Montag, 6. Juli 2015

Rezension: Asche und Phönix von Kai Meyer


Genre: Jugendfantasy

empfohlen ab 14 Jahren

Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 464
Hardcover: 19,90 €
Taschenbuch: 9,99 €
ebook: 8,99 €

1. Auflage: Nov 2012




"Und vielleicht ist Talent ja gar nichts anderes als das, was die Menschen früher 
ihre Seele genannt haben. Ihre Fähigkeit, etwas aus dem Nichts zu erschaffen. 
Ihre Schöpfungskraft." S. 229


Klappentext

Parker und Ash haben nichts gemeinsam. Er ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des Magiers Phoenix aus den »Glamour«-Filmen. Sie ist eine »Unsichtbare«, nirgends zu Hause, getrieben von der Angst, wie alle anderen zu sein. Doch dann erwischt Parker Ash in seiner Londoner Hotelsuite, wo sie gerade sein Bargeld klaut.
Parker kann sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen. Und nutzt die Chance, mit Ash vor den Fans und Paparazzi zu fliehen. Dabei scheint er geradezu körperlich abhängig von Ruhm und Aufmerksamkeit. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d’Azur – auf den Spuren eines teuflischen Paktes, verfolgt von einer dämonischen Macht, die sie gnadenlos jagt.

Meine Meinung

Ich habe das Buch eine Weile vor mir hergeschoben, weil ich mit der Handlung vom Klappentext her nicht so recht warm geworden bin. Da ich aber ein großer Kai Meyer Fan bin, musste ich es endlich zur Hand nehmen! Und ich habs nicht bereut :)

Der Schreibstil ist einfach, aber sehr anschaulich und man fliegt regelrecht durch die Seiten. Erzählt wird aus den Perspektiven der beiden Protagonisten Parker und Ash, die auf sehr ungewöhnlichem Weg zueinander finden.

Parker ist ein Hollywoodstar wie er im Buche steht. Die Premiere seines 3. Filmes steht an und die Fans belagern jeden seiner Schritte. Die Karriere hat sein Vater angetrieben und das Verhältnis der beiden ist mehr als ungewöhnlich. Parker möchte diesem goldenen Käfig entfliehen, wirkt aber trotz seiner klaren Entscheidungen immer etwas verloren, da sein bisheriges Leben nach einem festen Plan geregelt war, dem er kaum entfliehen konnte.

"Er war eben, wie er war. Die Welt drehte sich um ihn. Der Verkehr hatte sich 
gefälligst zu teilen wie das Rote Meer, wenn es Parker Cale in den Sinn kam, 
die Straßenseite zu wechseln." S. 46

Ash hingegen ist auf den Straßen von London zu Hause und hält sich mit Diebstählen über Wasser. Sie hat eine komplizierte Vergangenheit und möchte am liebsten in der Menge untertauchen und "unsichtbar" sein. Die Zurückweisungen haben sie einsam gemacht, weshalb sie sich aus der Welt zurückzieht.

"Ashs Zurückhaltung aber fühlte sich anders an. Eher wie die eines verletzten Tiers, 
das nach jedem schnappte, der ihm zu nahe kam." S. 67

Auch wenn Kai Meyer die unglücklichen Umstände der beiden anspricht, reitet er nicht ständig darauf herum und legt den Fokus eher auf eine spannende Entwicklung, die die beiden auf eine rasante Flucht von London über die Küsten Frankreichs bis nach Monaco führt.

Anfangs scheint alles noch recht banal zu sein, doch die Handlung bekommt schnell eine Spur von subtilen, geheimnisvollen Nuancen, die sich hinter dem bitteren Familiengeheimnis von Parker verbergen. Langatmige Passagen, wie sie in anderen Rezis erwähnt werden, konnte ich nicht entdecken, vielmehr hat Kai Meyer eine tolle Balance zwischen Action und ruhigen Momenten geschaffen. 
Viele interessante und für mich neue Ideen wurden wieder aus dem Hut gezaubert und auch die Beziehung zwischen Parker und Ash war besonders, ohne Tauziehen und ohne Kitsch - einfach nur ehrlich und authentisch. Erwähnen möchte ich hier auch noch Guignol und Godfrey, zwei Nebenfiguren, die mich jede auf eine völlig andere Weise begeistert haben!
Das Cover gefällt mir hier richtig gut, denn es zeigt sehr schön die Stimmung, die mich durch das ganze Buch begleitet hat. Eine Überraschung gibt es unter dem Schutzumschlag, denn hier gibt es einige Fotos, die Ash auf ihrer Reise geschossen hat. Dieses Hobby, immer und überall Fotos zu machen, zeigt, wie gerne sie an der Welt um sich herum teilhaben möchte und sie durch den Blick durch das Objektiv aber immer auf Abstand hält.


