Donnerstag, 19. Juni 2014

Rezension: Das Buch von Ascalon von Michael Peinkofer



Genre: Historischer Roman

Verlag: Bastei Lübbe
Seitenzahl: 846
Taschenbuch: 9,99 €
ebook: 8,49 €

1. Auflage: Apr 2013

Website des Autors





"Ein jeder der vier Gefährten, die an jenem Morgen im Jahr des Herrn 1099 den Weg zum Tempelberg beschritten, fühlte, dass noch ungleich mehr auf dem Spiel stand als das Schicksal einer einzelnen Stadt. Denn während auf den Zinnen und Wehrgängen der Kampf um Jerusalem die entscheidende Wendung genommen hatte, war ein anderer Konflikt, dess Ursprung weit in die Vergangenheit reichte, bis an den Anbeginn der Zeit, noch längst nicht entschieden." S. 14

Zum Inhalt

Kreuzzüge - 1096 bis 1099 a.d.

London: Der Tagedieb Conwulf fiebert einer Zukunft mit seiner Geliebten Nia entgegen. Alles, was er der reichen Londoner Gesellschaft aus den Taschen zieht, spart er, um Nia freizukaufen, denn sie ist eine Sklavin am Hofe König Williams. Die beiden träumen von einer gemeinsamen Zukunft in Freiheit.
Während dieser Zeit kommen Gäste an den Königshof: der Baron de Rein nebst seiner Gemahlin und ihrem Sohn Guillaume. Der König hat diesen einen sehr heiklen Auftrag zu unterbreiten, der die Zukunft von England beeinflussen soll.
Die Ankunft Guillaumes hat aber auch noch ein Nachspiel für Conn, dessen weitreichende Folgen niemand ahnen kann ...

Köln: Auch hier werden Vorbereitungen getroffen. Truppen werden hier zusammen gezogen, um einen Krieg gegen die Ungläubigen im Heiligen Land zu führen: die Juden sollen aus Jerusalem im Namen der Kirche vertrieben werden.
Der erfolgreiche, jüdische Kaufmann Isaac Ben Salomon befürchtet das Schlimmste, denn auch wenn die Juden in Köln als Handelspartner geschätzt werden, ereignen sich immer öfter Überfälle durch übermütige, christliche Glaubensanhänger. Isaac fürchtet um seine Tochter Chaya, aber auch um sein Geheimnis, dass er am Sterbebett seines Vaters schwor, mit seinem Leben zu hüten.

Das Schicksal dieser Menschen wird sich auf verschlungenen Pfaden verbinden und sie auf einem grausamen Weg begleiten - zwischen Krieg, Glauben und Vertrauen.

Meine Meinung

Als erstes muss ich (mal wieder) darauf hinweisen, dass mir der Klappentext zu viel verrät - deshalb hab ich euch auch oben meine eigene Inhaltsangabe wiedergegeben.

Michael Peinkofers Geschichte über die Kreuzzüge wird aus den Blickwinkeln der verschiedenen Protagonisten und ihrer Situation beschrieben und gibt so einen guten Eindruck ihrer Entwicklung. Die Charaktere sind sehr authentisch - sehr typisch für diese Zeit und nicht wirklich überraschend.

Der Schreibstil passt perfekt in diese Epoche, wirkt für mich manchmal zu überladen. Die ganze Handlung wird sehr ausschweifend erzählt und für mich hätte man die erste Hälfte des Buches um 50% kürzen können. Das ganze wird sehr anschaulich erzählt und vermittelt so ein sehr eindrucksvolles Bild der Ereignisse - wirkt aber oft recht langatmig. Der Weg der Kreuzritter wird sehr gründlich aufgezeigt, erzeugte bei mir aber eher das Gefühl einer trockenen Geschichtsstunde und nicht einer abenteuerlichen Reise.
Erst in der zweiten Hälfte nimmt die Handlung an Fahrt auf und hier konnten mich die Geschehnisse eher fesseln, wenn sie auch nicht wirklich überraschend waren.

Obwohl es nicht viele Figuren sind, die im Mittelpunkt stehen, sind sie mir in dem ganzen Drumherum etwas untergegangen. Ich konnte mich schon in jeden von ihnen einfühlen und ihr Handeln war auf jeden Fall nachvollziehbar, trotzdem sind sie mir nicht wirklich nahe gekommen.

Der Bezug zu den unfassbaren Schlachten zwischen Christen und Juden, Seldschuken und Osmanen "im Namen Gottes" ist ein sehr interessantes Thema aus der Vergangenheit, das immer noch zu viele Parallelen in die Gegenwart aufweist. Hier sollte man sich wirklich ein Beispiel dafür nehmen, wie gedankenlos und tumb diese Sicht der Dinge ist und dass der Unterschied zwischen damals und heute gar nicht so groß ist, wie wir alle zu glauben hoffen.

Zusammengefasst

Thematik: Glaubenskrieg mit dem Hintergrund der Kreuzzüge
Schreibstil: sehr ausladend, oft langatmig
Charaktere: anschaulich  und echt
Spannung: für mich nur in der 2. Hälfte ein wenig vorhanden
Umsetzung: sehr authentischer Einblick in die Kreuzzüge, verliert sich zu sehr in unrelevanten Details

Fazit

Ein eindrucksvolles Bild des Glaubenskrieges der Kreuzritter im 11. Jahrhundert. Das Schicksal der Protagonisten schickt sie auf eine weite Reise, an deren Ende nicht jeder sein Ziel erreichen wird. Sehr geschichtsträchtig mit interessanten Charakteren, die mir über die ausgedehnten Teilstücke hinweggeholfen haben.

Bewertung

© Aleshanee



Über den Autor: Michael Peinkofer, Jahrgang 1969, studierte in München Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaft. Seit 1995 arbeitet er als freier Autor, Filmjournalist und Übersetzer. Unter diversen Pseudonymen hat er bereits zahlreiche Romane verschiedener Genres verfasst. Bekannt wurde er durch den Bestseller "Die Bruderschaft der Runen" und der Abenteuerreihe um Sarah Kincaid, deren abschließender vierter Band mit "Das Licht von Shambala" vorliegt. Michael Peinkofer lebt mit seiner Familie im Allgäu.
Quelle: Bastei Lübbe Verlag

Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Hmm also die Handlung hört sich ja ziemlich gut an& ich hab auch schon öfter überlegt ob ich das Buch kaufe, aber wenn der Schreibstil so langatmig ist muss ich wohl noch ein bisschen weiter überlegen :D
    Aber das ist eine schöne Rezi:)
    LG Annika

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