Im Original The Gathering
übersetzt von Marcus Ingendaay
Genre Vampirkrimi
Schauplatz Alaska, bei Talkeetna (Anchorage)
Verlag Goldmann
Seitenzahl 480
1. Auflage im Original April 1924
Klappentext
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In einer Kleinstadt in Alaska wird ein Junge tot aufgefunden. Seine Kehle ist zerfetzt, seinem Körper alles Blut entwichen. Die Brutalität des Mordes erinnert an eine Tat, die 25 Jahre zurück liegt. Detective Barbara Atkins wird zur Unterstützung von Sheriff Jensen Tucker hinzugezogen, der den ursprünglichen Fall untersucht hatte. Die Einwohner von Deadhart glauben jedoch zu wissen, wer der Schuldige ist: ein Mitglied der nahe gelegenen Vampirkolonie, die in einer alten Bergbausiedlung tief in den Bergen lebt. Barbara gerät unter Druck, die gesamte Kolonie gezielt töten zu lassen. Doch die Beweise sind nicht stichhaltig, und die Menschen lügen. Dann verschwindet ein weiterer Teenager. Barbara und Tucker bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Wahrheit herauszufinden: Jagen sie einen kaltblütigen Mörder – oder ein blutdürstiges Monster?
Meine Meinung
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Ich habe von dem Buch viel gutes gehört und war gespannt auf die Idee, wie sich in der heutigen Zeit Vampire, die es regulär gibt, in unsere Gesellschaft integrieren könnten bzw. wie sehr die Unterschiede für Differenzen und Ausgrenzung sorgen. Ein Thema, dass es ja desöfteren in der Geschichte gab: ein altes Volk, dass durch die Ausbreitung anderer weichen muss und mehr oder weniger aus ihrer Heimat vertrieben wird, dessen Lebensweise herabgesetzt und angeprangert wird und dadurch von vornherein schlechte Karten hat, um Bestand zu haben.
Davon abgesehen geht es aber in erster Linie um einen Mord. Wir reisen hier mit Detective Barbara Atkins in ein abgelegenes Dorf in Alaska, in dem Schneestürme und Abgeschiedenheit die Gemeinschaft der Menschen geprägt haben.
Der Tod eines Jugendlichen wird den Vampiren zugeschrieben, die in einer nahe gelegenen Kolonie leben, weshalb auch Barbara auf den Plan gerufen wird, die im Institut für forensische Vampirstudien arbeitet. Als gestandene Frau von 50 Jahren fühlt sie sich der Situation durchaus gewachsen, trägt aber natürlich auch eine Vergangenheit im Gepäck, die ihr das Leben nicht immer leicht gemacht hat.
Über die Vampire erfährt man erst nach und nach mehr. Früher wurden sie gejagt und Trophäen gesammelt, mittlerweile sind sie mehr oder weniger durch Gesetze geschützt, die ein Leben für beide Seiten möglich machen und Ausschreitungen oder Angriffe verhindern sollen. Gerade in so einer kleinen abgelegenen Gemeinde wie Deadhart ist das jedoch nicht so einfach. Die alteingesessenen Anwohner haben ihre eigenen Traditionen - und leider auch einen schlimmen Vorfall noch im Gedächtnis, der zwar schon lange her, aber noch lange nicht vergessen ist.
Ob dieser alte Fall mit einem ebenfalls jugendlichen Toten mit dem aktuellen in Zusammenhang steht, soll Barbara nun herausfinden - und ihr zur Seite steht der örtliche Polizeichef, der schon eine vorgefasste Meinung hat.
Mit dem Einstieg in die Geschichte spürt man direkt die eisige Einsamkeit und die von Vorurteilen geprägte, eingeschworene Gemeinschaft der misstrauischen Einwohner. Barbara hat es nicht leicht, sich durchzusetzen, denn sie möchte jeden Zweifel ausmerzen, wer tatsächlich für diesen Mord verantwortlich ist.
Allerdings trifft sie auf eine Mauer aus Angst und Gewaltbereitschaft, die die Kolonie am liebsten komplett auslöschen würde.
Die Handlung geht gut voran und ist mit vielen Elementen gespickt. Wir treffen einige Figuren, die eine starke Wirkung haben und man viel am rätseln ist, welche Hintergründe sie haben, welche Absichten und welche Geheimnisse. So ist man immer gut am rätseln und verfolgt Barbaras Spurensuche, die immer wieder auf Hindernisse und neue Erkenntnisse stößt.
Die Vampire werden hier sehr menschlich dargestellt. Sie haben einige typische Eigenschaften, die man kennt, leben an sich aber in ihren Gemeinschaften sehr ähnlich wie die Menschen. Natürlich ernähren sie sich von Blut, allerdings Tierblut, zumindest sollte es so sein, so dass hier eigentlich keinerlei Gefahr bestehen dürfte.
Eine Grundspannung bleibt durchweg erhalten und es mangelt auch nicht an Details, Hinweisen und kleinen überraschenden Wendungen, und insgesamt hat mir der Erzählstil und die Art des Aufbaus mit den wechselnden Perspektiven sehr gut gefallen!
Was mir leider negativ aufgefallen ist, ist die Übersetzung. Da sind anfangs einige Formulierungsfehler drin, die sich dann immer mehr häufen und dem Lektorat wirklich auffallen hätten müssen. Das wirkte teilweise störend beim Lesen. Aber dafür kann ja die Autorin nichts.
Was sie jedoch noch etwas ausgefeilter hätte schreiben können war der Schluss. Hier ging mir alles ein bisschen zu schnell und hätte noch etwas mehr Schwung in der Auflösung vertragen können. Ich hatte da ja einige Ideen, wer hinter was stecken könnte - da wäre noch Potenzial für etwas mehr Drama und Action gewesen, was es für mich besser abgerundet hätte.
Insgesamt fand ich es aber definitiv durchweg spannend, dem Vampirthema angemessen mit den erwarteten Taten und der Anschaulichkeit der grausamen Details: nicht zu viel und nicht zu wenig. Dazu die wirklich tolle Atmosphäre in dem einsamen
Dorf in der winterlichen Kulisse mit interessanten Figuren. Auch wenn mir am Ende noch einiges gefehlt hat, konnte es mich überzeugen und ich freue mich schon, andere Bücher der Autorin zu entdecken.
Meine Bewertung
ဏဏဏဏဏဏဏဏဏ
Ebenfalls rezensiert bei
Was ich als nächstes versuche, hab ich noch nicht entschieden:







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