Freitag, 27. März 2026

The Last of the Spirits von Chris Priestley



The Last of the Spirits von Chris Priestley


Adaption von Charles Dickens: Die Weihnachtsgeschichte
Schauplatz Weihnachten im viktorianischen London

Verlag Bloomsbury
Seitenzahl 180
1. Auflage November 2014







Meine Meinung
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Von Chris Priestley kenne ich bisher nur seine Schauergeschichten, gruselige Kurzgeschichten für Kinder, die mir sehr gefallen haben. Als ich diese Adaption von der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens entdeckt habe, war klar, dass ich sie lesen wollte, auch wenn es sie leider nur in englisch gibt.


Sam ist 13 und lebt mit seiner 10jährigen Schwester Lizzie im viktorianischen London auf der Straße. Gleich zu Beginn trifft er am Weihnachtsabend auf den altbekannten Ebenezer Scrooge und bittet ihn um ein paar Münzen, die er ihm - natürlich - verweigert. Der Blick, mit dem der alte Mann den Jungen trifft, geht ihm bis ins Mark.

Sam ist verbittert. Die Welt erscheint ihm trostlos, kalt und ungerecht. So viele Menschen haben ein Dach über dem Kopf, ein warmes Feuer im Herd, sind satt und glücklich in einem Zuhause, während seine Schwester und er die Einsamkeit und den Hunger ertragen müssen. 

He´d have burned every book in London even if it only kept his hands warm for a moment. What were stories but just another kind of lie?
Zitat Seite 15

Diese Hilflosigkeit rüttelt ihn auf und macht ihn unglaublich wütend.
Als Schlafplatz finden sie ein windstilles Eck auf einem Friedhof, und während Lizzie sofort in tiefen Schlaf fällt, wacht Sam mitten in der Nacht von einem Geräusch auf. Geister ziehen durch den Nebel und Sam folgt einem von ihnen. Wie Scrooge muss auch er sich mit den Geistern seinen Gefühlen stellen, seiner Einstellung zum Leben, seinem Herzen, dass so kalt geworden ist und kaum mehr Liebe oder Mitgefühl zulässt - um zu erkennen, dass alles Tun oder Unterlassen Konsequenzen hat. 

Die Atmosphäre versetzt einen von Anfang an in die eiseskalte Atmosphäre einer winterlichen Nacht. Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass damals Kinder draußen alleine überleben mussten und auch heute gibt es noch so viele Obdachlose, die den Winter auf den Straßen überstehen müssen. 
Chris Priestley beschreibt das alles mit viel Liebe zum Detail, ohne auszuschweifen und lässt mich beim Lesen an jedem Moment teilhaben. 

Es wäre keine Weihnachtsgeschichte, hätte sie nicht auch eine Botschaft, die zeigen soll, wofür Weihnachten steht. Wenn das Licht der Tage immer weniger wird und die Dunkelheit um sich greift, ist es umso wichtiger, das man selbst ein wenig von seinem eigenen Licht weitergibt und den Menschen eine Freude bereitet. Mitgefühl und Liebe sind hier vor allem gefragt - und auch wenn immer wieder die Frage aufkommt: warum gerade an Weihnachten? Sollte man lieber fragen: Warum nicht das ganze Jahr über? 

Am Ende geht der Autor noch darauf ein, warum ihn diese Geschichte inspiriert hat und dass viele Menschen in der kalten Jahreszeit leiden, vor allem auch die, die obdachlos sind und besonders angewiesen auf andere, die Hilfe anbieten. 
Besonders mochte ich auch, dass es zeigt, dass jeder Mensch sich ändern kann. Es bedarf oft nur kleiner Gesten (manchmal natürlich auch mehr), aber es ist möglich, jederzeit. Oft heißt es ja, das würde nicht funktionieren da man im Alter schon festgefahren ist, aber dem ist nicht so. Man verändert sich jeden Tag, das ist das Leben, das einem mit jedem Moment, den man wirklich wahrnimmt, etwas lernen kann und diese Erfahrung lässt uns wachsen und bringt uns weiter: und verändert uns. Man muss es nur zulassen :)

... it felt like a great weight had dropprd from him all at once, for until then he had not understood how very heavy hate can be. 
Zitat Seite 157


Meine Bewertung
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