Freitag, 18. August 2017

Rezension: Schwarzer Horizont von Ivo Pala

Schwarzer Horizont

von Ivo Pala

Band 1 der Reihe Dark World
Genre: High Fantasy

Verlag: Knaur
Seitenzahl: 400
Taschenbuch: 14,99 €
Ebook: 12,99 €

1. Auflage: Okt 2016



"So trügerisch sie zumeist ist, 
manchmal ist Hoffnung alles, was bleibt." S. 116


Verlagsinfo

Seit dem Weltendonner herrscht überall ewige Nacht. Asche verdunkelt den Himmel, die Welt wird zunehmend eisiger. Äcker und Felder sind tot; nichts wächst mehr. Menschen verhungern auf den Straßen. Andere verschwinden spurlos auf mysteriöse Weise. Zwei Hochkulturen, Twyddyn und Milara, bekämpfen einander zu Land und See um die letzten Ressourcen und die Macht auf dem neu entdeckten, geheimnisvollen Kontinent Kutera. In einem Sturm aus Schlachten und Intrigen trotzen der Krieger Raymo, die Sklavin Lizia und der Mönch Ash ebenso der feindseligen Natur wie ihrem unbarmherzigen Schicksal.

Der Auftakt zur »Dark World Saga«: Ein düsterer, actiongeladener Fantasy-Roman mit hohem Blutzoll



Meine Meinung
 

Großartig! Es ist jetzt kein aufpeitschendes Leseabenteuer mit großen Schlachten gewesen, aber immens fesselnd mit vielen, vielen wunderbaren Überraschungen! So eine Menge an ausweglosen Situationen, in die die Charaktere immer wieder gedrängt werden und man jedes Mal am Rätseln ist, wie sie sich da wieder rauswinden sollen - und dann kommt ein Clou und eine Wendung nach der anderen! Das hat mich total überrascht und begeistert!

Das ganze spielt in einer fiktiven Welt. Es ist finster, es wird kälter und der Himmel ist mit einer fahlgrauen Aschewolke überdeckt. Der Weltendonner hat vor zwei Jahren alles Leben verändert und die beiden Länder, die Frieden schließen wollten, wieder in den Krieg getrieben. Ein gut strukturierter Hintergrund für unsere drei Protagonisten, deren Schicksal sie auf wirklich seltsame Wege führt.

Zum einen Raymo, ein Krieger aus Calda, der verzweifelt ums Überleben kämpft. Er hat ein gutes Herz, weiß sich zu verteidigen, ist gewieft und war mir von Anfang an sympathisch.
Lizia ist eine Art Sklavin, sie gehört einem großen Haushalt in den Grenzlanden an und lebt im Grunde nur, um zu überleben. Sie sieht keinen Ausweg, sich aus ihrer Situation befreien zu können, aber aus ihrer Verzweiflung öffnen sich ganz neue Möglichkeiten.
Und dann wäre da noch Ash, ein Mönch, der der Stimme Gottes folgt und einem Versprechen, die Sonne wieder zu sehen. Bei ihm musste ich wirklich oft schmunzeln, denn auf seine etwas naive, gefällige Art hat er auf jeden Fall etwas liebenswertes. 

In einigen Rezensionen hab ich gesehen, dass hier zuviel Gewalt herrscht, zuviel Derbheit und Schockmomente ... keine Ahnung was da gelesen wurde. Natürlich gab es Kämpfe und Grausamkeiten, aber in einem ganz normalen Maß das man aus dem Genre kennt. Ivo Pala scheut sich auch nicht, die Szenen anschaulich zu zeigen und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, was ein ganz besonderes Leseerlebnis war; ich habe immer mitfühlen und mitbangen können. In jedem historischen Roman aus dem Mittelalter geht es genauso zu und auch in vielen anderen High Fantasy Geschichten, und hier gibt es auch lange Strecken ohne blutiges Gemetzel. 
Überhaupt wird alles sehr bildhaft dargestellt und ich hab mich durchwegs gut unterhalten gefühlt. Vor allem auch mit dieser düsteren Atmosphäre, die das ganze Land beherrscht und das Zusammenspinnen der Fäden, die aus den Geschichten der drei Protagonisten zusammenlaufen.

Erzählt wird abwechselnd, mal aus Raymos, Lizias und Ashs Perspektive und dadurch hatte man einen guten Überblick. Auch die Übergänge waren oft mit kleinen Cliffhangern und Überraschungen gespickt, so dass ich ständig neugierig war, wie es jetzt weitergeht. Es gibt auch keine großen Ausschweifungen, das Tempo geht zügig voran und lässt einem kaum eine Verschnaufpause. Ständig passiert etwas unvorhergesehenes und das hat mich wirklich sehr beeindruckt!

Einzig die Namen von Nebenfiguren waren mir manchmal etwas zu ausgefallen, die konnte ich mir oft nicht merken. Dafür gibt es aber auch einen Anhang, in dem alle Namen und ihre Bedeutungen aufgelistet sind.

