Sonntag, 14. Juni 2020

Rezension zu Tara und Tahnee von Patrick Hertweck

Rezension zu Tara und Tahnee von Patrick Hertweck


Spannender historischer Abenteuerschmöker für Mädchen und Jungen ab 10 Jahren. 

Sierra Nevada, 1856. Mühsam kämpft sich Tahnee durch die Wildnis. Sie muss ihrem Vater helfen, der von Kopfgeldjägern gejagt wird. Immerzu denkt sie an das Versprechen, das sie ihm gegeben hat: Sie muss es schaffen, nach San Francisco zu kommen! Noch ahnt sie nicht, dass dort in einem herrschaftlichen Anwesen Tara lebt, mit der sie ein besonderes Schicksal verbindet …
(Verlagsinfo)




Meine Meinung
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Von Patrick Hertweck hab ich auch schon das Abenteuer Maggie und die Stadt der Diebe gelesen, ebenfalls eine abenteuerliche Geschichte im New York des Jahres 1870.
Sein neues Buch um die beiden 11jährigen Mädchen Tara und Tahnee spielt 1856 in der Sierra Nevada und hat mir sogar noch einen Tick besser gefallen als sein Debüt!

Erzählt wird abwechselnd aus der Sichtweise der beiden Mädchen, wobei Tara in Form von Tagebucheinträgen in der Ich-Perspektive schildert, was passiert.
Der Hauptteil wird aber von Tahnee bestimmt und schon der Anfang der Geschichte geht äußerst spannend los. Ein Kopfgeldjäger ist hinter ihrem Vater her und sie möchte um jeden Preis verhindern, dass er am Galgen landet.
Ich fand diesen Wechsel immer sehr gelungen zwischen den Schwierigkeiten in der Wildnis, mit der Tahnee zu kämpfen hat und den eher ruhigeren Passagen von Tara, ihrem behüteten Leben, und wie sie auf immer mehr Geheimnisse von ihrem Großvater stößt.

"Aber nachdem ich ein paarmal diese Mauern verlassen durfte und nun nicht mehr,
merke ich, dass ich hier nicht wie eine Prinzessin lebe, sonder wie eine Gefangene." S. 113

Geschrieben ist es relativ einfach, also passend für das empfohlene Lesealter, dennoch mit einem gewissen Anspruch, der die Erlebnisse nah und anschaulich schildert und einen lebendigen Einblick gibt in das damalige Leben.
 
Dazu gehört natürlich die Unterdrückung der "farbigen Bevölkerung", seien es die schwarzen Sklaven oder die einheimischen Indianer. Patrick Hertweck hat einen gut Weg gefunden, jungen Lesern zu vermitteln wie boshaft manche Menschen ihnen gegenüber waren und andererseits hat er aufgezeigt, wie sie selber durch Mut, Pfiffigkeit, Hoffnung und Mitgefühl zu überleben gelernt haben.

Ich bin mir sicher, dass der Tag bald kommen wird, an dem alle im Land
in Freiheit leben können und jeder Mensch vor dem Gesetz gleich sein wird." S. 86

Auch die rauen Sitten klingen immer wieder durch und das Recht des Stärkeren bzw. Reicheren, wobei sich da ja leider teilweise nicht so viel geändert hat. 

Natürlich zeigt er auch, grade durch Tahnee, wie viel man mit Mut und Durchhaltevermögen schaffen kann, aber auch Tara, die nicht nachlässt und den Dingen auf den Grund gehen will, um der Wahrheit näher zu kommen: zwei ganz tolle, taffe Mädchen, die sich nicht unterkriegen lassen!
Es gibt auch feine Untertöne, wie die Vorsicht gegenüber Fremden, die Wichtigkeit von Freundschaft und Zusammenhalt, wie auch ein waches Auge auf Dinge, die man hört und sieht, die man aber erstmal hinterfragen sollte. 

