Mittwoch, 4. März 2015

Rezension: Die Furcht des Weisen Teil 1 + 2 von Patrick Rothfuss

Genre: Fantasy
Band 2 des engl. Originals: The Wise Man´s Fear

Verlag: Hobbit Press - Klett Cotta
Seitenzahl insgesamt: 1382
Hardcover 1: 24,95 €
ebook 1: 17,99 €
Hardcover 2: 22,95 €
ebook 2: 17,99 €
im Schuber: 29,95 €

1. Auflage: Okt 2011


Dreierlei fürchtet der Weise:
Die See bei Sturm, die mondlose Nacht und
den Zorn des sanftmütigen Mannes.

Zum Inhalt

Kvothe erzählt dem Chronisten auch am zweiten Tag die Geschichte seiner Vergangenheit weiter. Zeitlich ist Kvothe noch immer in der Akademie und versucht, sich gegen Ambroses hinterlistige Attacken zu wehren. Sein Kontakt zu der hübschen Denna gestaltet sich weiterhin als schwierig, auch wenn sie sich immer wieder mal näher zu kommen scheinen und sein ewiger Mangel an Geld fordert höchsten Einfallsreichtum. Seine Nachforschungen nach den Chandrian, die seine Eltern ermordet haben, ist nicht einfach und die Frage bleibt weiterhin bestehen, ohne Aussicht auf eine Antwort ...

Meine Meinung

Da die beiden Bücher dem zweiten Originalband entsprechen wollte ich sie in meiner Rezension gerne zusammenfassen.
In dem kleinen Dorf, in dem Kvothe mit seinem Lehrling Bast ein Wirtshaus betreibt, ist der Chronist nun schon den zweiten Tag dabei, eifrig dessen Geschichte aufzuschreiben. Diese Passagen werden wieder aus der Ich-Perspektive von Kvothe erzählt, in denen er ab und zu gerne mal den Leser direkt anspricht, wobei man sich noch mehr mit ihm verbunden fühlt. Ich war auf jeden Fall gleich wieder in seiner Geschichte drin, als hätte ich selbst nur eine Nacht geschlafen und würde wie die beiden Zuhörer seinen Worten lauschen.

Kvothe ist immer noch auf der Universität, hat in Will und Sim zwei sehr gute Freunde gefunden die ihm in allen Lebenslagen beistehen und er kommt dem rätselhaften Mädchen Denna kaum einen Schritt näher. Die Beziehung der beiden ist wirklich schwierig, denn für eine einfache Freundschaft ist sie viel zu kompliziert. Sie braucht seine Nähe, um sich frei zu fühlen und doch ist sie bei der ersten Gelegenheit jedes Mal wieder verschwunden. Kvothe möchte ihr ihre Freiheit lassen, aber die Sehnsucht nach ihr lässt ihn nie wirklich los.

"Doch sogar nach ihr zu suchen und sie nicht zu finden war in gewisser Weise tröstlich. 
In mancher Hinsicht schien das die Quintessenz unseres Verhältnisses zu sein." S. 435 (Teil 2)

Das Verhältnis zu Ambrose wird immer verzwickter. Obwohl man ihm nichts nachweisen kann versucht er mit allen Mitteln, Kvothe zu schwächen und ihn aus der Universität zu vertreiben. Ein etwas ausgereiztes Katz-und-Maus-Spiel, dass sich für mich etwas zu sehr in die Länge gezogen hat.
Der Namenskundler Meister Elodin dagegen ist ein verrückter, charismatischer und erfrischender Charakter, der mich immer wieder zum Lächeln gebracht hat. Überhaupt hat der Autor hier einiges an Humor reingepackt, was die ganze Geschichte immer wieder aufgelockert hat. Im ersten Buch war es anfangs etwas mühselig, weil von der Handlung her einfach nichts wirklich weitergegangen ist und ich immer noch nicht weiß, ob das alles, was hier beschrieben wurde, am Ende irgendeine Bedeutung haben wird. Natürlich muss man nicht immer etwas hineininterpretieren und die Geschichte ist auf jeden Fall unterhaltsam - tritt aber für meinen Geschmack zu viel auf der Stelle. Allerdings bin ich dann über einen Satz gestolpert, dem Patrick Rothfuss hier scheinbar alles zugrunde gelegt hat:

"Alle Wahrheit der Welt ist in Geschichten enthalten." S. 500 (Teil 1)

