Das alte Haus von Patrick Hertweck
Das alte Haus von Patrick Hertweck
Schaurige Novelle - Coming of Age
empfohlen ab 12 Jahren
Selfpublisher
Seitenzahl 55
1. Auflage November 2025
Sommer 1982. Für zwei Freunde scheint dieser Sommer endlos zu sein. Auf dem
Gelände eines stillgelegten Sägewerks entdecken sie ein verlassenes Haus,
einen Ort voller Vergessen und Schatten. Das Gebäude wirkt wie eingefroren in
der Zeit und trägt eine Geschichte in sich, die tiefer reicht, als Tom und
Benni ahnen. Was als harmloses Abenteuer beginnt, entwickelt sich zu einer
Begegnung mit der dunklen Seite der Vergangenheit. Die Jungen folgen einem
geheimnisvollen Echo, das sie tiefer in die Geschichte des Hauses führt und
ihre Freundschaft auf die Probe stellt. Dabei spüren sie, wie nah Gegenwart
und Erinnerung beieinander liegen und wie ein Ort seine eigene stille Macht
entfalten kann.
"Das alte Haus" verbindet Coming of Age mit einer modernen Gothic Atmosphäre.
Es ist eine leise und zugleich unruhig schimmernde Erzählung über
Freundschaft, Verlust und die Frage, was von uns bleibt, wenn die Zeit
weitergeht. Eine Geschichte über einen Sommer, der alles verändert.
Meine Meinung
⏏⏏⏏⏏⏏⏏⏏⏏⏏⏏⏏⏏⏏
Es war im Sommer 1982, als die beiden 12jährigen Tom und Benni auf
Entdeckungstour gehen. Wie man es eben so macht in dem Alter, und über Zäune
klettert, auf verlassenen Grundstücken herumstöbert, ohne groß über
Konsequenzen nachzudenken.
Es ist auch die Zeit meiner Kindheit und ja, damals gab es noch solche
verlassenen Gemäuer, in die man sich einschleichen konnte, Verbote hin oder
her... und es hat sich auch niemand groß geschert was man den ganzen
Nachmittag über so macht, solange man zum Abendessen wieder zuhause war.
Tom zögert jedenfalls keinen Augenblick als sie hinter einer still gelegten
Fabrik das alte Haus entdecken und möchte es natürlich erkunden - und Benni
folgt ihm, denn er möchte nicht als Feigling dastehen. Wirklich Angst hat er
keine, aber ein ungutes Gefühl und man spürt schon, dass er sich mit seinem
Freund verbunden fühlt und mit ihm zusammen dieses kleine Abenteuer auskosten
möchte.
Und schließlich: es ist ja nur ein altes Haus... aber die ganze Atmosphäre hat
etwas seltsames und es kommen kleine Details ins Spiel, die etwas unheilvolles
spüren lassen. Auch als man die Geschichte über das Haus bzw. die Bewohner
erfährt, klingen diese alten Schicksale noch lange in den Herzen der zwei
Buben nach - allerdings auf unterschiedliche Weise.
Der Autor hat von Anfang an alles sehr anschaulich beschrieben. Ob das
Glitzern des Sees im Sommer, der warme Geruch der Holzbohlen vom Steg, das
Gefühl von Leichtigkeit und Abenteuer, als würde das Leben endlos so
weitergehen... ich hab mich sofort in der Zeit zurückgesetzt gefühlt. Dazu
kommen natürlich auch die Comics und Fernsehserien von damals, das Telefon in
der Küche bzw. im Flur oder wo auch immer es steht und man es die paar Meter
mitnehmen kann soweit das Kabel reicht :) Kassetten und Cordhosen und eine
Kindheit ohne Sorgen.
Und ein Sommer, in dem sich vieles verändert.
Veränderungen geschehen ständig, jeden Tag, manche unbemerkt und manche
krempeln unser ganzes Leben um. Es geht hier um Verlust, um Abschied und
Loslassen. Um die tiefen Bande der Freundschaft, die nicht immer so halten wie
man es sich wünscht und dass manche Wege, die man zusammen beschritten hat,
plötzlich in verschiedene Richtungen führen.
Die schaurige Komponente hat eine tolle Stimmung geschaffen. Dazu kommt das
ruhige Wesen von Benni, aus dessen Sicht wir diese prägenden Wochen erleben
und dem es schwer fällt, alles zu begreifen. Denn was bisher für ihn sicher
und beständig war scheint über Nacht nicht mehr erkennbar zu sein.
Es ist eine kurze, aber dafür umso intensive und berührende Geschichte. Ohne
zu sehr in die Traurigkeit zu sinken wird die Endlichkeit unseres Lebens
greifbar; und umso dankbarer sollte man sich fühlen, dass wir jeden neuen Tag
mit neuen Chancen erleben dürfen.
