Montag, 9. Juni 2014

[Kurz]Rezension: Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach


Genre: Wirtschaftsthriller


Verlag: Bastei Lübbe
Seitenzahl: 893
Taschenbuch: 9,99 €
ebook: 4,99 €


1. Auflage: Okt 2003


Website des Autors



1.000.000.000.000,00 $


Zum Inhalt

Vor ca. 500 Jahren hatte ein Mann eine Vision: am 23. April des Jahres 1995 wird die Menschheit ihre Chance auf eine Zukunft verloren haben, doch es wird jemanden geben, der ihnen diese wiederbringen kann.
Giacomo Fontanelli, geboren 1480 in Florenz, legt sein Vermögen an, um es seinem jüngsten Nachkommen zu vererben, der am 23. April1995 am Leben ist. Ein Vermögen, das in diesen Jahren auf 1 Billion Dollar () angewachsen ist.

John Fontanelli, Pizzaausfahrer und bei einem Freund zur Untermiete wohnend, kann es kaum fassen, als ihn vier Anwälte der Familie Vacchi bei einem Termin offenlegen, welche Erbschaft seit 500 Jahren für ihn bereit liegt. Die Vacchi´s helfen ihm, sich mit der neuen Situation als reichster Mann der Welt zu Recht zu finden. Sie kleiden ihn ein, nehmen ihn bei sich auf, bis er ein geeignetes Haus für sich selbst gefunden hat und regeln alles, damit das Vermögen auf ihn überschrieben wird.
Doch natürlich gibt es Neider, die auf sein Geld aus sind, die Presse, die ihn verfolgt und einen anonymen Anrufer, der über die Vision seines Urahn Bescheid zu wissen glaubt.
John sieht sich einer Flut von Veränderungen gegenüber, die er kaum zu bewältigen weiß. Das überwältigende Übermaß an Geld, die Leibwächter, die ihm auf Schritt und Tritt folgen, die Gesellschaft, in der er sich von nun an bewegen muss und der Druck der Prophezeiung, mit diesen Unsummen an Geld die Welt, die Zukunft der Menschen zu retten.

Und was ist mit seinem entfernten Verwandten, der kurz vor dem einschneidenden Datum gestorben ist – er war jünger als er und hätte statt ihm das Erbe angetreten. Wäre er der bessere Kandidat gewesen? Die Zweifel, die John umtreiben, zwingen ihn zu einer Entscheidung, die eine wahre Lawine von wirtschaftlicher Veränderung in Gang bringt …

Meine Meinung

Ein genialer und beeindruckend realistischer Plot, in dem es darum geht, wie mit richtig viel Geld tatsächlich etwas verändert werden kann und die Frage, wie die Zukunft der Menschen wieder in die richtige Bahn zu lenken ist bzw. woran es eigentlich scheitert. Ist es die Umweltverschmutzung, das Bevölkerungswachstum, das Wirtschaftswachstum oder schlichtweg das schnöde Geld selbst?

Gerade für jemanden wie mich, der sich mit dem Thema überhaupt nicht auskennt, war es faszinierend, diesen wirtschaftlichen Gedankenspielen zu folgen. Viele Fragen und Antworten sind aufgeworfen worden, über die ich (leider) noch nie nachgedacht habe und die heute immer noch aktuell sind, obwohl das Buch ja schon vor einiger Zeit geschrieben wurde. Ich finde nicht, dass sich Eschbach hier zu sehr in den Fakten verliert - eher ist es extrem interessant geschrieben, so dass man auch als Laie mal hinter die Kulissen der Weltwirtschaft blicken kann.

Es hat mich tief beeindruckt und ist eins meiner Lieblingsbücher des Autors :)


Zusammengefasst
Thematik: Kann man mit genug Geld sämtliche Probleme der Menschheit aus der Welt schaffen?
Schreibstil: teilweise etwas nüchtern und unauffällig, hat die Handlung noch mehr hervorgehoben
Charaktere: sehr überzeugend und menschlich
Spannung: war eher latent vorhanden, fesselnd war die Frage nach der Lösung
Umsetzung: ein für mich ungewohntes Thema perfekt nahegebracht


Fazit
 

Das Thema wirkt auf den ersten Blick vielleicht spröde, ich finde auch das Genre Thriller nicht wirklich passend, trotzdem war es ein sehr spannendes, aufschlussreiches Buch, das jeder, der sich für die Gesellschaft interessiert, gelesen haben sollte - hat mir in manchen Bereichen die Augen geöffnet.  


Bewertung
 
 

© Aleshanee



Über den Autor: Andreas Eschbach, geboren am 15.09.1959 in Ulm, ist verheiratet, hat einen Sohn und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Er studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung "für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs" schrieb er seinen ersten Roman "Die Haarteppichknüpfer", der 1995 erschien und für den er 1996 den "Literaturpreis des Science Fiction-Clubs Deutschland" erhielt. Bekannt wurde er vor allem durch den Thriller "Das Jesus-Video" (1998), das im Jahr 1999 drei literarische Preise gewann und zum Taschenbuchbestseller wurde. ProSieben verfilmte den Roman, der erstmals im Dezember 2002 ausgestrahlt wurde und Rekordeinschaltquoten bescherte. Mit "Eine Billion Dollar", "Der Nobelpreis" und zuletzt "Ausgebrannt" stieg er endgültig in die Riege der deutschen Top-Thriller-Autoren auf. Nach über 25 Jahren in Stuttgart lebt Andreas Eschbach mit seiner Familie jetzt seit 2003 als freier Schriftsteller in der Bretagne.
Quelle: Lübbe Verlag

Kommentare:

  1. Guten Morgen,

    Billion Dollar ist tatsächlich ein atemberaubendes Buch das ich selbst verschlungen habe. Du hast es sehr treffend rezensiert, vielleicht bekommt ja noch der ein oder andere Lust seine Nase hinein zu stecken.

    Viele Grüße,
    Theatergeist

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  2. Ich hab um Eschbach bisher immer einen großen Bogen gemacht (frag mich nicht wieso). Aber nach deiner lobenden Kritik hier, könnte ich glatt in Versuchung geraten :D

    LG :)

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    1. Auf jeden Fall! Er hat so tolle Bücher geschrieben ♥

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  3. Hallo!
    Vor kurzem hatte auch ich meine erste Begegnung mit A.Eschbach - mit genau diesem Roman ;) Ich war und bin immernoch geflasht. Die Rezension hätte von mir sein können, mir ging es genauso mit diesem unglaublich tollen Roman!!!!!
    Liebe Grüße!
    Bianca

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    1. Danke Bianca, das ist wirklich ein geniales Buch :)

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