Nachdem es also eine Weile vor sich hingeplätschert hatte, ging es gegen Ende vom ersten Teil endlich in eine neue Richtung. Es wurde interessant, spannend, und ich hatte richtig Spaß beim Lesen. Der Schreibstil ist hier durchweg angenehm, flüssig und detailreich; man verliert sich in der Erzählung, aber wirklich gefesselt hat es mich dann erst, als Kvothes Leben eine ganz neue Wende bekam. Leider spoilert der Klappentext von Teil 2 fast die ganze, restliche Geschichte, in deren 500 Seiten mehr vorkam, als in den über 1500 Seiten vorher. Zumindest kam es mir so vor ^^ Hier kam endlich frischer Wind in Kvothes Leben, auf die unterschiedlichste Art und Weise und besonders hat es mir das Volk der Adem angetan, hier hatte der Autor wirklich ein paar sehr geniale Ideen! Während man liest, bemerkt man die vielen Besonderheiten fast gar nicht, weil man zu sehr in der Geschichte drinsteckt und alles auf so einfach Weise real erscheint. Patrick Rothfuss hat hier eine bewundernswerte Welt voller Rätsel und Magie erschaffen, in der man sich sofort heimisch fühlt.
Den Sinn hinter allem, was Kvothe passiert ist, hab ich immer noch nicht verstanden, aber es kommt ja noch der letzte, abschließende Band, in dem sich dann hoffentlich alles aufklären wird :)

Zusammengefasst

Thematik: Das Leben in all seinen Facetten
Schreibstil: Anfangs etwas langwierig, trotzdem schön zu lesen, man versinkt oft richtig darin
Charaktere: sehr gut gemischt, manche einfach, manche originell und andere sehr ausgefallen
Spannung: keine großen Überraschungen, aber man ist immer neugierig, was weiter passiert
Umsetzung: zuerst schleppend, dann mit mehr Tempo und vielen neuen Ideen

Fazit

Der zweite Band fängt so an, wie der erste aufgehört hat: die gleiche Kulisse, dieselben Probleme und wenig Alternativen. Dann wird es aber außergewöhnlich, amüsant und abwechslungsreich und Kvothe konnte mich mit seiner Erzählung fesseln, so dass ich jetzt sehr gespannt auf den Abschluss der Trilogie bin!

Bewertung
 


© Aleshanee



Über den Autor: Patrick Rothfuss, geboren 1973 in Wisconsin, unterrichtet als Englisch-Dozent am 2007 wurde Patrick Rothfuss für seinen Roman »Der Name des Windes« mit dem Quill Award sowie dem Pulishers Weekly Award für das beste Fantasy-Buch des Jahres ausgezeichnet, 2009 hat das Buch den Deutschen Phantastik Preis als bester internationaler Roman erhalten.  Stevens Point College in Wisconsin. Die ersten beiden Bände der Königsmörder-Chronik wurden weltweit bei Kritikern und Fantasylesern begeistert aufgenommen und belegten schon bald die vorderen Plätze der Bestsellerlisten.
Quelle: Klett Cotta Verlag

Website des Autors

Königsmörder Chronik

1) The name of the wind (Der Name des Windes)
2) The wise man´s fear (Die Furcht des Weisen - 2 Bände)
3) Doors of stone (noch nicht erschienen)




Kommentare:

  1. Huhu,

    auf die Bücher freue ich mich schon ewig, aber wenn ich ehrlich bin, subben sie, weil ich sie immer wieder zur Hand nehme und dann auf Grund des Umfangs dann doch erschrecke und was anderes lese LOL

    Vielleicht pack ich es ja dieses Jahr noch, hab bis jetzt nur Gutes darüber gehört.

    LG
    Jacqueline
    booknaerrisch.blogspot.de

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  2. Hey!

    Ich habe die Rezension jetzt nur überflogen, weil ich gerade mitten drin stecke - allerdings lese ich das Original auf Englisch, ich glaube, ich brauche da noch ein bisschen :D Aber klang zumindest so, als wärst du begeistert und als würde es an die hohe Qualität des ersten Teils anknüpfen? Ich bin gerade bei Maer Alveron in Severen (heißt der im Deutschen auch so?), das finde ich unheimlich spannend!

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    1. Hi Juli!
      Ja, da fand ich es auch spannend, weil sich da endlich mal was getan hat! Ich finde, dass sich Kvothe viel zu lange mit den Ärgernissen an der Universität rumschlägt und die Handlung dadurch lange auf der Stelle tritt ... aber der Schreibstil ist halt einfach klasse. Das würd ich auch gerne im Original lesen, wenn mein englisch besser wäre ^^

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  3. Und ich nochmal... muss ja irgendwann auch bei dir mal meine Kommentare nachholen. :D
    Wir haben den Herren ja auf der Messe gesehen und ich frag mich ja nun schon länger, ob ich mal etwas von ihm lesen sollte.
    Deine Rezension bestärkt mich nun darin, dass ich den Autor definitiv mal unter die Lupe nehmen sollte. Hat du toll zusammengefasst und die kleinen Kritikpunkte schrecken mich jetzt nicht ab. :)

    Liebe Grüße
    Katja

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