Als Schullektüre bietet es auf jeden Fall viel Stoff zum Austausch.
| 💭Thema | ★★★★☆ | Ein Sommer der alles verändert, Erwachsen werden |
| ✍️ Schreibstil | ★★★★☆ | Eher ruhig und intensiv zum Eintauchen |
| 👥 Figuren | ★★★★ | Authentisch zum mitfühlen |
| ⚡ Dynamik | ★★★★ | Gutes Tempo und spannende Überraschungen |
| ❤️ Emotionen | ★★★★☆ | Hat wichtige Botschaften dabei |
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Hallo liebe Aleshanee,
AntwortenLöschenalso du hattest mich eigentlich, das muss ich zugeben, mit der Seitenzahl des Buches. Als ich gesehen habe, dass dieses Büchlein so dünn daherkommt, war ich sofort neugierig, ob so eine kurze Geschichte dann letztlich zu überzeugen weiß und das hat sie, das entnehme ich deiner Rezension ganz deutlich.
Du hast mich auch sofort neugierig machen können. Allein bei deinem ersten Absatz kamen bei mir Kindheitserinnerungen hoch. Ich habe zwar selbst keine Häuser erkundet, aber ich hatte einen besten Freund, der da etwas wagemutiger war. Und ich erinnere mich noch daran, wie er auf den Dachboden eines verlassenen Hauses geklettert ist und ich unten auf ihn gewartet habe.
Überhaupt hast du mich mit deinen Worten zu der Erzählung, zum Schreibstil richtig neugierig machen können. Und eine gute Botschaft hat scheinbar auch noch Platz gefunden.
Vielen Dank für diese wirklich interessante Buchvorstellung.
Ganz liebe Grüße
Tanja :o)
Wieder mal super interessant - denn mich schrecken so wenige Seitenzahlen immer direkt ab und ich schau mir diese Geschichten dann leider auch gar nicht näher an. Hier war ich neugierig, weil ich schon andere Bücher von ihm kenne.
LöschenOh, das hört sich wirklich sehr ähnlich an :) Ich hoffe nur, deine Erfahrungen hören dann da auch auf - denn im Buch wird es dann doch etwas schwieriger mit dem Abenteuer.
Freut mich wenn es dich neugierig gemacht hat <3
Also ich sehe das genauso wie du: Ich bin auch eher skeptisch, wenn die Bücher zu dünn daherkommen, weil ich immer gleich denke, dass die Geschichte dann vermutlich nicht genug Tiefe bekommt. Zugleich bin ich aber auch neugierig, ob das Buch es schaffen könnte. Ich greife sehr selten zum dünnen Buch, habe damit aber auch schon gute Erfahrungen gemacht. Und war ich auch sehr neugierig, wie und ob es dem Autor gelungen ist, eine fesselnde Geschichte zu erzählen.
LöschenJa, tatsächlich habe ich das Abenteuer eher von außen mitbekommen. Ich denke, mein Kindheitsfreund hat dann, da er selbst öfters dort war, ein wenig mehr Abenteuer erleben dürfen. Ich war da immer zu vernünftig und zu ängstlich ;o)
Ich weiß auch nicht, warum ich mich da so zurückhalte... vielleicht hab ich auch ganz schlicht manchmal den Kosten/Nutzen Faktor im Hinterkopf. Auch dünne Bücher kosten Geld und hab sie in einer Stunde gelesen.... jetzt mal übertrieben gesagt :)
LöschenVielleicht spielt das auch noch unterbewusst eine Rolle bei mir - aber ich ertappe mich auch oft bei der Meinung, ich hätte nichts davon, bei so kurzen Geschichten. Dabei ist das meist gar nicht so, wenn ich dann mal eine versuche ;)
Hallo Aleshanee,
AntwortenLöschenjetzt fällt mir deine Neuerung bei den Rezensionen auf. :D Für das Buch fühle ich mich momentan irgendwie zu alt, aber ich merke es mir mal. Ich mag den Stil des Autors.
Liebe Grüße
Nicole
Ja, ich probier es einfach mal :) Den Kasten mit den Bewertungen werde ich definitiv erstmal lassen. Das Formular zum Ausfüllen muss ich einfach mal abwarten ob und wie es ankommt. Manche mögen ja nicht kommentieren, aber vielleicht lässt man dann 1-2 Klicks da. Das ist jetzt mal ein Versuch.
LöschenSolche Bücher / Geschichten mag ich auch nicht immer, aber der Zeitpunkt war grade richtig und es ist ja auch sogar mit einer leicht unheimlichen Komponente :D