Sonntag, 22. Februar 2015

Rezension: Die vergessene Kammer von Catherine Fisher


Genre: historisch fiktiver Roman

Original: Crown of Acorns

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 320
Taschenbuch: 9,99 €
ebook: 8,99 €

1. Auflage: Jan 2014







"Langsam jetzt. weitergehen ist gefährlich.
Der Kreis ist die älteste Magie.
Wenn du ihn betrittst, umschließt er dich." S. 9



Klappentext

Zac ist Lehrling bei dem berühmten Baumeister Jonathan Forrest. Einem Mann, der ebenso besessen ist von den Mysterien der Druiden wie von seiner kühnen architektonischen Vision. Doch Forrests Vorhaben, eine gigantische spiralförmige Straße namens King’s Circus zu bauen, scheitert. Und da erkennt Zac, dass die wahre Leidenschaft seines Meisters gar nicht der Straße gilt, sondern einer Kammer, die Forrest im Herzen des King’s Circus einbauen will – um darin ein Geheimnis zu verbergen. Doch welches Geheimnis könnte einen solchen Aufwand wert sein?


Zum Inhalt
 

Somerset, England, in der Gegenwart
Sulis ist nicht ihr richtiger Name, doch die 17jährige flieht seit 10 Jahren vor einem schrecklichen Erlebnis ihrer Vergangenheit. Wechselnde Heimaufenthalte und Pflegefamilien haben sie zu Simon und Hannah gebracht. Hier hofft sie, endlich ohne Angst leben zu können.

Somerset, England, 1740 n. Chr.
Zac ist Assistent des Architekten Jonathan Forrester. Dessen Vision vom King´s Circle, einem monumentalen, kreisrunden Bauwerk schreibt Zac dessen Besessenheit von Stonehenge und uralten Mythen des Druidentums zu. Zacs Vater hat den Reichtum der Familie verloren und so muss sich Zac dem Studium der Architektur widmen, dem er mit Geringschätzung gegenübersteht und sich nur mit Widerwillen fügt.

England, ca. 500 v. Chr.
Von Bladud, dem Druidenkönig, erfährt man nur Fragmente aus seiner historischen Vergangenheit, seinem Exil - und seiner heilsamen Entdeckung.

Meine Meinung

Nach dem Klappentext hatte ich etwas völlig anderes erwartet und auch das Cover hat mich leicht in die Irre geführt. Wie ihr bei meiner Beschreibung des Inhalts sehen könnt, gibt es drei Zeitebenen, zwischen denen sich die Autorin abwechselt. Gekennzeichnet sind sie immer mit dem Namen des Protas und werden auch durch verschiedene Schriftbilder deutlich gemacht. Der Schreibstil war angenehm zu lesen, nicht ausgefallen, aber flüssig und hat gut zur Handlung gepasst. 

Die Autorin beginnt nicht mit Zacs Geschichte, was mich anfangs etwas verwirrt hat, aber ich hab mich dann doch recht schnell in den verschiedenen Handlungssträngen zurecht gefunden. Man erkennt bald den Zusammenhang zwischen Bladuds heilsamen Quellen und dem Bauwerk des Architekten Forrester, dem King´s Circus. Forrester ist innerlich geradezu getrieben, dieses architektonische Wunder zu vollenden; nach dem Vorbild des Steinkreises von Stonehenge, dem Sinnbild der Harmonie.

Zac jedoch kann die Besessenheit seines Meisters nicht nachvollziehen. Er bemitleidet sich selbst, weil er ohne Zutun in diese Lage des mittellosen Assistenten geraten ist und zeigt immer wieder ein eitles, hochmütiges und egoistisches Verhalten. Zacs Geschichte wurde in der Ich-Perspektive erzählt und so konnte man sehr gut seine inneren Zweifel und seine charakterliche Entwicklung verfolgen. Wirklich sympathisch war er mir erst gegen Ende.

Sulis ist auch eine etwas ausgefallene Figur. Ihre Ängste wegen ihres Verfolgers wirken fast schon paranoid und lange Zeit wusste man nicht, was wirklich dahinter steckt. Josh, den sie bei der Arbeit kennenlernt, mochte ich dagegen sofort. Er ist neugierig und möchte wissen, was sich hinter Sulis Verhalten verbirgt und geht dabei aber sehr behutsam und beschützend vor.

Durch den langsamen Aufbau und den Wechseln zwischen den Handlungssträngen konnte ich erst ab der Hälfte des Buches so richtig in das Geschehen eintauchen, dabei wurde es aber auch an manchen Stellen spannend und überraschend. Nach und nach kommen einige Parallelen zwischen den unabhängigen Erlebnissen ans Licht, trotzdem war mir das, was dahinter steckt, nicht so richtig greifbar. Der Sinn, den ich von einer Geschichte erwarte, hat sich mir hier nicht 100%ig erschlossen und es blieben noch einige Fragen offen. 

Vor allem im Hinblick auf den geschichtlichen Hintergrund war es sehr informativ, denn über die Sage um Bladud und die heilsamen Quellen, wie auch die Stadt Aquae Sulis und natürlich Stonehenge gibt es tatsächlich geschichtliche Wurzeln.