Zusammengefasst
 

Thematik: Ruhm und Macht - welchen Preis sind wir bereit dafür zu zahlen?
Schreibstil: einfach, flüssig und anschaulich
Charaktere: nicht zu viel Tiefe und trotzdem sehr echt und greifbar
Atmosphäre: Flair von fremden Ländern mit einem schaurigen Unterton
Umsetzung: alles richtig gemacht!

Fazit

Spannende und phantastische Elemente in einer wunderbaren Kulisse mit außergewöhnlichen Charakteren entführen in ein eindrucksvolles Abenteuer, bei dem man einfach nur mitfiebern muss!

Bewertung


© Aleshanee


Über den Autor: Kai Meyer, geboren 1969, studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt.
Quelle: Carlsen Verlag


Kommentare:

  1. Hallo, :)
    ich fand das Buch auch echt gut. :) Kai Meyer hat's einfach drauf. :)

    Liebe Grüße,
    Marina

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  2. Ich habe das Buch auch geliebt und fand es manchmal richtig gruselig. Meine Favoriten bleiben wahrscheinlich die Arkadien-Bücher :-)
    Grüße dich lieb,
    Damaris

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    1. Gruselig fand ich es eigentlich nicht, aber es war halt oft so eine subtile Stimmung im Hintergrund, das fand ich sehr gelungen ;)
      Meine Favoriten sind immer noch Merle und das Wolkenvolk ♥ Die möchte ich nächstes Jahr auch endlich noch mal lesen

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  3. Guten Morgen,
    das ist eine tolle Rezension! Echt gut!
    Mich reizt der Inhalt total aber ich war leider so von Arkadien erwacht enttäuscht, das sich mich nicht mehr getraut habe noch ein buch von ihm zu lesen.
    liebe Grüße,
    Fiorella

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    1. Arkadien hat mir auch gut gefallen, aber wenn das nichts für dich war, er hat noch so viele andere tolle Bücher geschrieben! Das Wolkenvolk z. B. ist genial und auch die Merle Trio und auch die historischen Bücher von ihm sind toll! Ende Juli startet bei mir wieder eine Weltenwanderung mit "Der Rattenzauber", das fand ich auch super!

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  4. Ich freue mich, dass dir das Buch so gut gefallen hat! Es gab ja immer recht kontroverse Meinungen dazu, aber ich finde, du hast es genau so verstanden, wie ich es gemeint habe. :)
    Liebe Grüße
    Kai

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Das freut mich ganz besonders :)

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  5. Huhu,

    Danke für deine Meinung zu dem Buch, die sich mal komplett mit meiner deckt^^
    Auch ich bin einer der Größten Kai Meyer-Fans vor dem Herrn und habe schon fast alle Jugendbücher von ihm gelesen. Ich freue mich immer, wenn ich meine Begeisterung teilen kann.

    LG
    Steffi♥

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  6. Ich habe das Buch auch vor einer gefühlten Ewigkeit gelesen und war absolut begeistert :-). Ich bin eh ein absoluter Fan von dem Autor. Seine Wellenläufer Trilogie sind die ersten Bücher, die ich mir wirklich bewusst alleine gekauft habe :-) Ich musste wirklich lange sparen, da ich damals noch nicht so viel Taschengeld bekommen habe :-D.

    Liebe Grüße

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  7. Hey du :)

    Von Kai Meyer habe ich echt lange nichts gelesen. Schiebe "Die Seiten der Welt" schon eine Weile vor mir her.
    Dieses Buch hier spricht mich nun irgendwie gar nicht so richtig an. Aber ich freue mich, dass es dir so gut gefallen hat! Es geht doch nichts über ein gutes Buch :)

    Sanni und ich haben ja unsere Sommer-Aktion, den Sommersonntag, ins Leben gerufen. Vielleicht hast du ja Lust, am Sommersonn-Tag teilzunehmen. Wir würden uns sehr freuen!

    Ganz liebe Grüße
    Rike ;)

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  8. Ich hab das Buch mittlerweile schon mehr als einmal gelesen, da es lange Zeit eins der einzigen Bücher auf meinem eReader war und das Buch leider irgendwas rotes klebriges abbekommen hat und deswegen im Schrank bleibt.^^ Es ist auch erstaunlicher weise, das einzige Kai Meyer Buch was ich mehr als einmal gelesen habe... :D

    LG Vanessa

    Das Buch fand ich auch wieder richtig gut nachdem ich ein paar Kai Meyer Bücher hatte, die mich nicht so krass mitgenommen hatten, wie es sonst der Fall ist.

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