Seit dem Tod ihrer Mutter ist Lady Grace die liebste Hofjungfer von
Elisabeth I. Doch nun wünscht die Königin, dass Grace sich verlobt. Die
Wahl zwischen ihren Verehrern – dem gütigen alten Sir Charles, dem
überheblichen Sir Gerald und dem schüchternen Lord Robert – fällt Grace
leicht: Sie will keinen von ihnen heiraten!
Als Gerald nach dem Ball, bei dem Grace ihre Wahl hätte treffen sollen, tot
aufgefunden wird, gerät Lord Robert unter Verdacht. Aber Grace hat bemerkt,
dass Sir Charles sich äußerst seltsam verhält – und dass etwas mit der Leiche
nicht stimmt.
Mit ihren Freunden Ellie, dem Dienstmädchen, und Masou, dem Akrobaten, macht
sich Lady Grace auf den Weg, um herauszufinden, was in dieser Nacht wirklich
passiert ist.
Giftmord von Grace Cavendish
Band 1 aus der 12teiligen historischen Krimireihe Lady Grace Mysteries
Im Original Assassins - übersetzt von Sarah Heidelberger
Verlag Knesebeck - Seitenzahl 272 -
1. Auflage im Original September 2004
Meine Meinung
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Wir reisen hier 4 Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit an den Hof von
Königin Elisabeth I im Jahr 1569.
Zur Info am Rande: Elisabeth I. lebte von 1533–1603 und war von 1558 bis 1603 Königin von England und Irland und die letzte Herrscherin aus dem Hause Tudor.
Die junge Lady Grace ist am Hofe nicht so sehr beliebt, da sie nicht wie
andere Hofdamen nur auf hübsches Aussehen und Etikette achtet - aber gerade
das scheint für die Königin eine erfrischende Abwechslung zu sein, und so
lässt sie ihr einiges durchgehen. Natürlich nicht öffentlich; aber dadurch
hat Grace doch so einige Freiheiten.
Allerdings soll es damit bald vorbei sein, denn Grace soll heiraten! Drei
Kandidaten wurden für sie ausgesucht, doch sie will absolut
nicht heiraten - vor allem da zwei davon schon um einiges älter sind und nur Sir Robert vom Alter her zu er passt.. Aber er soll ein rechter
Quertreiber sein. (Die Autorin weist übrigens im Vorwort darauf hin, dass
das damals üblich war und heutzutage natürlich verboten ist!)
Das alles erfahren wir aus dem Tagebuch von Grace, in dem sie alles
festhält und sie aus der Ich-Perspektive erzählt. (Der Grund weshalb sie auch als Autorin auf dem Cover steht ->
ist das Pseudonym von einem Autorinnen Trio) Denn viele ihrer Gedanken
könnte sie kaum jemanden anvertrauen. Außer vielleicht ihren beiden
Freunden, die sie allerdings ebenfalls geheim halten muss: Masou, den
Nachwuchsakrobaten bei Hofe und Elli, das Wäschemädchen. Solche
Freundschaften sind unter der Hofgesellschaft natürlich verpönt.
Auch die sonstigen Details zum damaligen Leben sind detailreich und
anschaulich erzählt. Das Leben am Hofe mit Dienern und Pagen, die
Rangfolgen, Regeln und Pflichten und die Wichtigkeit der Kleidung, die für
die Damen ja recht aufwendig war, so dass sie immer Ankleidemädchen
benötigten, die ihnen halfen.
Wobei ich die Bemerkung etwas ungeschickt fand, dass Grace sich bei einem
Ball "Wein sei Dank" beruhigen konnte. Sowas finde ich in Kinder- und auch
in Jugendbüchern einfach fehl am Platz.
Das Hofgetummel ist mir etwas zu viel gewesen, bis schließlich der Mord
geschieht und Grace sich verpflichtet fühlt, nachzuforschen. Die
ursprüngliche englische Reihe ist ja von 2004 - und ich könnte mir gut
vorstellen, dass die Serie Bridgerton hier vielleicht dazu beigetragen hat,
sie jetzt auch ins deutsche zu übersetzen. Ich selbst kenne die Serie nicht
und auch wenn ich historische Romane ja zwischendurch sehr gerne mag und gerade Krimis in dem Bereich wirklich schätze, ging es mir anfangs schon sehr viel um Kleider, Bällen und mögliche Heiratskandidaten...
Zusammen mit Masou und Ellie jedenfalls versucht Grace nun, den Mord
aufzuklären, natürlich mit den Hinweisen und Möglichkeiten, die zur
damaligen Zeit gegeben waren. Das alles ist nicht sehr ausgefeilt, auch wenn hier schon eine Grundspannung herrscht und man auf einige falsche Fährten geführt wird. Ich hatte zwar von Anfang einen gewissen Verdacht, der sich dann auch bestätigt hat - wenn auch nicht ganz so wie ich gedacht hatte, da gab es dann schon noch eine Überraschung.
Für das Lesealter ist es passend und man lernt auch viel über die damalige Zeit. Sowas finde ich ja immer super für Kids. Auch das umfangreiche Glossar am Ende mit den vielen Begriffserklärungen kann hier sehr nützlich sein, denn ich denke, dass junge Leser in dem Alter mit einigen noch nicht so viel anfangen können.
Dennoch war es für mich doch etwas simpel gestrickt insgesamt. Das mag daran liegen, dass ich gerade auch eine andere "Kinder" Buchreihe lese, die sehr anspruchsvoll ist und für das gleiche Lesealter, da hab ich schon erhebliche Unterschiede gemerkt. Ich brauche dann doch auch ein bisschen mehr, ob am Stil, an der Spannung oder der kniffligen Rätsel - irgendetwas davon hätte noch peppiger sein können.
Meine Bewertung
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