Freitag, 3. März 2017

Rezension: Nebelgrenze von Anton Serkalow

Nebelgrenze
von Anton Serkalow

Band 2 der Vakkerville-Mysteries
Genre: Mystery Thriller

Eigenverlag
Seitenzahl: 370
Taschenbuch: 9,95 €
Ebook: 2,99 €

1. Auflage: Jan 2017







"Gleichwohl war keine Finsternis so schwarz wie die menschliche Seele." Pos 3805


Und in diese Abgründe führt uns der Autor in dem immer dichter werdenden Nebel, der das Küstenstädchen Vakkerville heimsucht. Während im ersten Band noch einige witzige Zufälligkeiten und der bunt zusammengewürfelte Haufen an Protagonisten zum Schmunzeln eingeladen hat, wird es jetzt düsterer und zwilichter. Das voluminöse Vorspiel, die Einführung aller Charaktere, die vielen besonderen Begebenheiten und Umstände, die mich im ersten Teil noch etwas verwirrt haben, führen uns hier endlich in die Welt hinter den Spiegeln. Einer grotesken, verzerrten, verkehrten Welt, aus der das Grauen immer weiter in die Köpfe der Menschen vordringt ...


Es ist wirklich schwierig zu beschreiben, um was es genau geht; denn wie so viele Charaktere, die hier miteinander auf irgendeine Art und Weise verbunden sind, gibt es auch lose Fäden, die sich schließlich alle an einem einzigen Ort zusammenziehen.

Besonders schön ist hier die kurze Zusammenfassung zu Beginn, bei der man sich alle vorherigen Ereignisse nochmal in Erinnerung rufen kann. So fällt der Einstieg recht leicht, wenn auch auf den ersten Seiten noch ein bisschen holprig, bzw. umständlich formuliert - aber das legt sich recht schnell. Anfangs ist man vielleicht noch etwas skeptisch, denn man muss sich an den (scheinbar) einfachen, mundgerechten Schreibstil gewöhnen.  Aber wenn man sich da mal reingelesen hat, kann man einfach nicht mehr aufhören! Plötzlich ist alles im Fluss und die Seiten rauschen nur so dahin, denn man steigt immer mehr in die Story ein, entdeckt  Verbindungen und Hintergründe, die einen alles klarer sehen lassen, während der Nebel einen tiefer und tiefer in das Grauen eintauchen lässt. 

"Es gibt Geister und Dämonen. Aber glaube mir, Eliane, es gibt Menschen und Taten von Menschen,
die sind schlimmer als das, was einem die Gestalten aus der anderen Welt antun können." Pos 4227

Sehr genial sind hier vor allem auch die Charaktere, von denen es wirklich viele gibt. Lasst euch aber davon nicht abschrecken, denn sie sind alle so facettenreich und gleichzeitig prägnant, dass man da überhaupt nicht durcheinander kommt. Auch ihre Rolle in diesem ganzen Verwirrspiel von grausamen Mördern, Auftragskillern, politischen Intrigen und machthungrigen Medizinern inmitten einer gruseligen Parallelwelt wird sehr deutlich, und langsam findet auch jede ihren Platz; hangelt sich an ihrem Schicksalsfaden entlang, der von ihrer verhängnisvoll geprägten Vergangenheit in eine ungewisse Zukunft führt.
Dabei werden dem Leser sämtliche menschlichen Abgründe und Vorurteile vor Augen geführt, die vor nichts halt machen - auch wenn man manche Szenen mit einem Augenzwinkern verfolgt, bleibt doch eine gewisse Anspannung des Ernstes der Lage und der Traurigkeit all der Schicksale, die je abstruser umso wahrer sind. 

Die Bilder dazu entstehen wie von selbst mit vielen wirksamen und plastischen Gleichnissen. Das Hin- und Herspringen zwischen den Figuren und was sie gerade erleben mag verwirrend klingen, war aber einfach nötig, um all die Ereignisse im Blick zu behalten, die teilweise gleichzeitig passieren und zum Verständnis des ganzen nötig sind. Man wird richtiggehend hineingezogen in diesen Nebel des Grauens, der einen mit seinen klebrigen Fäden nicht mehr loslässt und eine hohe Spannung erzeugt. Ich hab jeden Moment genau gewusst, um was es geht und hab in jedem Abschnitt mitgefiebert, die alle auf sehr unterschiedliche Weise zum mitfiebern anregen.

Noch ist natürlich nicht alles aufgelöst, denn ein dritter und letzter Teil wird noch folgen und ich bin mega neugierig, was noch alles passieren wird. Einige Details haben sich gelüftet, aber einige Überraschungen hat der Autor sicher noch parat und ich hoffe, dass ich nicht mehr allzu lange darauf warten muss!

Am Ende zeigt der Autor noch, welche Bücher und Filme ihn zu bestimmten Details inspiriert haben; was ich immer sehr schön finde beim lesen, denn die meisten sind allgemein bekannt.

 Bewertung
 
http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%2F5%20Sonnen


© Aleshanee



Über den Autor: Anton Serkalow wuchs in einer Plattenbausiedlung irgendwo im Ostblock auf. Dort las er nicht nur Alexander Wolkow, Stanislaw Lem und die Gebrüder Strugatzki, sondern auch den verbotenen Karl May. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war Serkalow u.A. Hausbesetzer, Wahlkampfhelfer für einen Provinzabgeordneten, Gebäudereiniger, Rodeoreiter und Bassist in einer Metalband. Weil er den Sänger im Streit mit einer Axt bedrohte, wurde Anton Serkalow in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Dort begegnete ihm die ägyptische Katzengöttin Bastet und der Kapitän der »Nautilus«. Nach seiner Entlassung zog er in ein anderes Land und eröffnete eine Musikkneipe, die er mit Einzug der Gentrifizierung verkaufte. (Heute ist dort ein veganes Mütter-Café) Mittlerweile lebt Anton Serkalow mit seiner Gefährtin, Hund und Katzen auf dem Land und arbeitet als Dogcoach. 
Quelle: Blogger Profil von Anton Serkalow, der unter deinem Pseudonym schreibt


Vakkerville Mysteries
2 - Nebelgrenze
3 - Spiegelgrund

Diese Geschichte wird mit der Trilogie abgeschlossen sein - aber es tummeln sich so viele schillernde Figuren in Vakkerville, dass auf jeden Fall noch weitere Geschichten folgen werden ;)


1 Kommentar:

  1. Huhu Alex,

    jaaa, das steht bei mir auch noch an. Ich bin schon sehr gespannt, welche Fortsetzung sich Anton erdacht hat und wie sich neue und alte Fäden miteinander verknüpfen. Da du recht begeistert bist, bin ich auch zuversichtlich, dass es mir gefallen wird. Nicht, dass ich daran gezweifelt hätte... ;-)

    Liebste Grüße
    Steffi

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