von diesem Buch von ihr sehr begeistert. Mich hat es ab der Hälfte ein bisschen verloren, weil ich mit den Entwicklungen nicht so viel anfangen konnte, aber das empfindet jeder sicher anders.

      Hm, keine Perspektivenwechsel?? Die kommen doch immens oft vor! Also ich überlege grade in welchen Büchern keine vorkommen *lach* Ne, schmarrn, aber bei mir ist es tatsächlich halb / halb würde ich sagen... ich mag das gerne weil man dann einen großen Blick von verschiedenen Seiten hat auf das Szenario.
      Ich finde das Buch hier auch wirklich nicht schlecht

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