Sonntag, 26. Oktober 2014

Rezension: Seelendieb von Barb & J. C. Hendee


Genre: Vampir-Roman

Band 2 der Reihe Dhampir
Original: Thief of Lives (Noble Dead Series)

Verlag: Lyx
Seitenzahl: 432
Taschenbuch: 8,99 €
ebook: 7,99 €

1. Auflage: Sept 2008





Unstillbarer Blutdurst und zwei Jäger auf der Suche nach sich selbst

Zur Handlung

Nachdem Magiere und der Halbelf Leesil sich aus dem Landstreicherleben zurückgezogen und in dem Hafenstädchten Miiska niedergelassen haben, sollte das Leben eigentlich ruhiger weitergehen. Magiere hat sich ihren Traum einer eigenen Taverne erfüllt, doch ihre Herkunft macht ihr einen Strich durch die Rechnung: ihr Wesen als Dhampir prädestiniert sie zur Vampirjagd, der sie im ersten Teil der Reihe gezwungenermaßen nachgegangen ist.

Allerdings hat der Brand des großen Lagerhauses im Hafen von Miiska unangenehme Folgen für die kleine Stadt. Es fehlt an Arbeit, finanziellen Mitteln und die Händler bleiben aus.
Da kommt der Auftrag aus der großen Hauptstadt Bela scheinbar gerade recht.  Dort wurde die Tochter des Ratsvorsitzenden Lanjow getötet und alles deutet auf eine übernatürliche Ermordung hin. Wie immer ist Magiere ihr Ruf voraus geeilt und so bittet der Stadtrat von Bela die Dhampir um Hilfe, den untoten Mörder zu fassen.

Magiere ist alles andere als begeistert, denn der Schrecken der Jagd sitzt ihr noch tief in den Knochen. Um die Stadt Miiska und damit auch ihre Zukunft in der Taverne zu sichern, muss sie den Auftrag annehmen und macht sich mit Leesil auf die Reise. Aber nicht nur Magieres Vergangenheit wird ihr zum Verhängnis, auch Leesils Vorgeschichte holt ihn ein und den beiden steht wieder einmal ein Kampf auf Leben und (Un)Tod bevor ...

Meine Meinung

Ich hab das Gefühl, das könnte eine wirklich tolle Reihe werden!
Schon der Prolog lässt erahnen, dass es sich hier nicht um eine einfache Vampirjagd handelt, sondern dass mehr dahintersteckt und das Autorenpaar versteht es wunderbar, immer mehr Feinheiten auszubauen, die sich nach und nach als wichtiger Handlungsstrang hervorheben.
Der Schreibstil ist ungewöhnlich, passt aber perfekt zu diesem düsteren Hintergrund. Angenehm und flüssig zu lesen - trotzdem musste ich mir Zeit lassen, weil jede Information wichtig sein kann und die Geschichte wunderbar differenziert geschildert wird. Trotzdem kommt bei dem ruhigen Erzählfluss auch Spannung auf und die Neugier hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen.

Auch die Charaktere sind gekonnt in Szene gesetzt und die wechselnden Perspektiven machen es leicht, sie zu verstehen! Viele kleine Details lassen ein anschauliches, lebendiges - oder auch untotes *g* - Bild entstehen und gerade die Schwächen jeder der Figuren machen sie umso liebenswerter und glaubwürdiger.
 
Magiere zum Beispiel möchte nichts anderes, als ihre Taverne führen. Ihre Zukunft sieht sie nicht in Abenteuern, sondern möchte die Ruhe genießen und einen ehrlichen Lebenswandel einschlagen. Dass sie ein Dhampir ist, macht ihr natürlich einen Strich durch die Rechnung und sie versucht, alle Gedanken daran zu verdrängen. Ihr Beziehung zu Leesil ist einfach und dadurch noch komplizierter. Zu wenig Offenheit fördert das Misstrauen zwischen den beiden und während sich der Halbelf im Klaren über seine Gefühle zu Magiere ist, will sie sich auch hier die Wahrheit nicht eingestehen. Die Veränderungen, die Magiere durchlebt, ihre Fähigkeiten, die sie entdeckt, sind sehr eindrucksvoll beschrieben.
Leesil selbst hat eine harte Vergangenheit hinter sich. Seine Mutter hat ihn schon sehr früh zu einem Assasinen erzogen, ihm aber nichts von seinem Volk, den Elfen, erzählt - nicht mal die Sprache ist ihm geläufig. In Magiere hat er einen festen Punkt im Leben gewonnen, an dem er sich festhalten kann und auch ihm machen die vielen Geheimnisse zu schaffen, die zwischen ihnen immer wieder zu Konflikten führen.
Welstiel Massing ist auch in diesem Band wieder dabei. Im ersten Teil hat man nur so kleine Häppchen über seine Person serviert bekommen, aber jetzt tritt immer mehr ans Licht, warum er den Kontakt zu den beiden Jägern aufrecht erhält. 
Aber auch die Vampire, die in Bela ihr Unwesen treiben, finde ich sehr gelungen. Mit wenigen Worten werden die Situationen und Gefühle genau erfasst - wie man sich die guten alten Blutsauger eben so vorstellt :)

Mit einem schnellen Tempo darf man in diesen Büchern nicht rechnen, dafür mit einer faszinierenden Geschichte, bei der jeder Charakter eine tiefgehende Vergangenheit hat, die sehr gut veranschaulicht wird. Sogar die Nebencharaktere wie der Hauptmann Schetnick oder die Bibliothekar-Assistentin Wynn sind mir sehr ans Herz gewachsen!
Auch die Idee mit Vampiren und Elfen find ich toll und die Autoren haben hier einen glaubwürdigen Hintergrund geschaffen. Viele Hinweise gibt es, die mich sehr neugierig auf die Fortsetzungen machen und werde sicher bald den dritten Band lesen.

Zusammengefasst

Thematik: Traditionelle Vampirjäger-Geschichte - auf der Suche nach sich selbst
Schreibstil: stilvoll und passend
Charaktere: bis in die Nebenfiguren sehr anschaulich und differenziert
Spannung: trotz ruhigem Tempo kommt auch Spannung auf
Umsetzung: stimmungsvoll und treffend, macht neugierig, da die Hintergründe immer mehr  in die Handlung einfließen
Fazit

Eine wunderbare Reihe über Vampirjäger und Blutsauger im traditionellen Stil. Besondere Charaktere, die jeder für sich eine entscheidende Rolle spielen und eine großartige Geschichte, bei der es noch einiges aufzuklären gilt! Die eigenwilligen Details machen das ganze zu etwas Besonderem.

Bewertung

© Aleshanee


© Lyx Egmont Verlag

Über die Autoren: Die Dhampir-Serie des Autorenehepaars Barb und J.C. Hendee um die Vampirjäger Magiere und Leesil, erfreut sich international größter Beliebtheit. Die Autoren leben derzeit in der Nähe von Portland, Oregon.
Quelle: Lyx Egmont Verlag





Dhampir-Reihe

1 ~ Halbblut
2 ~ Seelendieb
3 ~ Dunkelland
4 ~ Blutsverrat
5 ~ Schattenherz
6 ~ Götterjagd
7 ~ Vergessene Zeit
8 ~ Steinerne Flut





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