Freitag, 31. Juli 2015

Rezension: Die goldene Brücke und Das verborgene Tor von Eva Völler

Genre: Zeitreisen Jugendroman

Band 2 und 3 der Zeitenzauber Trilogie

Verlag: Baumhaus
Seitenzahl: 319 / 349
Hardcover: 14,99
Taschenbuch (Bd 2): 7,99

ebook (Bd 2): 6,49
ebook (Bd 3): 11,99

1. Auflage Band 2: März 2013
1. Auflage Band 3: März 2014




"Das Leben ist oft so ungerecht 
und der Tod erst recht." S. 270, Band 3



Meine Meinung

Nachdem ich beim ersten Band durch die Seiten geflogen bin und die Geschichte mich wirklich sehr gut unterhalten hatte, war ich bei Band 2 dann doch ziemlich enttäuscht.

Die Handlung findet dieses Mal hauptsächlich im Paris des Jahres 1625 statt, ca. eineinhalb Jahre nach den Ereignissen in Venedig. Thema ist die berühmte Geschichte über die Musketiere, Kardinal Richelieu und D´Artagnan. Das hätte mir eigentlich gefallen müssen, da ich ein großer Fan davon bin, aber obwohl die Autorin auf viele Details geachtet hat, kam die Atmosphäre leider nicht mehr so rüber.

Es gab wieder viele Infos zu der damaligen Zeit, die ich als Fan von historischen Romanen natürlich gerne gelesen habe - allerdings ist die Handlung sehr auf der Stelle getreten. Die Protagonistin Anna muss sich hier nicht nur einem Problem stellen, dessen Lösung für die Zukunft von großer Relevanz ist, auch das Leben von Sebastiano gerät aus den Fugen. Leider läuft sie bei dem Versuch, ihren Auftrag zu erfüllen ständig im Kreis; wobei ihr alles zur rechten Zeit zufliegt, sie aber trotzdem nicht weiterkommt.

Der zweite Band hatte dadurch zu viele Längen und ich hab die Spannung und den besonderen Flair aus dem ersten Band sehr vermisst. Die winzig kleine SM-Nebengeschichte fand ich ehrlich gesagt ziemlich unpassend und insgesamt alles zu konstruiert.

Zu Beginn des dritten Bandes sind wieder knapp 2 Jahre vergangen. Die Zeitreise führt die beiden dieses Mal nach London, 1813. Von der Stadt und den Gepflogenheiten erfährt man viel, was die Atmosphäre etwas aufleben lässt. Manchmal hätte es aber auch weniger sein können, denn über die Garderobe, das Haare drapieren und die Kontakte zur Society pflegen wurde dann doch etwas viel berichtet. Dafür waren die ganzen Sehenswürdigkeiten toll beschrieben, was mir besonders gefallen hat, da sie mich an meinen eigenen London Urlaub erinnert haben.

Der Schreibstil aus der Ich-Perspektive wird beibehalten und lässt sich auch schnell und flüssig lesen. Allerdings erinnerte es wieder mehr an ein "Jugendbuch", was es ja auch ist, aber in Band 1 wirkte alles etwas reifer.

Im Gegensatz zu Anna, denn eine Weiterentwicklung hab ich bei ihr leider gar nicht feststellen können, obwohl seit Band 1 vier Jahre vergangen sind und sie mittlerweile 21 Jahre alt ist. Sie war teilweise wieder unnötig naiv und auch Sebastiano kam mir nicht wirklich erwachsen vor. So richtig nahe gekommen bin ich ihm selbst im dritten Teil nicht.

Gegen Ende wird auch endlich einiges zum Hintergrund des Zeitreisephänomens erklärt, was die Spannung erhöht hat, aber nicht so schlüssig war, wie ich mir erhofft hatte. Da gabs noch ein paar Haken, die mir unlogisch vorkamen. Eine bittere Überraschung und viel Aufregung haben den Schluss nochmal gewürzt; wobei hier sogar noch Optionen zu weiteren Bänden offen gelassen wurden.

Fazit
 

Nach dem unterhaltsamen ersten Band war ich von den beiden Fortsetzungen doch etwas enttäuscht. Es gab keine wirkliche Weiterentwicklung und grade Band 2 hat auch von der Handlung sehr nachgelassen. Der letzte war dann wieder etwas runder, aber da hätte ich mir eine bessere Erklärung zu den Hintergründen der Zeitwächter gewünscht.

Bewertung
Band 2
Band 3



© Aleshanee



Über die Autorin: Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht."
Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.
Quelle: Bastei Lübbe Verlag

Zeitenzauber

1 ~ Die magische Gondel
2 ~ Die goldene Brücke
3 ~ Das verborgene Tor



Kommentare:

  1. Hallo aleshanee,

    schade, dass dir Teil 2 und 3 nicht mehr so gut gefallen haben. Dass Reihen zwischendurch einknicken, ist ja ein weit verbreitetes Phänomen. Ich finde das immer noch sehr seltsam; ob das daran liegt, dass (wohl eher nicht in diesem Fall) der zweite Teil meistens dazu dient, Handlungsstränge ein wenig zu erläutern, dafür die Handlung an sich aber auf der Strecke bleibt?

    Das Thema der Musketiere und London - beides an sich zwei sehr schöne Themen. Schade, dass der Flair des ersten Bandes nicht angemessen fortgesetzt wurde :(

    LG Jana

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    1. Ich hab ja da den Verdacht, dass da ein gewisser Druck (auch von den Verlagen) besteht, Trilogien rauszubringen, statt Einzelbänden - bringt halt mehr Geld.
      Dadurch wird die Handlung dann gestreckt, was sich logischerweise meist auf den mittleren Band auswirkt. Der war hier halt für mich ... keine Ahnung, ich hab einfach nicht reingefunden und es gab nichts konkretes, was mich gefesselt hätte. Und eine Weiterentwicklung gabs auch nicht.
      War wirklich schade, weil der erste war so vielversprechend.

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