Montag, 3. August 2026

Die Weltenerschaffer von John Hendrix

John Hendrix


Die Weltenerschaffer von John Hendrix


Von Mittelerde bis Narnia: Die fantastische Freundschaft von J.R.R. Tolkien & C.S. Lewis
Im Original The Mythmakers
übersetzt von Anna Opel

Verlag Knesebeck
Seitenzahl 224
1. Auflage Juli 2026





Verlagsinfo
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Die Welten von C.S. Lewis' Die Chroniken von Narnia und J.R.R. Tolkiens Der Hobbit faszinieren seit Generationen Leser:innen jeden Alters. Bevor sie jedoch literarische Meilensteine schufen, waren Lewis und Tolkien einfach zwei Freunde, die ihre Liebe zu Geschichten teilten. John Hendrix zeichnet ihr Leben nach: von den Schützengräben des Ersten Weltkriegs über ihre Begegnung in Oxford bis zu dem Vermächtnis, das ihre Werke hinterlassen haben. Erzählerischer Text verbindet sich mit Comic-Sequenzen und verdeutlicht, wie das Zusammentreffen dieser beiden Männer das Verständnis von Mythos und Fantasie in der Literatur neu definierte. Ein klug komponiertes Buch, das zeigt, wie Erzählen eine zerrissene Welt wieder verzaubern kann.


Meine Meinung
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Als Fan von Herr der Ringe und Narnia habe ich zwar bisher noch keine Biografie oder ähnliches über die beiden Schöpfer dieser großartigen Fantasy gelesen, doch dieser Versuch, im Comic Stil die Entstehung ihrer Freundschaft sowie ihrer Geschichten aufzuzeigen, hat mich extrem neugierig gemacht! 
Dass Tolkien und Lewis so enge Freunde waren, war mir bisher tatsächlich nicht bewusst; was einfach daran liegt, dass ich Autoren zwar feiere, aber mich eben mehr mit ihren Büchern und Geschichten beschäftige als mit deren Leben selbst :) 

Diese Graphic Novel über das Leben dieser beiden Männer, also eine Art Biografie und Einblick in ihr Leben und Schaffen, hat mich sofort magisch angezogen! Das ganze in dieser Art an die Leser zu bringen fand ich eine großartige Idee!

Ein bisschen gestört hat mich manchmal der Dialog zwischen dem Zauberer und dem Löwen. Sie führen in den ersten Seiten durch die wundersame Welt der Fantasie und den vielen alten Mythen und Märchen zu den beiden großen Schriftstellern, die uns so viele wunderbare Geschichten beschert haben. Wie sie miteinander reden hätte noch etwas mehr zur Stimmung beitragen können, aber ich denke, dass hier eher ein jüngeres Publikum angesprochen werden sollte. 
Was sich allerdings wieder relativiert wenn man den Fließtext liest. Denn davon gibt es auch eine ganze Menge :) 

Viele der begleitenden Zeichnungen gefallen mir richtig gut! Sie untermalen das Geschriebene mit der richtigen Atmosphäre und enthalten auch immer wieder Anspielungen auf die Fantasywelten der Autoren. Natürlich sind auch der Zauberer und der Löwe aus Gründen gewählt, die jedem Fan klar sein dürften :D


Die Texte fand ich sehr gut zusammengefasst. Wie gesagt haben wir nicht nur "Comicseiten", denn es gibt durchaus auch längere Passagen, die eine tiefere Verbindung zu den Personen schaffen. Mit vielen kleinen Details spürt man eine Nähe entstehen, zu den Menschen, die sie waren, zu ihrer Liebe zur Fantasie und zu ähnlichen Schicksalen in ihrer beiden Leben, die ihre Freundschaft schließlich (wahrscheinlich) umso wichtiger gemacht hat.

Beide haben früh ihre Mutter verloren. Beide haben mit ihren Brüdern einen guten Kontakt und fanden spielerische in ihre Fantasiewelten. Beide haben den ersten Weltkrieg hautnah erlebt und verloren lieb gewonnene Freunde in den Schützengräben. Beide haben in Oxford studiert, wo sie sich 1926 zum ersten Mal treffen. Und beide haben eine tiefe Faszination zur nordischen Mythologie. 
Dieses Interesse an Mythen, Epen und überhaupt phantastischen Geschichten bringt sie schließlich auch dazu, darüber schreiben zu wollen. Die Märchen waren damals den Kindern vorbehalten und sie wollten etwas schaffen, dass auch für Erwachsene spannend zu lesen ist und in andere Welten entführt.

Da ich keinerlei Vorwissen hatte, weiß ich auch nicht, inwieweit Hendrix hier Stationen des Lebens ausgelassen hat und welche vielleicht doch wichtig oder interessant gewesen wären. Darüber hab ich in einigen anderen Rezensionen gelesen, aber ich denke, in einem Buch kann man nun mal kein ganzes Leben nacherzählen. 
Ein Beispiel war, dass zu wenig auf die Gemeinschaft der Kolbitar bzw. Inklings eingegangen wäre... um zu erklären um was es sich handelt, zitiere ich mal aus dem Eintrag der tolkiengesellschaft.de -> 

1926 lernte Tolkien Clive Staples Lewis kennen und gemeinsam gründeten die beiden den literarischen Dozenten-Club Kolbítar (isländisch: Leute, die so nah am Feuer beisammensitzen, dass sie in die Kohle beißen), in welchem sie zusammen mit anderen Enthusiasten die Isländischen Sagas am Kaminfeuer übersetzten und vortrugen. Später entwickelte sich daraus der literarische Diskussionskreis der Inklings, denen u.a. Charles Williams, Hugo Dyson und Owen Barfield angehörten

Dabei schreibt John Hendrix einiges über die vielen Treffen, bei denen sie sich buchstäblich über Gott und die Welt unterhielten. Natürlich auch über Literatur und sie haben sich gegenseitig selbst verfasste Texte vorgelesen und darüber diskutiert. 
Sie haben sich ausgetauscht und Meinungen eingeholt, was ich großartig finde und viel Vertrauen und Mut beweist. Leider aber auch in Richtungen ging, die für die künstlerische Ader eher kontraproduktiv waren.

Ich fand es sehr gelungen, auch wenn ich an manchen Stellen gerne etwas mehr erfahren hätte und mir den Part des Zauberers und des Löwen noch ausgereifter gewünscht hätte. Wir können hier auf jeden Fall einiges über die Kindheit, ihre Lebenserfahrungen, ihre Freundschaften und Zeit in Oxford erfahren und wie zwei doch teilweise so unterschiedliche Charaktere durch die tiefe Verbundenheit zu Geschichten zusammengefunden haben und eine lange Freundschaft aufrecht erhalten konnten. 

Der Autor bezieht sich oft auf Quelltexte, alte Briefe und Zitate, und schmückt es dann natürlich dementsprechend aus, um uns hier ein so eindrucksvolles Bild dieser beiden Leben zu zeigen. Hier sind auch die letzten Seiten sehr informativ, auf denen wir nachlesen können, auf was sich seine Recherche bezieht.


Meine Bewertung
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Ebenfalls rezensiert bei



Über J. R. R. Tolkien hatte ich ja einen 
ganz eigenen Beitrag erstellt - schaut dort
gerne mal vorbei -> *Tolkien Beitrag*

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