So kalt wie Eis, so klar wie Glas von Oliver Schlick
Genre Urban Fantasy mit Mythologie
Verlag Ueberreuter - Seitenzahl 384 - 1. Auflage August 2015
"... Wir können die Handlungen eines Menschen verurteilen, aber niemals den Menschen selbst. ..."Zitat Seite 302
Meine Meinung
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Cora steht kurz vor dem Abitur, als ihre Mutter plötzlich bei einem
Unfall stirbt. Dadurch erfährt sie allerdings, dass sie noch einen Großvater
hat, der im entfernten Rockenfeld lebt und nach alter Handwerkskunst
Schneekugeln herstellt.
Kurzentschlossen zieht Cora in die kleine Stadt und kann dort auch direkt im
nahe gelegenen Internat ihr Abitur fertig machen. Allerdings hat sie nicht mit
so großen Schwierigkeiten im Umgang mit den dortigen Schülern gerechnet und
auch die Strategien der Schule kommen ihr merkwürdig vor.
Elsa ist die engste Vertraute ihres Großvaters. Sie hab ich, ehrlich
gesagt, anfangs etwas nervig gefunden. An ihre laute, plumpe und tollpatschige
Art muss man sich erst gewöhnen, aber so ganz warm geworden bin ich nicht mit
ihr. Cora wohnt bei ihr, weil bei ihrem Großvater zu wenig Platz wäre und die
beiden kommen ganz gut miteinander klar.
Überhaupt spielt einiges an Humor mit in der Geschichte; auf den ich
nicht vorbereitet war, einfach anhand meinen Erwartungen an die Geschichte.
Aber da ich die Kinderkrimis von ihm kenne hätte ich eigentlich wissen müssen,
dass auch hier der Schalk zwischen den Zeilen steckt :)
Von den Schneekugeln ist Cora jedenfalls sofort verzaubert, als sie das
erste Mal ihren Großvater besucht. In ihrer Familie ist es schon seit
Jahrhunderten Tradition und es gibt sogar eine richtige Gilde der Rockenfelder
Kugelmacher, in die nur wenige kommen, die diese besonderen Kugeln herstellen
dürfen und es herrscht auch viel Geheimniskrämerei und Konkurrenzkampf.
Der Autor hat hier so wunderschöne Ideen eingebracht, was die Schneekugeln,
ihre Herstellung und die Szenen betrifft, die man darin bewundern kann. Jeder
Hersteller hat sich auf etwas bestimmtes spezialisiert und vor allem eine
davon, die sehr makabre Szenen darstellt, fand ich sehr originell.
Aber auch die mythische Komponente um die Wilde Jagd, die Raunächte und
wie das ganze zusammenhängt finde ich sehr spannend mit vielen Bezügen zu den
wahren Sagen.
Durch einen nächtlichen Besucher, seltsame blaue Lichter und viel Neugier
kommt Cora schließlich dann auch diesem Geheimnis auf die Spur, aber die
Gefahr wird dadurch umso greifbarer!
Ich mochte Cora sehr gerne. Sie ist eine etwas zurückgezogene, aber sehr
offenherzige junge Frau, die zwar manchmal noch das etwas teenagerhafte
Gemotze drauf hat, dafür aber keine zu große nervige Naivität an den Tag
legt.
Moritz, den sie kennenlernt, mochte ich sofort. Sein Stil, seine
amüsante Art, sein Charakter, damit ist er mir sofort ans Herz gewachsen. Auch
weil er etwas aus der Rolle des typischen Musters fällt und das auch nach
außen transportiert.
Die anderen Charaktere und Nebenfiguren waren alle auf ihre Art speziell, ohne
überzogen zu wirken und hatten interessante Wesenszüge, die sie
unverwechselbar und besonders machen. Ich hatte viel Spaß sie kennen zu lernen
und zu beobachten, wie jeder von ihnen mal mehr und mal weniger in Coras
Geschichte hineingezogen wurden.
Die Spannung steigt dann gegen Ende immer mehr, denn die Bedrohung
rückt näher und Cora weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Da es einige Leute
in ihrem Umkreis gibt, die in Frage kommen, war ich sehr neugierig, wer
letztendlich
Aber auch so lief die Geschichte gut vor sich hin. Es war nicht besonders
aufregend, aber auch nicht langweilig, es ist ständig etwas neues passiert, es
gibt eine kleine Romanze, kuriose Figuren, ein wenig Magie, Winterzauber und
viele, viele Schneekugeln. Es ist rundum gelungen, es bleiben keine Fragen
offen und der Zauber der Raunächte hat hervorragend in die Weihnachtszeit
gepasst.
In manchen Rezensionen hab ich gelesen, dass auf manche Trauerfälle nicht so
besonders eingegangen wurde... aber das fand ich jetzt nicht störend oder
auffällig, denn das ist hier einfach nicht das Thema und hätte nicht gepasst.
Es ist eine magische Geschichte über alte Sagen, über verzauberte Schneekugeln
und über den Zusammenhalt, der über das Böse siegt, mit einem Herz erwärmenden
Ende auf dem Eis :)
Meine Bewertung
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