Montag, 23. März 2026

So kalt wie Eis, so klar wie Glas von Oliver Schlick



So kalt wie Eis, so klar wie Glas von Oliver Schlick


Genre Urban Fantasy mit Mythologie
Verlag Ueberreuter - Seitenzahl 384 - 1. Auflage August 2015



"... Wir können die Handlungen eines Menschen verurteilen, aber niemals den Menschen selbst. ..."
Zitat Seite 302


 


Meine Meinung

Cora steht kurz vor dem Abitur, als ihre Mutter plötzlich bei einem Unfall stirbt. Dadurch erfährt sie allerdings, dass sie noch einen Großvater hat, der im entfernten Rockenfeld lebt und nach alter Handwerkskunst Schneekugeln herstellt. 

Kurzentschlossen zieht Cora in die kleine Stadt und kann dort auch direkt im nahe gelegenen Internat ihr Abitur fertig machen. Allerdings hat sie nicht mit so großen Schwierigkeiten im Umgang mit den dortigen Schülern gerechnet und auch die Strategien der Schule kommen ihr merkwürdig vor. 

Elsa ist die engste Vertraute ihres Großvaters. Sie hab ich, ehrlich gesagt, anfangs etwas nervig gefunden. An ihre laute, plumpe und tollpatschige Art muss man sich erst gewöhnen, aber so ganz warm geworden bin ich nicht mit ihr. Cora wohnt bei ihr, weil bei ihrem Großvater zu wenig Platz wäre und die beiden kommen ganz gut miteinander klar.
Überhaupt spielt einiges an Humor mit in der Geschichte; auf den ich nicht vorbereitet war, einfach anhand meinen Erwartungen an die Geschichte. Aber da ich die Kinderkrimis von ihm kenne hätte ich eigentlich wissen müssen, dass auch hier der Schalk zwischen den Zeilen steckt :)

Von den Schneekugeln ist Cora jedenfalls sofort verzaubert, als sie das erste Mal ihren Großvater besucht. In ihrer Familie ist es schon seit Jahrhunderten Tradition und es gibt sogar eine richtige Gilde der Rockenfelder Kugelmacher, in die nur wenige kommen, die diese besonderen Kugeln herstellen dürfen und es herrscht auch viel Geheimniskrämerei und Konkurrenzkampf.
Der Autor hat hier so wunderschöne Ideen eingebracht, was die Schneekugeln, ihre Herstellung und die Szenen betrifft, die man darin bewundern kann. Jeder Hersteller hat sich auf etwas bestimmtes spezialisiert und vor allem eine davon, die sehr makabre Szenen darstellt, fand ich sehr originell.

Aber auch die mythische Komponente um die Wilde Jagd, die Raunächte und wie das ganze zusammenhängt finde ich sehr spannend mit vielen Bezügen zu den wahren Sagen. 
Durch einen nächtlichen Besucher, seltsame blaue Lichter und viel Neugier kommt Cora schließlich dann auch diesem Geheimnis auf die Spur, aber die Gefahr wird dadurch umso greifbarer!

Ich mochte Cora sehr gerne. Sie ist eine etwas zurückgezogene, aber sehr offenherzige junge Frau, die zwar manchmal noch das etwas teenagerhafte Gemotze drauf hat, dafür aber keine zu große nervige Naivität an den Tag legt. 
Moritz, den sie kennenlernt, mochte ich sofort. Sein Stil, seine amüsante Art, sein Charakter, damit ist er mir sofort ans Herz gewachsen. Auch weil er etwas aus der Rolle des typischen Musters fällt und das auch nach außen transportiert.
Die anderen Charaktere und Nebenfiguren waren alle auf ihre Art speziell, ohne überzogen zu wirken und hatten interessante Wesenszüge, die sie unverwechselbar und besonders machen. Ich hatte viel Spaß sie kennen zu lernen und zu beobachten, wie jeder von ihnen mal mehr und mal weniger in Coras Geschichte hineingezogen wurden.

Die Spannung steigt dann gegen Ende immer mehr, denn die Bedrohung rückt näher und Cora weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Da es einige Leute in ihrem Umkreis gibt, die in Frage kommen, war ich sehr neugierig, wer letztendlich dahintersteckt.

Aber auch so lief die Geschichte gut vor sich hin. Es war nicht besonders aufregend, aber auch nicht langweilig, es ist ständig etwas neues passiert, es gibt eine kleine Romanze, kuriose Figuren, ein wenig Magie, Winterzauber und viele, viele Schneekugeln. Es ist rundum gelungen, es bleiben keine Fragen offen und der Zauber der Raunächte hat hervorragend in die Weihnachtszeit gepasst.

In manchen Rezensionen hab ich gelesen, dass auf manche Trauerfälle nicht so besonders eingegangen wurde... aber das fand ich jetzt nicht störend oder auffällig, denn das ist hier einfach nicht das Thema und hätte nicht gepasst. Es ist eine magische Geschichte über alte Sagen, über verzauberte Schneekugeln und über den Zusammenhalt, der über das Böse siegt, mit einem Herz erwärmenden Ende auf dem Eis :)


Meine Bewertung


5 Kommentare:

  1. Liebe Aleshanee

    Oh, ein weiteres Jugendbuch von Oliver Schlick. Wie schön, dass es dir so gut gefallen hat. Ich wollte mir seine anderen Bücher übrigens auch schon einige Male näher ansehen, aber ich finde sie einfach so gar nicht ansprechend gestaltet... Jetzt hast du mich aber sehr ins Wanken gebracht, vielleicht sollte ich mir das Buch direkt auf die Wunschliste packen.

    Alles Liebe für dich
    Livia

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    1. Ja, also einige Kinderbücher von ihm sind jetzt auch nicht meins (FC Stinkesocke zum Beispiel oder Dr. Möhrke) - aber das hier ist ja eher ein Jugendbuch und sieht wunderschön aus und hat auch inhaltlich wieder eine richtig tolle Story!

      Wächter der Meere, Hüter des Lichts
      Miranda Lux
      Penny Maroux und das Geheimnis der 11

      Die drei von ihm hab ich mir aber auf jeden Fall noch notiert!

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  2. Hallo Aleshanee,

    das hier wartet ja auf meiner Wunschliste. Vielleicht kommt es diesen Winter an die Reihe, das wäre sicherlich passend für die Jahreszeit. Schön jedenfalls, dass du es gerne mochtest und es empfiehlst.

    Liebe Grüße
    Nicole

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  3. Guten Morgen Aleshanee,
    ich finde es toll, dass man bei dir auch immer wieder ältere Titel findet, die man vielleicht selbst noch in den Tiefen des eigenen SuBs vermutet.
    Dieses Buch klingt sehr atmosphärisch und thematisch sehr besonders. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich was für mich wäre, aber ich bin gern deinen Gedanken und Eindrücken gefolgt.
    Mir wird jedoch nicht der drittletzte Absatz komplett angezeigt. Der Satz bricht nach "letztendlich" plötzlich ab. Das kann aber auch an meinem Browser liegen.
    Liebe Blubbergrüße
    Anka

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    1. Dankeschön Anka! <3
      Oh, da hat tatsächlich ein Wort gefehlt! Danke für den Hinweis!

      Ja, ich lese immer wieder gerne auch ältere Titel, auch weil viele schon länger auf der Wunschliste stehen oder auf dem SuB warten und ich die jetzt nach und nach lesen möchte! Gerade dieses Jahr versuche ich Neuerscheinungen zwar anzuschauen und mir zu notieren, aber so wenig wie möglich einziehen zu lassen. Es warten einfach andere Bücher schon viel zu lange aufs lesen :)

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