Zusammengefasst
 

Thematik: Die Hoffnung nie aufgeben und das Schicksal selbst in die Hand nehmen
Schreibstil: ausdrucksvoll, lebendig und ohne Schönfärberei
Charaktere: individuell, überraschend und jeder für sich hat was besonderes
Spannung: immer wieder Cliffhanger und Wendungen, mit denen man nicht rechnet
Umsetzung: Gut strukturierter Hintergrund und Handlung, einnehmende Atmosphäre

Bewertung
 

http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%2F5%20Sonnen



© Aleshanee




Über den Autor: Ivo Pala ist Thriller- und Fantasy-Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramaturg für Film und Fernsehen. Um die Stimmung der See, die in der Serie eine wichtige Rolle spielt, besser einfangen zu können, ist er für seine Arbeit an "Schwarzer Horizont" von Berlin an die Küste gezogen.
Quelle: Knaur Verlag

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Dark World Saga

1 - Schwarzer Horizont
2 - Schwarzer Sturm
3 - in Planung

Kommentare:

  1. Hallo Alexandra,

    die Geschichte liegt hier bei mir auch schon! Danke für diese interessante Besprechung- jetzt bin ich nämlich richtig neugierig...Kommt demnächst dann bei mir dran ☺️

    Liebe Grüße
    Kay

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    1. Freut mich, dass ich dich nochmal etwas anstupsen konnte :D Ich bin sicher dass es dir auch so gut gefällt, die vielen Wendungen machen es echt spannend!

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    2. Hallo Alexandra,

      schön, dass du mich mit deiner Rezi animiert hast, das Buch zu lesen. Ich bin ziemlich begeistert von der Geschichte! Danke :-)

      Liebe Grüße
      Kay

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  2. Liebe Aleshanee,

    hört sich ziemlich gut an.
    Das einzige, was mich abschreckt, ist das mit der Skalvin. Immer wenn ich das Wort Skalvin höre, bekomme ich irgendwie Angst, weil ich Gewalt gegen Frauen und das völlige Ausgeliefertsein generell nicht gut lesen kann. Ist das bei Liza so?

    Liebe Grüße
    Lilly

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    1. Ich will dich jetzt nicht spoilern, aber ich fand ihre Rolle hier nicht in der Art, dass man jetzt zu viel mitleiden müsste.
      Liza hat es nicht leicht in der Geschichte und hat auch einiges durchzustehen, aber das machts doch gerade spannend? :D Ist doch nur eine Geschichte ;)

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    2. Ist jetzt auch nicht richtig, also "mit leiden" kann man natürlich schon mit ihr, nur hab ich das jetzt nicht so schlimm empfunden. Das nimmt ja jeder anders wahr beim lesen ... ich kann das ehrlich gesagt nicht so einschätzen, ob das jemand wie du als zu viel empfinden würde.
      Aber sowas kommt oft vor in High Fantasy oder in historischen Romanen - und ich mag es, wenn es die Protagonisten schwer haben ^^

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  3. Hey meine Liebe,

    ich weiß auch nicht, aber diese ganzen high Fantasy Bücher sind nicht so richtig was für mich. Es gibt ein paar die ich auch schon gelesen habe bzw. die mich interessieren, aber sobald es zu brutal wird bin ich raus irgendwie. Aber schön, dass du immer wieder ein paar tolle Bücher für dich findest ;)

    Liebe Grüße, Ruby

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    1. Schade! Aber so hat halt jeder seine Vorlieben ;)

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  4. Hallo Aleshanee,

    eine tolle Rezension :) Düster & brutal ist das Buch schon, wenn man eher YA Fantasy liest wird man sehr geschockt. Aber man wird auch vorgewarnt im Klappentext finde ich.
    Band 2 liegt schon bei mir, ich hatte nur noch keine Zeit zum lesen. Werde ich aber bald nachholen, hab mich jetzt wieder an das Ende erinnert und bin jetzt wieder richtig gespannt wie es weitergeht!
    Ich hab deine Rezension mal bei mir verlinkt :)

    LG

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    1. Ich hab schon gelesen, dass da einige geschockt waren und hab mich gefragt, was die denn sonst so lesen ... ich fands nämlich eigentlich ganz normal für dieses Genre ^^
      Sogar in historischen Romanen geht es brutal zu, auch nicht mehr oder weniger als hier - aber wie du schon sagst, wenn man sonst nur romantische Liebesgeschichten liest, ist das dann doch eine Umstellung. Trotzdem hab ich da schon schlimmeres gelesen :D

      Vielen Dank fürs Verlinken ♥

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  5. Hi Aleshanee!

    Seit einer Weile habe ich ein Auge auf das Buch geworfen, aber manche Rezensenten beschrieben es als ein "Hack and Slay" und ich dachte wirklich, dass alle paar Seiten ein Gemetzel stattfand...! Aber es klingt hier einfach nach einem bodenständigen Fantasyroman, der düstere Stellen hat. :D

    Tolle Rezension und liebe Grüße!
    Ani

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    1. Ja, diese Rezis hab ich auch gelesen - aber ich empfinde das wirklich überhaupt nicht so und hab mich total gewundert ... vielleicht haben diese Leser vorher nie was in der Richtung ausprobiert und sind deshalb so vor den Kopf gestoßen? Keine Ahnung.

      Er ist düster und manchmal auch heftig, aber wirklich toll mit viel Spannung und auch mit ruhigeren Momenten: also genau richtig :D

      Dankeschön ♥

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  6. Sicherlich kein Buch für mich, aber Deine Besprechung zu lesen hat zumindest die Neugier geweckt ein wenig zu stöbern. Liebe Grüße

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    1. Schade, aber es trifft halt nicht jedermanns Geschmack :)
      Danke dass du die Rezi trotzdem durchgelesen und einen Kommi dagelassen hast ♥

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