Zusammengefasst

Thematik: Die uralte Magie des Kreises - Zusammenhänge aus Vergangenheit und Gegenwart
Schreibstil: flüssig und stimmig
Charaktere: untypisch, authentisch und nicht immer sympathisch
Spannung: kam erst ab der Hälfte auf
Umsetzung: reale Hintergründe gut in die fiktive Handlung eingebaut, der Sinn dahinter war etwas verwirrend

Fazit

Eine unterhaltsame, größtenteils historische Handlung in drei zeitlichen Ebenen, die leider etwas langsam in Fahrt kam. Die geschichtlichen Hintergründe waren allerdings sehr interessant und fließend in die fiktive Handlung eingebaut. Allerdings hat es mich mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen, welchen Sinn hinter dem ganzen gesteckt hat.
 


Bewertung
 
 


 © Aleshanee




Über die Autorin: Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher sowie zweier preisgekrönter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fisher lebt und schreibt in Wales.

Website der Autorin


Kommentare:

  1. Guten Morgen :)
    Schöne Rezension !
    Ich denke das Buch ist trotzdem nichts für mich ... mir erscheint dass ganze etwas zu schwammig.
    Konnte dich der Schreibstil der Autorin denn fesseln ?
    Ich wünsche dir einen schönen Abend !
    Liebe Grüße
    Sharleen
    von dem Bücherblog Fingerspitzengefühl

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    1. Guten Morgen! Der Stil war angenehm zu lesen und hat gut zur Handlung gepasst. Flüssig und nicht irgendwie ausgefallen ... einfach stimmig ;)

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  2. Guten Morgen Alex!

    Hm... man liest, dass du nicht genau weißt, was nun Sache war. Gibt es denn einen Folgeband oder ist es abgeschlossen? Ich mag solche Geschichten, die über verschiedene Zeitebenen spielen und doch aber zusammen gehören. Wenn dann noch der geschichtliche Hintergrund stimmt (und nachprüfbar ist), dann ist das perfekt. Allerdings glaube ich auch, dass das Buch hier nichts für mich ist. Ich möchte am Ende doch eigentlich ganz gerne wissen, was nun jetzt eigentlich der Sinn war. :-D

    LG
    Tilly

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    1. Insgesamt hat mir das Buch schon ganz gut gefallen und ich wollte auch immer wissen, wie es weitergeht - aber der große Zusammenhang, so das Aha Erlebnis am Ende, hat mir dann doch gefehlt. Es gibt so kleine Paralellen, aber leider nicht mehr, oder ich hab sie eben nicht entdeckt ...?
      Bei Engelsmomente hab ich grad auch eine Rezi dazu gefunden - vielleicht hilft dir die ja weiter http://engelsmomente.blogspot.de/2015/02/rezension-die-vergessene-kammer.html

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    2. PS: Und ja, mir ist die Rezi hier auch etwas schwer gefallen, weil das ganze einfach nicht so richtig greifbar für mich war

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    3. Achja, eine Fortsetzung ist, soweit ich weiß, nicht geplant. Das Ende hat auch einen guten Abschluss, auch wenn noch einige Fragen (zumindest für mich) offen blieben

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  3. Hallo ^^

    das Buch klingt irgendwie 'schwierig'... Es macht mich schon neugierig, gerade wegen den unterschiedlichen Zeitebenen die du beschreibst. Aber so ganz sicher bin ich mir nicht, ob ich es auf die Wunschliste packen soll...
    Wo ist denn deine Zusammenfassung die du am Ende deiner Rezis immer machst, wo du Stichpunktartig noch mal was zu Thematik, Charaktere, Spannung usw. sagst? Die habe ich gerade total vermisst ^^'... Machst du das nicht mehr?

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünsche ich dir!
    Insi Eule

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    1. Oh, ich hatte irgendwie das Gefühl, dass das überflüssig ist ... bei den meisten Rezis mache ich es eigentlich schon. Dann sollte ich es wohl doch beibehalten :)

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    2. Habs jetzt nachträglich noch eingefügt ;)

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    3. Das war jetzt nicht als Kritik gemeint oder so, ich hatte mich nur gewundert ;). Ich habe mich da so dran gewöhnt und finde das auch echt super, dass du das nochmal so aufschreibst. Aber toll, dass du es noch hier eingefügt hast *freu* :D.

      LG Insi Eule

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    4. Nein, als Kritik hab ichs jetzt nicht aufgefasst! Aber ich freu mich natürlich, dass es gewollt ist ;)

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  4. Ich bin auch schon um das Buch rumgeschlichen. Es hört sich nach extrem viel Inhalt für so wenig Seiten an und ich mag es eher wenn die Bücher etwas dicker sind und sich die Geschichte dafür angemessen (nicht zu schnell und nicht zu langsam) aufbauen kann.

    Liebe Grüße

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    1. Das Verhältnis war eigentlich schon gut aufgeteilt, wirkte also weder übereilt noch vollgestopft, hat sogar etwas ruhiger angefangen. Mir sind einfach die Zusammenhänge nicht so richtig klar geworden, also der Grundgedanke dahinter

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  5. Hallo,
    jetzt hast du mich doch irgendwie neugierig auf das Buch gemacht. Ich finde das nen tollen Buchtipp, da der Roman mal was ganz anderes ist, als ich sonst lese. Ich lasse mich mal überraschen.
    LG Doreen

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  6. Okay... liegt auch auf meinem SuB und ich bin schon gespannt, ob es mir auch so ergehen wird... Danke für deine schöne Rezension!!!

    LG, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/

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  7. Huhu liebe Alex :)

    So spät am Abend habe ich dich noch getaggt und würde mich freuen, wenn du mitmachen würdest :)
    http://nenyas-book-wunderland.blogspot.de/2015/02/tag-wurdest-du-lieber.html


    Liebste Grüße,
    Nenya

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