Wenn man auch schnell die Zusammenhänge der Hintergründe ahnt, blieb es für mich durchaus spannend zu verfolgen, nicht wo der Weg hinführen wird, sondern was alles auf diesem Weg passiert! Und da gibt es wirklich eine ganze Menge Überraschungen und zum Finale hin hat die Spannung nochmal so richtig angezogen!

Das Cover finde ich übrigens super schön gelungen und der lila farbene Buchschnitt gibt dem Äußeren noch etwas besonderes.

Ein großartige gelungener Abenteuer-Roman nicht nur für Kids mit einem mitreißenden Ausflug in den Wilden Westen, der das Leben, das Leid, aber auch die Freude sehr schön vermittelt und ein paar aufregende Lesestunden bereit hält!


Meine Bewertung
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http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/5%20Sonnen




Vielen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar.
 Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension 
spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider.



Ebenfalls rezensiert von



 

Tara und Tahnee

Verloren im Tal des Goldes
von Patrick Hertweck

Genre Historischer Abenteuerroman
Schauplatz Sierra Nevada 1856
empfohlen für Kinder ab 10 Jahren

Verlag Thienemann --- Seitenzahl 304
1. Auflage Februar 2020




Ebenfalls von Patrick Hertweck gelesen habe ich

Maggie und die Stadt der Diebe

New York, 1870: Maggie ist auf der Flucht. Nur knapp ist sie den Männern entkommen, die sie aus dem Waisenhaus entführt haben. Ziellos irrt sie durch die Armenviertel von Manhattan. Bei einer Bande junger Diebe findet sie Unterschlupf. Schon bald merkt Maggie, dass ihr die Slums seltsam vertraut sind. Offenbar hat sie einst hier gelebt. Maggie setzt nun alles daran, das Rätsel ihrer Vergangenheit zu lösen. Licht ins Dunkel kann jedoch nur einer bringen: Mephisto Mose, der Herrscher über die New Yorker Unterwelt.



Kommentare:

  1. Hallo Alex,

    ich habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen und es hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Gerade die Handlung von Tahnee sind fesselnd und man fiebert als Leser mit. Aber auch Taras Sichtweise überzeugt, auch wenn diese ruhiger sind. Beide Mädels sind wirklich taff und hartnäckig, was mir gefiel. Auch das Setting hat der Autor wunderbar dargestellt und die enthaltenen Botschaften konnten ebenfalls bei mir punkten. Ich kann das Buch bedenkenlos empfehlen und es macht einfach Spaß es auch als Erwachsener zu lesen.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Uwe

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    1. Hi Uwe :)

      Ich war auch viel zu schnell durch! Im Kinder-Jugendbuch Bereich ist das ja meistens so, aber die Spannung war hier auch wirklich immer sehr hoch!
      Freut mich jedenfalls, dass es dir auch so gut gefallen hat!

      Ich wünsch dir auch noch einen schönen Sonntag :)

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  2. Einen wunderschönen Wochenstart wünsche ich dir,

    ich bin ehrlich, ich habe noch kein Kinderbuch gelesen, dass seine Abenteuer in der Vergangenheit, vor allem im 19. Jahrhundert bestreitet.
    Aber ich sehe, es wäre eine Zeitreise wert.
    Deine Rezension lässt dich Geschichte vielversprechend klingen und ich weiß jetzt, was hinter den vielen Insta-Fotos, die ich zu diesem Buch gesehen habe, steckt.
    Danke dir.

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Dankeschön, das wünsch ich dir auch :)

      Ja, ich kenne tatsächlich auch wenige Kinderbücher, die in der Vergangenheit spielen, schade irgendwie. Ich weiß noch, dass ich als Kind eine vierteilige historische Reihe hatte "Caroline ..." hieß die, ich weiß es leider nicht mehr genauer. Die hat mich dem Genre näher gebracht schon ganz früh :D

      Von Oliver Pötzsch gibt es auch zwei ganz tolle Bände über Die Musketiere, leider kam dann die Fortsetzung nicht mehr ...

      Da sollte es wirklich mehr geben, aber von Patrick Hertweck gibts ja noch sein anderes Buch "Maggie und die Stadt der Diebe", das ist auch toll ;)

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