Den Tod muss man nicht
fürchten. Er ist nämlich, wie er als Ich-Erzähler von sich selbst in
einer Vorbemerkung sagt, „bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine
fröhliche Seite zu verleihen“. Nur hätten die meisten Menschen „einen
tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu
glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen“. Mit einem
weiteren Vorurteil räumt der Tod gleich zu Beginn auf, dass ihm nämlich
die Menschen gleichgültig seien. Im Gegenteil. Ab und zu, so erfahren
wir, braucht er sogar eine Auszeit, um sich abzulenken. „Ihr wollt
wissen“, fragt er, „wovon ich mich ablenken muss? (…) Es sind die übrig
gebliebenen Menschen. / Die Überlebenden.“ Eine solche Überlebende,
„eine Expertin im Zurückbleiben“ ist die neunjährige Liesel Memminger.
Von ihr handelt dieses wunderbare Buch. Zum ersten Mal begegnet der Tod
der neunjährigen Liesel 1939 am Grab ihres kleinen Bruders, wo sie auch
ihre Karriere als Bücherdiebin beginnt: Mit Hilfe des Handbuchs für Totengräber
lernt sie das Lesen und muss fortan immer wieder Bücher stehlen. Sie
„rettet“ auch welche -- vor den Flammen der Nazis. Und hin und wieder
bekommt sie auch welche geschenkt. Ihre Liebe zu Büchern muss es sein,
die den Tod, der sich selbst hier als großer Erzähler erweist, die
Liesel lieb gewinnen lässt. Während um sie herum Bombenhagel alles in
Schutt und Asche legen, findet sie Schutz im Keller – und in ihren
Büchern.
Soooo, heute ist es endlich soweit! Ihr habt ja fleissig bei meinem Gewinnspiel mitgemacht, worüber ich mich echt sehr freue! Die Gewinner hab ich gezogen und werden unten bekannt gegeben. Aber erstmal möchte ich euch (und mir) doch noch ein paar Zahlen und Rückblicke zeigen, was denn im letzten bzw. den letzten 3 Jahren so los war ...
Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem
Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner
Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als
Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen – ein
Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie
unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist.
Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen …
Buchtrailer auf youtube
Meine Meinung
Das war mal wieder ein richtig guter Auftakt zu einer ganz besonderen High Fantasy Geschichte!
Anfangs kam ich mir zwar etwas überrollt vor durch die neue Welt, die vielen neuen, eigenständigen Bezeichnungen und ungewöhnlichen Namen der Figuren - aber es hat mich sofort vollkommen in die Handlung hineingezogen. Und ich hab mich sofort "zu Hause" gefühlt!
Die Charaktere stehen hier sehr präsent im Mittelpunkt und man lernt sie auch erstmal ausführlich kennen, wobei die Handlung immer mehr Form annimmt und einen immer tiefer in die Machtkämpfe und Intrigen rund um die Königreiche hineingezogen wird.
Sara, das mittellose Straßenkind, deren Talent sie für ganz besondere Aufgaben qualifiziert
Henrey Thoren, der Puppenspieler, der im Hintergrund die Fäden zieht
und Marten, der unbesonnene Schwertkämpfer, dessen Schicksal eine drastische Wendung nimmt
Zuerst weiß man überhaupt nicht, wie alles zusammenhängt und ich konnte gar nicht mehr aufhören, weil auch die Vorgeschichten sich so spannend gelesen haben. Die Autoren bauen hier viele kleine Details zum Hintergrund der Welt und auch zu den Eigenarten jeder der Figuren ein, die ein sehr lebendiges Bild entstehen lassen. Dabei lassen sie aber auch Nebencharakteren ihren Raum, ohne dass es unübersichtlich wird. Der rote Faden führt durch schäbige Tavernen und lebensgefährliche Sümpfe bis hinein in die Hochburg des Kaisers aus Berun und weit über die Grenzen des Landes hinaus.
Gerade die Charaktere haben es mir hier angetan, die alle etwas spezielles, verruchtes oder geheimnisvolles an sich haben, was mich gar nicht mehr losgelassen hat. Dabei kommen sie hier ohne rührselige Liebesgeschichten aus; aber keine Sorge, einige Funken sprühen schon und ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickeln wird! Überhaupt werden einige sich neu orientieren müssen und dabei, wie meist, einen steinigen Weg hinter sich lassen.
Vor allem, wie sich die hinterhältigen Machenschaften und Ränke offenbaren, öffnet einem auch durch die auktoriale Schreibweise mehr und mehr den Blick auf das große Ganze, dem sich das Land und ihre Herrscher und Fürsten schon bald stellen müssen. So kleine Scharmützel geben schon einen Vorgeschmack und ich hoffe auf noch viele große und kleine Schlachten!
Fazit
Ein großartiger Auftakt zu einer verwegenen und wunderbar erzählten Geschichte, die sich hauptsächlich um das Schicksal der Charaktere - und deren Zusammenhänge mit dem Schicksal des Reiches Berun dreht. Dabei mit gutem Tempo und flüssig erzählt, um immer tiefer in die Geheimnisse des Blausteins einzutauchen und den Verrätern der Krone auf die Spur zu kommen.
Bewertung
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Es gab diesbezüglich keinerlei Vorgaben und die Rezension
Über die Autoren: Hinter dem Pseudonym T. S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und
Stephan Orgel. In einem anderen Leben sind sie als Grafikdesigner und
Werbetexter beziehungsweise Verlagskaufmann beschäftigt, doch wenn beide
zur Feder greifen, geht es in phantastische Welten. Nach einer Reihe
von Kurzgeschichten und elektronischen Veröffentlichungen erschien 2012
ihr erster gemeinsamer Roman Orks vs. Zwerge, für den sie im Oktober 2013 den Deutschen Phantastik Preisfür das beste deutschsprachige Debüt erhielten.
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